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Frische Kostproben aus der Literatur      7.12.2006

Druckfrisch im Kulturspeicher Dörenthe vorgestellt: neue Bücher

Neue Bücher zum Lesen oder Verschenken stellte Autor und Literaturkritiker Alfons Huckebrink am Donnerstagabend im Kulturspeicher

Dörenthe vor. Elf Titel umfasste seine persönliche Vorschlagsliste, querbeet bewegte sich der Bezirkssprecher des Verbandes deutscher

Schriftsteller dabei zwischen Erzählungen, Gedichtbänden und Krimis. Durchaus gemischt kamen auch verschiedene Kulturkreise zu 

Wort; Literatur aus Kuba, Autobiografisches aus der Schweiz, ein polnischer Autor, ein amerikanischer Schriftsteller und Eva Maaser als

Vertreterin Westfalens aus dem Münsterland. Zusätzlich hatte Buchhändler Peter Althaus zwei "Thomas Bitterschulte"-Romane von

Huckebrink mit auf dem Büchertisch. 

Die Reihe der "druckfrischen" neuen Bücher: Leonardo Padura (Adios Hemingway, Unionsverlag), Peter Stamm (An einem Tag wie

diesem, S. Fischer), Empar Moliner (Verführung mit Aspirin, Wagenbach), Erika Burkart (Die Vikarin, Ammann), Dieter Dath (Dirac,

Suhrkamp), Angela Krauß (Wie weiter, Suhrkamp), Eva Maaser (Der Clan der Giovese, Aufbau TB), Tadesz Rozewicz (In der schönsten

Stadt der Welt, Hanser), Peter Paul Althaus (Mystische Lyrik aus dem Mittelalter, Pendragon), Don Paterson (Weiß wie der Mond, 

Luchterhand) und Garx Disher (Schnappschuss, Unionsverlag). Insgesamt zwei Stunden Literatur-Kostproben boten viel Abwechslung,

forderten aber auch enorme Konzentration. Weniger wäre da vielleicht mehr gewesen.

Kurze Inhaltsangaben der vorgestellten Bücher, ein paar Zitate, manchmal eine zitierte Textpassage als Kostprobe machten neugierig,

davon hätte Huckebrink seinem Publikum ruhig in Einzelfällen etwas mehr gönnen können. Die anschließende eigene Bewertung der

Werke in Form einer Kurzrezension sollte jede Buchvorstellung abrunden, geriet jedoch manchmal etwas zu autoritär. Der direkte und

dadurch persönliche Kontakt zum Dörenther Publikum wurde durch diese Form von Subjektivität etwas beeinträchtigt.

Nichtsdestotrotz schaffte es Autor Huckebrink, Zuhörer in Dörenthe auch zum Bücherkauf zu bewegen, was für seine Auswahl aus der

Vielzahl der Neuerscheinungen spricht.

Text und Foto: Annette Kleinert, veröffentlicht IVZ 11.12.06

 

 

Wilsberg könnte auch in Dörenthe ermitteln     Lesung am 26.08.06

Jürgen Kehrer: Beste Unterhaltung

Nach einem Schusswechsel, einer Gefangennahme und zwei Leichen machte Jürgen Kehrer in 

Dörenthe erst mal Pause. Seine Lesung im Kulturspeicher am Donnerstagabend machte Lust auf 

mehr und führte zu einem recht guten Verkauf seines neuen Münsterland-Krimis durch den mitver-

anstaltenden Buchladen Frank. In der passenden Atmosphäre des alten Lagerhauses kann man 

sich wunderbar gruselig unterhalten lassen. Auch ein Wilsberg-Stoff mit Leichen am Kanal oder 

im alten Gemäuer ist hier durchaus vorstellbar...

"Wilsberg und die dritte Generation" führt von Münster im November 2005 ins Schneechaos des nördlichen Münsterlandes. Der münsteri-

sche Privatdetektiv ermittelt in seinem neuesten Fall im Umfeld der dritten Generation von RAF-Terroristen und gerät wie üblich zwischen

alle Stühle. Grummelnd und frotzelnd, mit starken Sprüchen und drolligen Vergleichen führt uns "Wilsberg" durch die Handlung.

Authentisch und lebendig erleben wir die Kultfigur, die Autor Jürgen Kehrer plastisch bis drastisch schildert. Überhaupt die Sprache: 

Kehrer beschreibt stellenweise minuziös Landschaften und Personen, führt uns detailgetreu vor Augen, was sein Protagonist sieht. Da-

rüber hinaus beschreibt er Geräusche, Gerüche und Gefühle und erreicht damit alle Sinne. Spannung wird mit dieser Sprache zur Hoch-

spannung gebracht, Leser und Zuhörer können mit Wilsberg mitfiebern und mitleiden und ihn auf seinem Weg zur Auflösung begleiten.

Dass dieser Weg für Münsterländer gut nachvollziehbar ist, macht sicher einen Teil des Erfolges aus, den Jürgen Kehrer mit seinen

Krimis hat. Allseits bekannte und vertraute Orte erscheinen in neuem Licht.

Die Personen der Handlungen agieren romanhaft zwischen Menschlichkeit und Unmenschlichkeit, so dass Leser oder Zuhörer immer 

wissen, auf wessen Seite sie sich zu befinden haben. Zweifel, Misstrauen und Spannung lassen sich in gemütlicher Atmosphäre wunder-

bar genießen und auflösen. Beste Unterhaltung für Freunde spannenden Lesestoffs also. 

Text: Annette Kleinert, veröffentlicht IVZ  28.10.06

 

 

"Phönix 5": Verblüffend und unwiederholbar    Kreiskulturnacht 2006

Kreis-Kulturnacht: Skulpturen, Literatur und Musik im Kulturspeicher

Nach der Präsentation des KaJa-Projekts sorgte das Ensemble "Phönix 5" für 

amüsante und intelligente Unterhaltung. Schauspieler Harald Redmer, Sängerin Nikola

Materne und Jazz-Pianist Peter Kräutig setzten sich in ihrem Programm "No Time 

Tolouse" mit dem Thema "Zeit" auseinander - mit irdischer, galaktischer, betrunkener 

und sonstiger Zeit - und sorgten für gedankliche Achterbahnfahrten mit allen Schikanen,

logisch und doch unlogisch, faszinierend, in ihrer Folge kauf wiederholbar und immer 

wieder verblüffend. Thematisch passend und sehr individuell bearbeitet, brachten sie

eigenwillige jazzige Lieder, eine Persiflage auf den italienischen Schlager und auf

"Raumschiff Enterprise" und auch eigene Versionen von Liedern der Rolling Stones 

("Time is on my side") oder aus der Rocky Horror Picture Show ("Time Warp" als Bossa

nova!). Je weiter der Abend fortschritt, desto besser wurde das Trio, dessen

Enthusiasmus und Energie vom Publikum mit viel Applaus belohnt wurde.

Text: Marianne Laun, veröffentlicht IVZ 29.08.06

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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