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Events 2010>>
"Immer diese überfüllten Stadien - das ist auch nichts" am 3.12.2010 Tommy-Schneller-Band erfreut in Dörenthe ein überschaubares Publikum Mal eben so eine neue Band zusammenstellen - kein Problem für einen Musiker, der schon so lange im Geschäft ist wie Tommy Schneller. Am Freitagabend begeisterten sich etwa 30 Zuhörer an der Spielfreude von "Piano-Man" Christian Rannenberg, Drummer Mickey Neher, Gitarrist Michael van Merwyk und Oliver Geselbracht ("Olli Gee") am Bass. Das Konzert in der trendigen Jazzkeller- Atmosphäre des Kulturspeichers Dörenthe war ein Hörgenuss für alle Freunde gepflegter Blues- und Soulklänge, die sich nicht unbedingt am Mainstream orientierten. "Sometimes things go wrong" war einer der Titel des Konzertes. Obwohl die Band in neuer Besetzung auf der Bühne stand und ohne vorherige Probe spielte, lief jedoch nichts schief. "All about my girl" von Albert Collins bildete den Auftakt, witzige Ansagen trugen zur Unterhaltung der überschaubaren Zuschauermenge bei, die mit Beifall und anerkennenden Pfiffen dennoch nicht geizte. "Immer diese überfüllten Stadien, das ist auch nichts", scherzte Schneller. Nachvollziehbar, denn die Musik der Band passte wunderbar in das ungezwungene Milieu des Speichers. Da wurden nicht einfach Klassiker des Genres nachgespielt, alles wirkte authentisch und verbreitete gute Laune. Handgemachte Musik von Musikern, die Fachleute zu den besten Bluesinterpreten Deutschlands zählen. Christian Rannenberg war der routinierte und einfühlsame Begleiter am Piano, der nicht nur bei seinen Soli ausgelassen in die Tasten haute. Saxofon und Gesang des Frontmans Schneller waren immer präsent. Gelegentlich nahm er sich zurück, um seinen Bandmitgliedern Freiraum zur Entfaltung zu geben. Er wolle sich nicht in Schubladen stecken lassen, sagt der Songwriter, der mit seiner Mischung aus Blues, Funk und Soul immer wieder das Publikum zum Swingen brachte. Mitsingen war auch erlaubt, daran wagten sich jedoch nur einige der Anwesenden. Dafür freuten sich alle über einen gelungenen Konzertabend, den der Fachdienst Kultur der Stadt gemeinsam mit dem Kulturspeicher Dörenthe organisiert hatte. Mit ihrer ersten Zugabe, "You can stay but that noise got to go" von Johnny "Guitar" Watson, forderte die Band das Publikum zum Bleiben auf - das ließen sich die gut gelaunten Besucher nicht zweimal sagen. Schließlich klopfte wegen des "Lärms" auch keiner an die Tür. Text und Foto: Brigitte Striehn, veröffentlicht IVZ
8.12.2010
Der Herbst bringt kleine Kunstwerke am 7.11.2010 Novemberleuchten im Kulturspeicher Dörenthe Klaus-Dieter Schütze aus Lengerich war am Sonntag schon zum sechsten Mal nach Dörenthe gekommen. Die Veranstaltung "Novemberleuchten" des Fördervereins
Kulturspeicher hat es ihm angetan. Von Beginn an stellt der Hobbydrechsler dort seine kleinen Kunstwerke aus Holz aus und hofft auf Käufer, die sich daran erfreuen. Insgesamt 17 Anbieter waren in diesem Jahr vertreten, erzählte Monika Balter vom Förderverein. Sie hat das Konzept erstellt und die Auswahl getroffen. Viele verschiedene Waren lockten an den Ständen zum Kauf und das herannahende Weihnachtsfest war fast überall spürbar. Schöne Gestecke mit Zweigen und Blumen, Sterne in Rot oder Gold, beleuchtete Holzfiguren mit winterlichen Motiven, edler Schmuck, Seidenschals, handgemalte Glückwunschkarten, ein ausgefallenes Würfelspiel aus Holz oder wärmende Schals ließen keine Wünsche offen. Der Förderverein und die Aussteller hatten außerdem ein leckeres Kuchen- buffet aufgebaut. An einigen Ständen führten die Künstler oder Hobbyhandwerker vor, wie ihre kleinen Schätze entstehen. Das Drechseln von Tannenbäumen zeigte Klaus-Dieter Schütze, während Anne Hermann Remmé Muranoglas mit einer Wickeltechnik in bunte Perlen
