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Events 2005 >> Ungewöhnliche Gebilde ziehen Blicke an European Experiments II / Zeichen am Kanal / Kulturspeicher Dörenthe Merk(!)würdige
Dinge tun sich zurzeit am Kulturspeicher in Dörenthe. Passiert man den alten Getreidespeicher auf dem Wasser, lenken ungewöhnliche Gebilde aus diversen Materialien die Blicke auf sich. Nähert man sich dem Gebäude auf dem Landweg, lockt ein Tor in unüblicher Aufmachung den Besucher stehen zu bleiben, zu schauen und vielleicht hindurchzugehen. Hier haben junge Aus- tauschstudenten der Kunst und Architektur ihre Sicht auf die Region in Bildern festgehalten, die so montiert sind, dass sie ein Tor ergeben. In Zukunft sollen weitere Bilder mit dem Blickwinkel hiesiger Schüler (Klasse 10 des Kepler-Gymnasiums) hinzu- kommen und so nach und nach das Tor, das "picture gate", baulich und künstlerisch vervollständigen. Was sich da am Kanal selbst- bewusst zur Schau stellt, sind die bisher realisierten Vorschläge von Ideen junger Künstler und Architekten zur Gestaltung des Kultur- speichers und seiner Umgebung. Die Studenten befinden sich aufgrund eines Kooperationsprojekts des Förderverein Kulturspeicher Dörenthe e.V. und des KAJA West e.V. Rheine (wir berichteten) in Ibbenbüren. Im Rahmen der internationalen Jugendbegegnung "European Experiments" haben junge Leute aus Litauen, Polen, Weißrussland, Rumänien, den Niederlanden und Deutschland in den vergangenen zwei Wochen diverse Modelle erstellt. Am Samstag wurden die bisherigen Ergebnisse der Öffentlichkeit präsentiert, wobei auch deutlich wurde, wie viele Sponsoren aus Ibben- büren und Umgebung die Begegnung mit finanzieller, ideeller und praktischer Hilfe unterstützen. Ihnen allen dankte der Vorsitzende des Kulturvereins Dörenthe, Dr. Gerd Overmeyer, ausdrücklich, als er bei der Präsentation die Arbeit an den Projekten und ihre Verwirklichung erläuterte. Wie berechnet man beispielsweise die Menge Beton, die für eine Skulptur benötigt wird? Und wie erhält man dann aus dem
benötigte man fachkundige und tatkräftige Hilfe von Fachleuten, die reichlich gewährt wurde. Im Rahmen der Präsentation wurden einige Studenten für ihre Arbeiten ausgezeichnet. Die Jury (W. Linke, Vorsitzender der Regionale 2004, B. Ahlers, Vorsitzender der KAJA West und Dr. Overmeyer) vergab zwei erste Preise, von denen einer an Andrea Christina Tojoc aus Rumänien ging. Ihre Arbeit, das "Dekonstruktivistische Dreieck". zeigt, wie sich verschiedene Kräfte auf einer Ebene treffen und gebündelt werden, um dann wieder auseinander zu streben. Dargestellt wird das Ganze mittels langer Hölzer, die in verschiedene Richtungen weisend eine rote
andere erste Preis ging an Ewa Maria Skadubowicz, Magdalene Pesyk und Marcin Wawiernia aus Polen für ihre Arbeit "Pilonen" - säulenähnliche Gebilde, die oben stets neue Informationen tragen und transportieren. Der dritte Preis ging an Dovile Martinaityte aus Litauen für ihre Skulptur "funny red line", einer - demnächst roten Betonskulptur direkt am Kanal, die Vorbeikommende zum Sitzen, Liegen, Spielen animieren soll. Bürgermeister Ibbenbürens, Heinz Steingröver, trug am Samstag höchstpersönlich die erste rote Farbe auf. Dieses rote Band soll sich mal überirdisch wie in Dörenthe, mal unterirdisch nach Norden in Richtung Mettingen schlängeln. Bevor es dort am Kulturspeicher/Schultenhof endgültig an die Oberfläche tritt, soll es auch bei der alten Honigfabrik "aus der Erde schauen". Damit werde die (Kultur-) Achse zwischen Mettingen über Ibbenbüren nach Dörenthe markiert, so Overmeyer. Einen Anerkennungspreis erhielt der Litauer Saulis Paliukas für sein Modell "Regional Cuts (Slices)", eine Arbeit, die dem Betrachter einen neuen Blick auf die Region beschert. Text: Marianne Laun, veröffentlicht IVZ 30.05.05
