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Ausstellungen 2007 >> 

Josefh Delleg - Speicherkultur

Ausstellung von Samstag, 9. Juni bis Sonntag, 1. Juli 2007

Die Installationen des Kasseler Künstlers Josefh Delleg haben im Wortsinn raumfüllende Dimensionen. So ist der Kulturspeicher in

Dörenthe die passende Kulisse für diese Ausstellung. Den Kunstliebhaber erwarten drei Installationen, die unterschiedlicher nicht sein

könnten.

                                                                                                                     Durch einen Raum ziehen sich roh zusammengezimmerte Holzregal, darauf

       Totenschädel aus Wachs, akkurat in Reihen und dennoch mit dem Ein- 

       druck, dass sie ihren endgültigen "Speicherplatz" noch nicht gefunden 

       haben. Dazwischen baumeln Glühbirnen in billigen Fassungen an ver- 

       meintlich achtlos verlegten Stromkabeln. Wären die Schädel nicht aus 

       Wachs, könnte man an eine makabre Inszenierung im Keller eines 

       anatomischen Institutes denken. Aber es sind nur Attrappen, sorgfältig 

       gelagert und damit im Kulturspeicher gut aufgehoben. "Souvenir! Souvenir!" 

       hat Delleg das Kunstwerk genannt.

An die Außenwand des Speichers hat Delleg 31 knallgelbe Fernsehantennen geschraubt,

die für ihn auch etwas mit Speichern, Bewahren zu tun haben. Die Installation erscheint 

als in Form gebrachte Energie, die aus dem Gebäude austritt.

 

                                                                                                                                                                            

 

 

 

 

 

          

 

         

 

 

Speziell für den Speicher entstanden die "Tausend Blätter". Ganz akkurat hängt hier die Bibel in 920 Einzelseiten auf Wäscheleinen mit

Wäscheklammern befestigt im Raum; die Länge des Textes wird hier erfahrbar, das Wort steht im wahrsten Sinne zwischen den

Menschen (unten) und Gott (oben).  

 

          

 

Interview mit Joseph Delleg

 

Die Installationen des Künstlers Josefh Delleg haben im Wortsinn raumfüllende Dimensionen. So ist der Kulturspeicher in Dörenthe die

passende Kulisse für eine Ausstellung, die heute um 17 Uhr mit der Vernissage eröffnet wird. Den Kunstliebhaber erwarten drei

Installationen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Dennoch fallen Gemeinsamkeiten auf: die Wiederholung einzelner Elemente oder

das Vorläufige, scheinbar zufällig Arrangierte. Durch einen Raum ziehen sich roh zusammengezimmerte Holzregale, darauf Totenschädel

aus Wachs, akkurat in Reihen und dennoch mit dem Eindruck, dass sie ihren endgültigen "Speicherplatz" noch nicht gefunden haben.

Dazwischen baumeln Glühbirnen in billigen Fassungen an vermeintlich achtlos verlegten Stromkabeln. Wären die Schädel nicht aus

Wachs, könnte man an eine makabre Inszenierung im Keller eines anatomischen Institutes denken. Aber es sind nur Attrappen, sorgfältig

gelagert und damit im Kulturspeicher gut aufgehoben. "Souvenir! Souvenir!" hat Delleg das Kunstwerk genannt. 

Die Elemente der beiden anderen Ausstellungsstücke bestehen aus Metall und Papier. An die Außenwand des Speichers hat Delleg

knallgelbe Fernsehantennen geschraubt, die für ihn auch etwas mit Speichern, Bewahren zu tun haben. Und im zweiten Raum in der

oberen Etage hängen 920 Seiten aus der Bibel an Wäscheleinen, das komplette Alte und Neue Testament. 

Im Interview mit unserer Redaktion gab der Künstler Auskunft über seine künstlerischen Ideen. 

 

   Spielt für Sie der umgebende Raum bei der Auswahl der Ausstellungsorte eine Rolle?       

 

Delleg: Das ist gewiss der Fall. Die Installation "Souvenir! Souvenir!" funktioniert nur in ganz bestimmten Räumen. Der Kulturspeicher hier in

Dörenthe ist eine ganz wunderbare Umgebung und ich freue mich, dass der Förderverein mir die Möglichkeit gibt, hier auszustellen. 

 

Wenn Sie eine Ausstellung aufbauen, empfinden Sie noch eine Spannung, deren Funke auf den späteren Betrachter überspringen könnte? 

Delleg: Es ist für mich immer wieder aufregend und ich hoffe auf positive Kritik von den Besuchern der Ausstellung. Nur zu sagen "Das gefällt

 mir nicht" genügt da allerdings nicht, die Meinung müsste schon begründet werden. 

Ist der Kunstbetrieb heute wirklich so hektisch geworden, dass er Künstler zu "Marionetten am Markt" 

deklassiert? 

Delleg: Das ist sicher zu beobachten, zum Beispiel in der "Leipziger Szene". Aber das muss man 

nicht mitmachen. Für mich ist das nicht sonderlich wichtig, da meine Arbeiten nicht so stark kommerziell

sind.                     

 

Woher kommen Ihre Themen, woraus schöpfen Sie Ihre Ideen? 

Delleg: Ich bin von einem sehr religiösen Umfeld geprägt und habe als Kind sicher mehr Kathedralen

gesehen als meine Altersgenossen.

Seitdem fasziniert mich die Architekt. Räumliche Wirkungen spielen bei meinen Installationen und

Skulpturen eine große Rolle. 

 

   Das Interview führte Brigitte Striehn, veröffentlicht in der IVZ 09.06.07

 

                                                                                                                

 

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