Verschneiden von Bonsai-Bäumen, die Dietmar Popp aus Lengerich auf artifiziellen Steinschalen in naturalistischer Gestaltung, ohne die strengen japanischen Regeln, züchtet. Da die üblichen Steinschalen fehlen, sähen seine Bonsais aus wie Bäume in einer natürlichen Landschaft, erklärte Popp seine Arbeit mit den grünen Miniaturen. Bis in die erste Etage des Kulturspeichers zogen sich die Verkaufsstände, mit geschmackvoller Keramik oder selbst gemachten Konfitüren und Likören. Ingrid Edelkötter aus Greven ließ die Besucher bei der Entstehung eines Bildes in Encaustic-Technik zuschauen. Auf ein spezielles hitze- beständiges Papier werden mit einem Bügeleisen Wachsfarben aufgetragen, die sich miteinander vermischen und Landschaften oder mystische Bilderwelten entstehen lassen. Gleich nebenan versuchten sich Silas (5) und Nele (7) in der Kinder-Malecke an eigenen Kunstwerken. Für einen guten Zweck verkauften Mitglieder des Kinderhilfswerkes Unicef schöne Grußkarten. Eine regionale Gruppe "Rentner für Rentner "macht sich vor allem für ehemalige Mitarbeiter der Ledder Werkstätten stark. Diese bekommen im Alter nur wenig Geld, deshalb wird ihnen von den fünf Frauen der Initiative Unterstützung zur Verbesserung ihrer Lebensqualität zuteil. Auch die Frauen des Lepra-Bastelkreises der Gemeinde St. Modestus Dörenthe verfolgten karitative Ziele. Text und Fotos: Brigitte Striehn, veröffentlicht IVZ
vom 9. November 2010
Tour-Start des Graffiti-Mobils in Dörenthe am 22.10.2010 Die kühlen Außentemperaturen ließen am Freitagabend in Dörenthe viele erwartungsvolle Kunstfreunde ungerührt. Sie wollten auf keinen Fall den Auftakt der Tour des "Graffiti-Mobils" im Kreis Steinfurt verpassen. Die klammen Finger wärmten sie sich an den Feuerstellen, die der Förderverein Kulturspeicher Dörenthe im Blick auf eine einmalige künstlerische Vorstellung der Künstlerin Nikola Dicke vorsorglich angezündet hatte. Dr. Gerd Overmeyer, der Vorsitzende des Fördervereins, begrüßte die Gäste. Er freute sich besonders über die Zu- sammenarbeit mit dem DA-Kunsthaus Kloster Gravenhorst. Dessen Leiterin und Kuratorin, Gerd Andersen, stellte die Stipediatin Nikola Dicke vor. "Wir hatten sehr viele Bewerbungen für das "Projektstudium KunstKommunikation 2010" und haben uns für die Osnabrückerin entschieden, weil sie eine gute Künstlerin ist", so Andersen. Dafür spreche auch, dass eine der wichtigsten deutschsprachigen Kunst- zeitschriften, "Art - das Kunstmagazin", in seiner aktuellen Online-Ausgabe das Projekt "Graffiti-Mobil" als einen der fünf "Kunst-Höhe- punkte der Woche" vorstellt
(www.art-magazin.de). Die außergewöhnliche Idee sieht vor, dass kleine Zeichnungen auf geschwärztes Glas geritzt werden und dann über Projektoren auf Hauswände übertragen werden. Dabei hat die Künstlerin zunächst nur vage eine Vorstellung von dem überdimensionalen Lichtbild, das dabei entstehen soll. Das endgültige Kunstwerk entsteht erst direkt vor Ort, in dem fahren- den "Graffiti-Mobil", wie Nikola Dicke ihren roten VW-Bulli getauft hat. Nicht nur die architektonischen Gegebenheiten spielen eine Rolle, auch das Umfeld und das Wetter. Experimentelle Kunst kann auch bedeuten, dass nicht jede Einzelheit vorhersehbar ist. Kurz vor der Ankunft am Kulturspeicher in Dörenthe, der ersten Station der Tour durch den Kreis Steinfurt, versagte der im Auto eingebaute Generator den Dienst. Nachdem Strom aus dem Speicher das fahrende