Rotes "Betonband" am Kanal soll Spaß machen Zweite Auflage der "European Experiments" Seit gut einer Woche schon sind 15 Kunst- und Architekturstudenten im Kulturspeicher Dörenthe zu Gast. Im Rahmen einer internatio- nalen Jugendbegegnung mit Teilnehmern aus Litauen, Polen, Rumänien, den Niederlanden, Weißrussland und Deutschland arbeiten sie mit regionalen Partnern an künstlerischen Projekten zur Gestaltung des Kulturspeichers und seines Umfeldes. Träger dieser Begegnung sind der Verein KAJA (Kinder-Architektur + Jugend-Architektur) West und die deutsche Abteilung der belorussisch-deutschen Partner- organisation von KAJA. Das Projekt im Kulturspeicher steht im Zusammenhang mit der Regionale 2004 - rechts und links der Ems. Das erläutert Bernhard Ahlers von KAJA West. Die Studenten sollen sich von den Regionale-2004-Projekten "Kanalband" und "Botschafts- gärten" künstlerisch inspirieren lassen. Erst Ideen wurden dazu bei der ersten Jugendbegegnung (European Experiments I) im Frühling 2004 entwickelt. In Zusammenarbeit mit dem Förderverein Kulturspeicher Dörenthe wurden aus diesen Vorschlägen einige Objekte aus- gewählt, die 1:1 realisiert werden sollen. Zum einen hatten die jungen Gäste aus dem osteuropäischen Ausland Gelegenheit, ihre Ein- drücke von den mehr als 30 Regionale-Projekte in einem skulpturalen Zeichen ("Zeichen am Kanal") darzustellen. Bereits im Vorfeld der Begegnung hatten sich die Teilnehmer in einem Wettbewerb mit der Aufgabenstellung vertraut gemacht. Am vergangenen Samstag wurden Entwürfe und Modelle von einer Jury begutachtet. In dieser zweiten Begegnungswoche geht es nun darum, dass ausgewählte Projekt als zeitlich befristete Skulptur gemeinsam zu errichten. Im Mittelpunkt der Begegnung "European Experiments II" steht die Umsetzung des Vorschlags der litauischen Architektin Dovile Martinaitye. Sie hatte sich im Frühling 2004 von dem Regionale-Konzept "Kanalband" an- regen lassen und vorgeschlagen, das Kanalufer entlang des Kulturspeichers mit einem roten Betonband ("red funny line") zu markieren. Einerseits eine autonome, abstrakte Skulptur, andererseits aber auch Haltesignal und Raststätte, die Radtouristen und Kinder zum Drauf- liegen und -sitzen, zum Drunter- und Drüberklettern einlädt. Dieses Projekt wird während des zweiwöchigen Aufenthaltes der Studenten in Dörenthe nun 1:1 umgesetzt. Die Realisierung wurde von der Fachhochschule Münster / Fachbereiche Baukonstruktion (Prof. Jürges) und Baumanagement (Prof. Weischer) als Bauseminar-Projekt von 15 Studenten vorbereitet. Das dritte Projekt, um das es bei "Euro- pean Experiments II" geht, heißt "Bilderbögen" (picture gate). die polnische Architektin Xenia Starzynska nimmt die Idee der "Botschafts- gärten" aus dem Regionale-2004-Konzept auf. Zwei rechtwinklige Holzkonstruktionen (5 x 5 Meter) sollen aufgestellt werden und als "Rahmenwerk" für die weitere Ausgestaltung fungieren. Letzteres liegt in Händen der lokalen Jugend. Zur Zeit sind Schülerinnen der 10. Klasse des Johannes-Kepler-Gymnasiums und ihr Kunstlehrer Max Hohenhaus damit beschäftigt, 70 x 70 Zentimeter große Platten mit Ibbenbürener Themen aus der Jugendszene zu bemalen. Bis zu den Sommerferien werden die Platten denn Zug um Zug auf die vertikalen Stützen und horizontalen Verbinder aufgeschraubt. Sind Motive in Zukunft verbraucht, nicht mehr aktuell oder durch Wind und Wetter zer- stört, werden die Platten nicht abmontiert, sondern mit frischen, aktualisierten Motivplatten überlagert. Auf diese Weise wachsen die Portalbögen und setzten "Jahresringe" an. Und nur auf den Kanten finden sich Einträge zum Entstehungstag, Namen und Signatur des "Mitkünstlers". Abhängig von den Projektfortschritten des Hauptprojektes "red funny line" käme bei Zeitmangel erst eine provisorische, temporäre 1:1-Installation in Frage, die im Zuge einer Folgebegegnung 2006 an einem endgültigen Standort, möglicherweise in Ibbenbüren, realisiert wird. Finanziell und idell unterstützt werde das Kooperationsprojekt des Fördervereins Kulturspeicher Dörenthe e.V. und des KAJA West e.V. Rheine durch die Europäische Kommission (Programm "Jugend"), Kreis Steinfurt, Stadt Ibbenbüren, Regionale 2004 links und rechts der Ems, Fachhochschule Münster und Kreissparkasse Steinfurt, so Bernhard Ahlers. Text: Cornelia Ruholl, veröffentlicht IVZ 24.05.05
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