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"Reflektionen auf das eigene Leben"              26.8.2008 

"Anne Frank und ich" im Kulturspeicher

Nicht das Tagebuch der Anne Frank, sondern das Lesen des

Tagebuchs ist das Thema des Stückes "Anne Frank und ich", 

das am Mittwoch im Kulturspeicher in Dörenthe aufgeführt wurde. 

Die Protagonistin, die 15-jährige Emily, wurde von Valerie Brintrup,

Lotta Klein und Johanna Nonte zugleich gespielt. Diese beginnt 

das Tagebuch der Anne Frank zu lesen und fühlt sich sofort mit 

ihr verbunden, denn auch sie litt unter ständigem Streit mit der

Familie, dem Vermissen echter Freunde und Liebeskummer. 

Emily fasst den Entschluss: Sie will sich die ganzen Ferien 

in ihr Zimmer einschließen, so wie Anne Frank eingesperrt  

in einem Hinterhaus lebte. Während dieser Zeit beginnt sie sich mit Anne Frank auseinander zu setzen. Durch das auf der Bühne links

platzierte Mikrofon wurden Zitate aus Anne Franks Tagebuch gesprochen, durch das rechts platzierte Emilys Gedanken. Sie beginnt 

über ihr Leben  nachzudenken, was durch Unterhaltungen der drei Emilys dargestellt wurde. Passend zu Wut, Kummer, Angst und mehr

wurden die Sprechszenen durch mit Musik untermalte Szenen unterbrochen, in denen die drei Darstellerinnen die Gefühle Emilys durch

den Einsatz von Körpersprache, Gestik und Mimik darstellten.

In der Auseinandersetzung mit Anne Franks Tagebuch erkennt Emily schließlich, dass sie es viel besser hat und ihr Leben nicht so 

schlecht ist, wie sie dachte. Anne Frank hatte sich lange Zeit mir ihrer Familie auf engem Raum verstecken müssen, war schließlich in 

das Konzentrationslager nach Auschwitz gebracht worden und dort wie fast ihre ganze Familie umgekommen. Aufgrund dieser Erkenntnis

ist Emily wieder bereit, sich zu öffnen und sich nicht mehr vor ihrem Leben zu verstecken. Ihre inneren Differenzen hat sie gelöst,

symbolisch dafür stehen die drei Emily-Darstellerinnen zu Ende einander anlächelnd auf der Bühne. Das Stück "Anne Frank und ich" ist

eine Produktion der Projektgruppe "Theater" der Marienschule in Münster. Nach erfolgreichen Aufführungen in Münster wurde es mit dem

Jugendtheaterförderpreis 2008 der Sparkasse Münsterland Ost aufgezeichnet. Die Regie führten Christian Reick und Ruth Rutkowski.

Das Stück wurde an diesem Abend um 18 Uhr sowie um 20 Uhr aufgeführt.

Text: Julia Däumling, veröffentlicht IVZ 27.11.08

 

"Der Kater oder wie man das Spiel spielt"   23.08.08 20:00 Uhr Kreiskulturnacht

Der Kater oder wie man das Spiel spielt, ist der Titel den die "Montagsspieler" aus Osnabrück während der Kreiskulturnacht des Kreises

Steinfurt auf die Bühne des Kulturspeichers brachten. Witzig, turbulent und manchmal

ein bisschen chaotisch ging es in Tankred Dorsts Theaterstück „Der Kater oder wie man 

das Spiel spielt“ zu.

Das Grundmotiv des Märchens für Erwachsene kennt wohl jeder, denn es handelt sich

um die Geschichte des gestiefelten Katers. Und dieser Stoff war zu allen Zeiten gut

geeignet, einer Gesellschaft den Spiegel vorzuhalten. mehr >

 

 


 

 

 

 

 

Traumgeschichten auf meditativem Klangteppich   Kunstsommer vom 2. bis 10. 08 2008

Mit einem fliegenden Klangteppich verzauberten am Sonntagabend Karin Hopmann, Udo Bierwald und Rainer Galke ihre Zuhörer im

Kulturspeicher in Dörenthe. Eine Melange aus Worten, Tanzperformance, exotischen Klängen und Malerei entführte in fremde Welten,

weit weg oder ganz nah. Dichtung aus verschieden Epochen der Weltliteratur vermischte sich mit Poesie der Tuareg aus den Wüsten

Arabiens, erotischen Gedichten der Bissendorfer Schriftstellerin Sabina Philippa Ortland und indischen Geschichten aus den „Sieben 

Gärten der Lüste“. Zur Inszenierung passten die Gewänder der Akteure und die wie zufällig auf einem orientalischen Teppich arrangierten

Perkussionsinstrumente, Klangschalen, Glöckchen, Flöten, Gitarren oder eine brasilianische Berimbau, die im Verlauf des Abends die

vorgetragen Texte akzentuierten. Rainer Galke bemalte zu Beginn improvisierte Schrifttafeln mit fremdartigen Zeichen und Symbolen. 

Sie verdichteten die räumliche Atmosphäre und verlängerten

die Bühne in den Zuschauerraum hinein. Eine Textauswahl,

die die Phantasie beflügelte und Sinnlichkeit weckte,

verbunden durch viel Symbolik und eine eindringliche

Vortragsweise, zog sich durch den Abend. Es war nicht

ganz einfach, sich darauf einzulassen. Poetische Be-

schreibungen von Blumen als Begleiter des Menschen 

und von weiblichen Reizen, dazu ein Rezept für „Huhn

Valentino“ aus „Aphrodite – eine Feier der Sinne“ 

von Isabel Allende gingen eine lockere Verbindung ein. 

Die musikalische Begleitung war mal leise, mal furios 

und aus all den einzelnen Elementen entstand so etwas 

wie ein träumerisches Gesamtkunstwerk, in dem Leid und Lust der Liebe Raum gegeben wurde.

Foto und Text: Brigitte Striehn, veröffentlicht IVZ 5. August 2008

 

 

 

 

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