Atelier erhellte, konnte es losgehen. Konzentriert zeichnete die Künstlerin ihre Miniaturen auf die zuvor mit einer Kerze geschwärzte Glasscheibe. Dabei schauten ihr mit der Filmkamera einige Studenten der Fachhochschule Osnabrück unter der Leitung von Professorin Michaela Ramm, M.A. über die Schulter. Im Wahlkurs "Grundlagen filmischer Gestaltung" des Studienganges Medieninformatik entsteht eine Hausarbeit, die der Künstlerin zur Verfügung gestellt wird. Julia Dell freute sich über die Möglichkeit, mit Licht bei Nacht zu arbeiten und etwas zu schaffen, das nicht im Papierkorb landet. "Es ist eine spannende Aufgabe, die Künstlerin auf den einzelnen Stationen zu begleiten", stellte sie fest. Neugierig blickten die etwa 30 Zuschauer
später streckte ein Mensch die Arme zum Himmel. Am Schluss wurde die Idee deut- lich, denn ein Stern erschien, der dem Mann in die Hände zu fallen schien. Mit zwei weiteren Projektoren entstand neben dem Gebäude ein Haufen von Sternen, die der Mann gewissermaßen vom Himmel geholt hatte. Der Zufall habe sie auf die Verbin- dung zwischen Zeichnen und Technik gebracht, erzählte die Stipendiatin, die an der Kunstakademie Münster studiert hat. Nach Beendigung der "Graffiti-Mobil-Tour" werden die Dias und andere Materialien bis zum 30. Januar 2011 im DA-Kunsthaus Kloster Gravenhorst zur Betrachtung einladen. Nikola Dicke beteiligt sich außerdem mit einem aus Licht gewebten Teppich an dem Projekt "Winterlicht", das am 12. Dezember beginnt. Die einzelnen Stationen der Tour können im Netz unter www.da-kunsthaus.de/nikoladicke.html eingesehen werden. Text und Bilder von Brigite Striehn veröffentlicht IVZ 26.10.2010
Trio reißt sein Publikum mit am 8.10.2010 Daniel Paterok, Udo Schräder und Frank Konrad spielen Boogie und Jazz vom Feinsten Eigentlich wäre alles perfekt gewesen: Ein stimmungsvolles Ambiente, drei hervorragende Musiker und ein faszinierendes Programm - wäre da nicht das Fussball-Länderspiel gewesen, das vermutlich viele davon abgehalten hatte, sich am Freitagabend im alten Kultur- speicher am Dörenther Hafen einzufinden. Dort gastierte auf Einladung des Ibbenbürener Fachdienstes Kultur in Zusammenarbeit mit dem Förderverein Kulturspeicher Dörenthe das Daniel-Paterok-Trio aus Münster. Trotz allem ließen es sich die Drei nicht nehmen, ihrem kleiner als erwarteten Publikum etwa zwei Stunden Boogie und Jazz vom Feinsten zu bieten. Auch das zeichnete das Trio aus. Daniel Paterok (Piano), Udo Schräder (Schlagzeug) und Frank Konrad (Kontrabass) beherrschen nicht nur als Solisten ihre Instrumente perfekt, sondern
sind gut aufeinander eingestimmt. Ihre Musik hat das gewisse Etwas, voller Leben, mitreißend. Mit ihren Interpretationen, in denen so viel Emotion und so viel Kraft liegen, nahmen sie ihre Zuhörer vom ersten Augenblick an gefangen. Pateroks Finger gleiten, tanzen, flanieren über die Tasten oder traktieren sie mit ungeahnter Heftigkeit und erzeugen so Klangvarianten von selten gehörter Inten- sität, Schräder liefert umwerfende Trommelwirbel oder zarteste Begleitung für Pate- rok und Konrad, sorgt mit seinem sehr einfühlsam, aber auch temperamentvoll gespielten Bass für Wärme und Atmosphäre. Bekannte Jazz-Standards von Duke Ellington ("Take the A Train") oder Gene Harris ("A Little Blues There") mit nur leichtem Boogie-Touch folgte zu Anfang ein furioser Boogie-Woogie ("Roll èm Pete") des berühmten amerikanischen Boogie-Woogie-Pianisten Peter "Pete" Johnson, bei dem Paterok mit den Füßen den Beat auf die Bühnenbretter stampfte und gleichzeitig quasi mit dem ganzen Körper spielte. Manchmal schien er fast vom Hocker zu hüpfen. Die