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Besondere Kunstwerke in besonderen Räumen

Kulturspeicher Dörenthe:" Und ewig hockt das Weib"

Kunst, das ist kreative, individuelle Auseinandersetzung eines Menschen mit einem frei gewählten oder vorgegebenen Thema. Wie unter-

schiedlich diese Auseinandersetzung sein kann, das ist seit Sonntag in einer Ausstellung im Kulturspeicher Dörenthe zu sehen. "...und

ewig hockt das Weib" ist nicht nur eine Anspielung auf das "Hockende Weib" der benachbarten Dörenther Klippen, sondern auch ein Um-

formulieren des Bardot-Filmes "...und ewig lockt das Weib". Spontan sei Günter Pfützenreuter bei der Besichtigung der Ausstellungs-

räume dieser Ausspruch eingefallen, erzählte Heinrich von den Driesch in seiner Einführung zur hervorragend besuchten Vernissage, und 

so habe man diese Idee als Titel und Themenvorgabe kurzerhand aufgegriffen. Zwar waren nicht alle Anwesenden begeistert, 13 Künstler

des 30-köpfigen Welbergener Kreises haben sich jedoch der Thematik gestellt und auf ihre jeweils ganz eigene Weise die Auseinander-

setzung mit dem "Hockenden Weib" gesucht. "Was eingereicht wird, wird sich auf irgendeine Weise an diesem Thema reiben", war von 

den Driesch von Beginn an vom Erfolg des Konzeptes überzeugt. Auch die Wahl der Ausstellungs-Räumlichkeiten trug sicherlich zum 

Gelingen des Vorhabens und beim einen oder anderen vielleicht auch zur Art der Herangehensweise an die Thematik bei: "Es sind 

Räume, von denen ein ganz besonderer Reiz ausgeht" beschreibt Heinrich von den Driesch die Faszination, der sich auch die mitwirken-

den Künstler des Welbergener Kreises kaum entziehen konnten. So wirkt manches Exponat, als sei es speziell für die herbe Schönheit

des Kulturspeichers angefertigt worden. Insgesamt kam anlässlich dieser Ausstellung eine einzigartige Vielfalt zeitgenössischer Kunst -

alle Mitglieder des 1970 gegründeten Welbergener Kreises haben eine künstlerische Ausbildung - zustande: Bildliche Darstellungen sind

ebenso vertreten wie Plastiken, das verwendete Material reicht von Öl- und Acrylfarbe bis hin zu Metall, Holz und sogar Torf. Mag es ein

Teil der Künstler ganz gegenständlich und wirklichkeitsgetreu, so geht manch anderer lieber abstrakte Wege und gewinnt dem Thema

seine kuriosen Seiten ab: Ein geöffnetes Ei (?) - gebettet in einen kreisrunden Teppich aus weichem Torf - leuchtet den Besucher aus 

seinem Inneren in intensivem Hellblau an und lässt beim Betrachter Gedanken an Keimung und Lebensentstehung, an Reifung im Mutter-

leib aufkommen. Ganz direkt ist dagegen Günter Pfützenreuters Umgang mit dem Thema: Seine "Frau in Betrachtung des Hockenden

Weibes" (in Anlehnung an Caspar David Friedrichs "Frau in Betrachtung des Mondes") bezieht sich konkret auf das "Hockende Weib" in

den Dörenther Klippen und wirkt ein wenig wie eine übernatürlich große Spiegelung des Menschen in der Natur.

Mit einer Stellvertretersymbolik spielt eine Installation aus Hockern, auf ihnen stehenden Rohrposthülsen und herumliegende Preisschilder:

Hier assoziiert der Betrachter die Thematik mit der "arbeitenden Frau", mit "typisch weiblichen" Tätigkeitsfeldern. Eine Anlehnung des 

Themas, gleichzeitig aber auch genau dadurch eine Auseinandersetzung damit, könnte man in einer Anordnung verschiedener Eichen-

stehlen sehen. Hier fehle es an jeglichem weiblich Anmutenden: das Kantige und gerade Hinaufragende des Holzes lasse eher an männ-

liche denn an weibliche Gestalten denken, findet Heinrich von den Driesch. "Diese Ausführungen sind ganz und gar subjektiv" betonte

der Künstler am Ende seines Vortrages und ergänzt: Jeder müsse sich auf seine Art und Weise mit den Werken auseinandersetzen und

gegebenenfalls das Gespräch mit den Künstlern suche - die dann vielleicht eine genau gegenteilige Intention ihres Werkes betonen. Noch

bis zum Samstag, 1. Dezember, sind die Werke von Künstlern des Welbergener Kreises im Treppenhaus sowie im ersten Stockwerk des

Kulturspeichers zu sehen. Die Räume sind jeweils samstags und sonntags zwischen 11 und 17 Uhr sowie nach Vereinbarung für alle

Interessierten geöffnet.

Text: Claudia Ludewig veröffentlicht IVZ 13.11.07 

 

 

 

                                                                                                                        

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