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Events 2007 >> Marimbatöne erwecken Geister und Feen zum Lachen am 17. Februar 2007 Werner Deflorian und Hermann Helming entreißen Märchenschätze dem Vergessen Märchen sind für Erwachsene ebenso
faszinierend wie für Kinder. Werner Deflorian versetzte am Samstagabend im Kulturspeicher in Dörenthe die Zuhörer mühelos in eine Welt der Feen, Geister und Gespenster und nahm sie mit auf eine Fantasiereise in ver- gangene Zeiten. Hermann Helming setzte dazu die hölzernen Klangstäbe seiner Marimba mit mehreren Schlägeln in Schwingung und schuf damit ganz eigene Beziehungen zwischen gesprochenem Wort und musikalischer Begleitung. Aus den Schlägeln, die mit unter- schiedlichen Materialien umwickelt sind, kann der Musiker die- jenigen auswählen, die genau die Klangfarbe erzeugen, die zum
Ausdruck des Märchens meditativ, mal wild und mitreißend wie bei der "Meditation for Tibet". Mit Solostücken wie "Hobre d`Aout" von Eric Sammut führte der Musiker virtuos sein Instrument vor. Er komponiert auch selbst und ist an der Universität Osnabrück als Dozent für die Fächer Schlagzeug und Marimba tätig. Werner Deflorian ist ein talentierter Erzähler, dem die Bewahrung der alten Schätze aus aller Welt am Herzen liegt. Als Mitglied der europäischen Märchengesellschaft und künstlerischer Leiter der Osnabrücker Märchentage möchte er sie behüten wie ein Schäfer seine Herde. So zieht er mit ihnen durch die Lande, um sie dem Vergessen zu entreißen und sie an viele Menschen weiterzugeben. In Dörenthe entführte er die Gäste in die Welt der keltischen Märchen, die ganz verschiedene Temperamente haben können, heiter oder melancholisch und düster wie die Wälder, in denen die mystischen Gestalten hausen. In der Story von Janet und Tam Lin wird eine Liebes- geschichte aus Schottland erzählt, die aber auch in vielen anderen Sagenkreisen vorkommt.
kann nur durch die aufopferungsvolle Liebe eines jungen Mädchens von dem Zauber erlöst werden. Die Marimba versetzte dabei die Zuhörer in ein grünes verzaubertes Land und unterstrich die Stimme des Sprechers, die das unheimliche Rauschen des Windes im Wald von Carterhaugh und das Trampeln der Hufe in den nüchternen Raum des Kulturspeichers zauberte. Wenn die Feenkönigin mit ihrem Gefolge vorbeiritt, machten rasche Tonfolgen das Vorbei- huschen der Geister erlebbar. Unheilvoll und drohend klang das Instrument,wenn die Elfenkönigin versuchte, Janet ihren Liebsten zu entreißen. Mit all ihrer Zauberkraft konnte sie nichts ausrichten, sie musste ihren schönsten Ritter zurücklassen im Reich der Sterblichen. Nur schade, das die Heizung im Raum die gebannte Stille oder die leiseren Klänge durch lautes Rauschen und Knacken störte. Im asiatischen Raum sind die Mythen und magischen Ereignisse, die vielfach noch im Alltag gegenwärtig sind. Das japanische Märchen vom Baumgeist wie auch "Der Tiger in der Grube" aus Tibet und "Die Schachspieler" aus Vietnam vermittelten tiefere Weis- heiten, die anrührten und nachdenklich machten. Zum Schluss bezogen die Akteure auf der Bühne das nicht sehr zahlreiche Publikum in ihre Geschichte um die Gespenster im Bergtempel mit ein, als Echo und mit rasselndem und klirrendem Lärmen. Die letzte Geschichte vom neuen Anzug mochte nicht so recht in das anspruchsvolle Gesamtprogramm passen, aber der Abend hatte allen viel Vergnügen bereitet. Foto und Text: Brigitte Striehn
Die Marimba Der "große Bruder des Xylophons" wie Hermann Helming es selbst nannte, stammt wohl ursprünglich aus Afrika und kam mit den schwarzen Sklaven über Mittelamerika in die USA. Asiatische Völker benutzten das Marimbaphon, wie es auch genannt wird, bei rituellen Tänzen, auch in Südamerika wird es gespielt. Angang des 20. Jahrhunderts entwickelte sich aus dem ursprünglichen Volks- instrument die moderne Orchestermarimba. Heute gibt es zahlreiche Kompositionen für die Marimba als Soloinstrument oder mit Orchester und Chor. Im Gegensatz zu den Metallklangstäben von Xylophon und Vibraphon bestehen die Klangstäbe der Marimba aus Holz. Diese sind wie bei einer Klaviatur in zwei Reihen angeordnet. Die über Resonanzröhren liegenden Holzplatten werden mit zwei bis sechs Schlägeln angeschlagen, deren Köpfe mit unterschiedlichen Garnen umwickelt sind und dadurch variierende Klangfarben erzeugen. Da die Holz- platten dünner und weicher sind, klingt die Marimba dunkler und voller als ein Xylophon. (Quelle: www.helming-marimba.de )
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