Soli von Schräder und Konrad faszinierten gleichermaßen. Wer konnte da schon noch ruhig zuhören? Füße begannen zu wippen und das Pub- likum konnte nicht anders als "mitzuswingen". Und das blieb den ganzen Abend so. Das Trio präsentierte in musikalischer Perfektion eine breite Palette aus Jazz, Blues und Boogie: faszinierende Rumba-Rhythmen von Axel Zwingenberger, Melodien von Oscar Peterson (unter anderem "The Girl from Ipanema") in absolut mitreißender Interpretation, tem- peramentvolle Eigenkompositionen ("Africon Stomp"), alte Traditionals ("Willow Weep for Me") und Improvisationen, bei denen die Bühne bebte und das Publikum vor Begeisterung klatsche und pfiff. Klar, dass Paterok, Schräder und Konrad, die auch mit Humor und der einen oder anderen neckischen Einlage punkteten, nicht ohne Zugabe gehen durften. Dafür sorgte das Publikum mit seinem Applaus. Und so setzten sie als Trio mit einer frappierenden Jazz-Interpretation des Gute-Nach-Liedes "Guten Abend, gute Nacht" einem wunderbaren Konzert - nicht nur für Boogie-Woogie-Fans - einen letzten Schlusspunkt, den Paterok dann selbst mit einem Medley der gespielten Melodien des Abends ergänzen musste - das allerdings allein. Text: Marianne Laun, veröffentlicht IVZ 12.10.2010
Ohne Angst vor großen Namen am 1.10.2010 Nachwuchsmusiker geben Inhousekonzert / Rocken und swingen im Kulturspeicher Dörenthe Zum
vierten Mal hieß es im Kulturspeicher Dörenthe: "Rock- und Popmusik in concert". Die Musikschule Ibbenbüren präsentierte junge Nachwuchsbands im Rahmen der Konzertreihe "Bands on Stage". Fünf Bands sowie erstmalig auch eine Bigband, gaben vor etwa 100 begeisterten Eltern, Freunden und Bekannten ein rund dreistündiges Livekonzert. Die jungen Musiker mit Band- namen wie "Applejuice", "NicNacs" oder "Run off the Mil" heizten den Zu- schauern mit Rock, Pop und in den Umbaupausen mit Jazz und Swing kräftig ein. Eröffnet wurde das Housekonzert durch die Band "Run off the Mil", die lautstark und rockig Coverversionen aktueller Songs darbot. Sie zeigte sich jedoch auch mit leisen Klängen wie Pink Floyds "Wish you where here" vertraut. Obendrein präsentierten sich die jungen Musiker auch schon als echte Komponisten und Songwriter und offerierten mit "Save you" einen eigenen Song.
Mitorganisator Stefan Schomaker spielte die Bigband der Musikschule das Publikum unter anderem Klänge von Glenn Miller und Mike Lewis. So kamen auch die nicht so "Rock- musik"- Begeisterten auf ihre Kosten. Hintergrund der Konzertreihe sei, erklärten Stefan Schomaker und Ulrich Wagner, eine genreübergreifende Mischung und Darbietung der Musikleidenschaften junger Nachwuchsmusiker in einem Konzert. Gleichzeitig erhielten die Bands damit die Möglichkeit, einmal "live on stage" aufzutreten und sich zu präsentieren. Diese Leidenschaft zeigten sich bei allen Bands gleichermaßen. So zeigten sich die Schüler text- und instrumentensicher und hatten auch bei der Auswahl des Musikrepertoires keine Angst vor großen Interpreten und Titeln. Mit aktuellen Hits und Oldies von CCR bis Nirvana boten sie den Konzertbesuchern eine breite Palette ihres Könnens und wurden mit kräftigen Applaussalven belohnt. Zu guter Letzt zogen "Olga Serganow & Teacher Band" mit einem kräftigen Mix aus Swing, Jazz und Pop die Besucher noch einmal ganz in ihren Bann, bevor es still wurde im Kulturspeicher. Text und Bilder: Daniel Döhring, veröffentlicht IVZ 5. Oktober 2010
Schiffe, Skulpturen und ganz viel Musik am 15.8.2010 Hafenfest rund um den Kulturspeicher ist ein Besuchermagnet Bedeckt zeigte sich der Himmel über Dörenthe, dennoch waren die Organisatoren rund um Dr. Gerhard Overmeyer mit dem Verlauf des Hafenfestes zufrieden. Bereits die Kulturnacht am Samstagabend war sehr gut besucht. Und auch am Sonntagnachmittag hatten viele Ausflügler einen Abstecher zum Hafengelände im Programm. Dafür hatten sich die Organisatoren am Kulturspeicher einiges einfallen lassen. Bereits morgens begannen unter
fachmännischer Anleitung von Friedhelm mann, zehn Nachwuchssteinmetze ihr Sandsteinseminar. Während des Seminars meißelten sie aus unförmigen Steinrohlingen Skulpturen und kleine Brunnen. "Das war das letzte von sieben Seminaren in diesem Jahr", erklärte Niggemann, der sich einmal mehr darüber freute, dass auch dieser Workshop so gut angenommen wurde. Die Teilnehmer kamen aus der Region und sogar aus den Niederlanden. Besonders eifrig dabei war auch "Steinmetz- neuling" Heinz Neumann, der den Kursus von seiner Ehefrau zum Geburtstag geschenkt bekommen hatte. Um 12 Uhr eröffnete das Hafenfest offiziell seine Pforten. Wie der Name vermuten lässt, steht die Veranstaltung auch in einem maritimen Zusammenhang. Dieses jedoch nicht nur des- wegen, weil den Dörenther Hafen Binnenschiffe passieren und auch mal anlegen, sondern auch weil die DLRG-Ortsgruppe Ibbenbüren in Mannschaftsstärke und mit Rettungsboot angerückt war. So hatten sämtliche Besucher die Gelegenheit, das vielfältige Thema "Wasserrettung" kennenzulernen. Wer Lust und Mut genug hatte, wagte sich in das gut motorisierte Rettungsboot und düste im Speedboot-Tempo über den Dortmund-Ems-Kanal. Der Ibbenbürener Schiffsmodellclub hatte es dagegen
nicht so einfach mit dem Wasser. Die geplante Kanalregatta musste aus
technischen Gründen ausfallen, sodass die Boote nicht zu Wasser gelassen werden konnten. So blieb den Besucher nur die Möglichkeit, sich die mit großer Liebe gefertigten großen und kleinen Schiffe aus nächster Nähe im "Trocken- dock" anzuschauen. Vom Segelboot über Rennboote bis hin zum zwei Meter langen Passagierschiff wurde alles geboten. Neben diesen Attraktionen zeigte sich auch der Löschzug der Feuerwehr Dörenthe mit einem Tanklöschfahrzeug und bot Gelegenheit zur Besichtigung. Musikalisch wurde der Sonntagnachmittag von den Nachwuchsgruppen "Tonic Ice" und "Impuls" begleitet. Insgesamt war es ein gelungener Nachmittag, den viele Besucher gezielt und manche Rad- wanderer spontan auch zum Pausenschnack bei Kaffee, Kuchen und Bratwurst nutzten. Text und Fotos: Daniel Döhring, veröffentlicht IVZ
17.08.2010
Kubanische Rhythmen gehen direkt ins Blut am 14.8.2010 Lateinamerikanische Nacht am Kanal in Dörenthe Die Kulturnacht des Kreises Steinfurt ist seit Jahren mit einem dicken Kreuz im Terminkalender von Partygängern und Musikliebhabern versehen. "Unbedingt hingehen!" soll das heißen. Denn die Veranstaltung verspricht ein abwechslungsreiches Programm, bei dem keine Langeweile aufkommt. Im Kulturspeicher in Dörenthe hatte in diesem Jahr die Salsa-Band "Trio Loco" ein tanzwütiges Publikum angelockt. Die lateinamerikanischen Rhythmen im Stil des "Buena Vista Social Club" gingen ins Blut und brachten die Hüften der Besucher zum Schwingen. Trotz der kleinen Besetzung war das musikalische Salsa-Feeling perfekt. Das fanden auch die Tänzer der Gruppe "Emsland- salsa" aus Lingen und Rheine. Nicht
alle Live-Bands bekämen das so gut hin, meinten sie. einfach zu erlernen ist, zeigten Tanzlehrer Dietmar Popp und einige Paare in einem kleinen Workshop, bei dem fast alle Besucher mitmachten. Nach einigen Schrittfolgen folgten erste Drehungen, und sogar Figuren wie der Fächer, gelangen fast mühelos. Ein gutes Rhythmusgefühl und Freude an der Bewegung reichen schon aus, dann macht Salsa-Tanzen richtig Spaß. Die Salsa cubana sei sehr bodenständig, erklärte Popp, aber es gibt verschiedene Tanzstile, die sich in unterschiedliche Richtungen entwickelt haben. Sie wurden von Exilkubaner in die USA gebracht und zum New York Style oder Los Angeles umgewandelt. In Dörenthe war es am Samstagabend warm und trocken, sodass auch der Grill im Freien umlagert war. Mitglieder des Fördervereins Kulturspeicher Dörenthe verwöhnten die Gäste mit Mini-Wraps und Bratwürsten. Auf der Bühne sangen und spielten die beiden Kubaner Jorge Sanchez und Alejandro Cagigas Zarran mit Keyboarder Matthias Hirth aus Leipzig bekannte Titel aus dem Repertoire des Buena Vista Social Club wie "Chan Chan" oder El cuarto de Tula". Der Buena Vista Social Club in Havanna war in der 1940er-Jahren ein Ver- anstaltungsort, an dem sich junge Leute trafen und miteinander musizierten. Fast fünfzig Jahre später nahm der amerikanische Gitarrist Ry Cooder mit einigen Veteranen des Clubs eine Platte auf, die ein großer Erfolg wurde und die Salsa-Welle auch nach Europa schwappen ließ. Wim Wenders bekam für seinen Dokumentarfilm über Konzerte der Gruppe zahlreiche Preise. Seitdem grassiert weltweit das Salsa- Fieber und ein Ende des Erfolgs ist nicht abzusehen. In Dörenthe waren auch Titel wie "Corazón Espinado" von Carlos Santana und "Un Monton de estrellas" des kubanischen Sängers und Songschreibers Polo Montanez zu hören. Mit Piano, verschiedenen Persussions- Instrumenten, Gitarre, einer passenden Bühnenperformance und ihren schönen Stimmen zauberten die Musiker scheinbar mühelos kari- bische Gefühle an den Dortmund-Ems-Kanal. Text und Bilder: Brigitte Striehn, veröffentlicht IVZ 17.08.2010
"Körper und Seele blühen auf" am 13.6.2010 Garten,
Kunst und Gartenkunst - Entdeckungstour durch Dörenthe Farbige Impressionen und duftende Blütenmeere, Terrassen, Lauben, Stege, die sich als lauschige Freiluftzimmer präsentierten, idyllische Gartenteiche, plätschernde Wasserläufe, unzählige phantasievolle Extras - private Gärten in Dörenthe erlaubten Gartenfreunden am Sonntag einen Blick hinter ihre Mauern, Zäune und Hecken. Und was die Besucher erwartete, war nicht nur facetten- reich und liebevoll gestaltet, oft auch zum Niederknien schön. Als ein Fest für die Sinne entpuppte sich die Entdeckungstour „Kunst und Garten“, eine Reise durch private Gärten, zu der die IG Dörenthe eingeladen hatte. Nahezu alle Dörenther Vereine, zahlreiche Privatpersonen, Künstler und Firmen waren beteiligt, um ihren Gästen einen Tag ohne Gleichen zu bescheren. Kameras klickten überall, um die Schönheiten im Bild festzuhalten. Die Besucher staunten und waren voll des Lobes. Eröffnet wurde das Event am Vormittag im Kulturspeicher, musikalisch
Heiner Löpmeier, Vorsitzender der IG Dörenthe, begrüßte die Gäste und dankte allen Gartenbesitzern und Mitstreitern, die es ermöglicht haben, dass die vielen Gärten ge- öffnet sind. gesundheitlichen Aspekte von Gärten und der Gartenarbeit ein. Der Garten sei nicht nur etwas für die Augen, so Hembrock, "Körper und Seele blühen bei dieser Arbeit an der frischen Luft auf." Er wünschte den Teilnehmern eine schöne Entdeckungstour. Grußworte sprach auch Kämmerer Martin Burlage in Vertretung für den Schirmherr, Bürgermeister Heinz Steingröver. "Dörenthe hat vieles zu bieten, was Leuchtkraftcharakter hat", meinte er. Davon konnten sich die Besucher wahrlich überzeugen. Zu Fuß, mit dem Fahrrad, einem Shuttle-Service oder dem eigenen Auto machten sich die vielen Gartenfreunde auf die Rundreise zu den 18 ausgewiesenen Stationen mit ihrem riesigen Garten-, Kunst- und
Gartenkunstangebot.
Ein besonderes Gartenhighlight war der "Japanische Garten" der Famile Ahmann, der 2009 als schönster Privatgarten Deutschlands beim Wettbewerb "Entente Florale - eine Stadt blüht auf" prämiert wurde. Eine japanische Oase voller Symbolik mit einem japa- nischen Tor, einem großen Gartenteich mit Koi-Karpfen und Bachlauf, Steinlaternen, immergrünen Nadelhölzern, Rhododendren und Azaleen, einem wunderschönen Teehaus, das einen perfekten Überblick über den Garten bietet und vielem mehr. Die Besitzer, Maria und Paul Ahmann, zeigten ihren Garten gerne, und die Besucher konnten mit ihnen über die fernöstliche Gartenkunst diskutieren. "In einem japanischen Garten gilt es, künstliche und natürliche Schönheit in Einklang zu bringen, so dass dadurch ein harmonischer Gesamteindruck entsteht, der Ruhe ausstrahlt und den Betrachter zum Verweilen einlädt", erklärte Paul Ahmann.
aber auch in vielen anderen traumhaft schönen Gärten holen, angefangen bei den traditionellen Bauerngärten über naturnahe bis hin zu ganz modern und sehr individuell gestalteten Gärten. Auch NaturaGart, eine riesige Teich und Garten- anlage mit Unterwasserpark und Café, ein Paradies für Gartenfreunde und Tauch- fans, war in diese Rundreise einbezogen. Im Kulturspeicher, in Kirche, Kinder- garten und teilweise auch in Gärten waren Ausstellungen verschiedener Künstler zu sehen. Petra Engelbert eröffnete ihre Malwerkstatt, eingebunden in ihrem
naturnahen Garten, an diesem Tag offiziell. Superschöne
Detailfotos aus Garten und Teich beispielsweise stellte der Diplom Designer Michael Rateike aus. Die Zucht-, Reit- und Fahrgemeinschaft Dörenthe lud zu ihrem Fahr- turnier ein. Für Gaumenschmaus war ebenfalls gesorgt. Das Wetter war perfekt für so einen Tag. Kunst und Garten war ein Erlebnis der besonderen Art - nicht nur für Gartenfreunde. Text und Fotos: Marianne Sasse, veröffentlicht IVZ 14.06.2010
Folk vom Feinsten im Kulturspeicher Musikschulkonzert
war voller Erfolg „Der Saal ist ja rappelvoll, unglaublich!“, freute sich Clemens Lügger nach einem Blick von der Bühne des Kulturspeichers Dörenthe hinunter ins Publikum. Die im nachfolgenden Konzert gebotenen Leistungen rechtfertigten den guten Besuch allemal. Die besten Kon- zerte entstehen dann, wenn sich typischer Live-Charakter und viel Spontaneität, hoher individueller Einsatz aller Beteiligten und mitrei- ßend lockeres Ensemblespiel miteinander zu einem stimmigen Gan- zen vermengen. Am Freitagabend war das so, als die Folklore- Ensembles der Ibbenbürener Musikschule zum bemerkenswerten Konzert aufspielten, in dem die Ergebnisse eines Workshops vom Himmelfahrts-Wochenende präsentiert wurden. Der Anlass war dabei nicht irgendein Jubiläum, sondern „Spaß an der Musik“, wie es der Musikschul-Chef Rolf Janssen-Müller formulierte. Angeführt von der stilecht am Waschbrett fungierenden siebenjährigen Julie Schulz, die sich zudem als Waschfrau verkleidet hatte („sogar gebügelt und gestärkt“), gelang der Nachwuchsformation „Folkkids“ mit der „Irish Washer Woman“ ein mitreißender Auftakt. In der Rolle der „Annemarie“ wollte Julie mit bestens aufgesetztem Zickenalarm partout nicht tanzen, und der ganzen Gruppe gelangen dabei die anspruchsvollen Schwerpunktwechsel so selbstverständlich, als sei das die einfach-
keinesfalls so, wie es der Name befürchten lässt. Im Gegen- teil: Die „Patchworker“ waren es, die durch perfektioniertes, keinesfalls zufällig wirkendes Ensemblespiel beim „Whiskey in the jar“ das Publikum zum Mitklatschen und Mitsingen brachte. Ganz klar: „Patchwork“ baute das Stimmungs- fundament, das die „Folkkids“ gelegt hatten, eindrucks- voll aus. Jedes Mitglied, so schien es, spielt bereits jetzt mehrere Instrumente, und das mit viel Leidenschaft. Zur Folklore gehören Vokalbeiträge nun mal dazu, und beim „Westerland“-Hit stand ein mehrstimmiger Gesang sogar im Vordergrund. Das traut sich lange nicht jeder. Zum familiären Charakter gehört auch das Präsent, mit dem sich die Mitglieder beim Ehepaar Lügger für den Gewinn des 3. Preises beim Wettbewerb „Jugend musiziert“ (auf Bundesebene, wohlgemerkt) bedankten, eine tolle Geste! Auch bei der Gruppe „Maracatu“ gehen die Instrumente wie selbstverständlich von Hand zu Hand. In faszinierender Klezmer-Manier zog das Ensemble den israelischen „Firedance“ durch, und auch die folgenden Beiträge wurden allesamt zu Höhepunkten, angeführt vom „Big Strong“ Lukas Antoine, der das Bad innerhalb seiner „Querflöten-Gespielinnen“ genießen durfte. „Ceol“, das sind die Langgedienten, die Professionals innerhalb der Ibbenbürener Folklore- Szene Dieses Ensemble ist derart gut geschult und tritt so souverän und spielfreudig auf, dass es sich leisten kann, spontan zugerufene Musikwünsche umzusetzen. Da muss man schon weit über den Dingen stehen, und die Beiträge wiesen das auch nach: „Overlander“, „Marie Carulette“, „The Star of the County Down“, „Johnny Cope“. „Dann tobt die ganze Bude, alle hüpfen in die Höh“, hatte „Ceol“ am Anfang Stefan Raab korrekt zitiert. Genauso war es nämlich am Freitag im „Kulturspeicher“. Hoffentlich hat jemand die dargebotene Kultur tatsächlich gespeichert. Die besten Konzerte sind halt die mit ausgeprägtem Live-Charakter. Gerne mehr davon, der Saal wird wieder „rappelvoll“! Text: Gerhard Baune, Fotos: Anna-Lena Himstedt veröffentlicht IVZ 1. Juni 2010
800 Euro für neues Piratenschiff Große Freude beim Markuskindergarten in Dörenthe: 800 Euro bekam die evangelische Einrichtung von der Band "FALTENROCK" ge- spendet. Die Summe entspricht dem Erlös aus dem Getränke- und Eintrittskartenverkauf beim Benefizkonzert der Band Mitte Mai im Kulturspeicher Dörenthe. "Wir freuen uns riesig", bedankte sich Kindergartenleiterin Kerstin Runde - auch im Namen aller Kinder - bei den Musikern. Einen Verwendungszweck für das Geld gibt es bereits: "Wir wünschen uns ein kleines Piratenschiff", verriet Kerstin Runde. Das soll an der Stelle auf dem Kindergartenspielplatz entstehen, wo jetzt noch ein altes, morsches Holzhäuschen steht. Ihren nächsten Auftritt bestreitet die Band "FALTENROCK", die ihren Proberaum übrigens im Keller des Kindergartens hat, am Samstag, 5. Juni, ab 21 Uhr im Cafe/Restaurant "Moderne Zeiten" anlässlich der 8. langen Nacht in Emsdetten. Text: André Elshoff, veröffentlicht IVZ 1.Juni 2010
Handgemachte Rockmusik kennt keine Altersgrenzen Benefizkonzert der Band "Faltenrock" im Kulturspeicher Dörenthe Gute Rockmusik kennt keine
Altersgrenzen, weder bei den Musikern auf der Bühne, noch bei den Zuhörern. Das zeigte sich beim ersten Konzert der Formation "Faltenrock" am Samstagabend im Kultur- speicher Dörenthe. Vor einem halben Jahr hatten Bassist Uli Kattman und Gitarrist Stefan Laumann die Idee, eine Live-Coverband zu gründen. Sie wollten das Publikum nicht nur mit Oldies, sondern auch mit brandaktuellen rockigen Chart-Titeln in gute Laune versetzen. Am Schlagzeug stieg Jochen Wiehager ein, Andreas Winnemöller brachte sein Keyboard mit. Sängerin Sandra Kuhs und Stefan Kuhs als Sänger und Lead-Gitarrist vervollständigten die Band. Schon bei den ersten Proben stellte sich heraus, dass alle auf einer Wellenlänge lagen. Werbemaßnahmen und die Erstellung einer Homepage (www.faltenrock-live.de) wurden auf den Weg gebracht und das Zusammenspiel perfektioniert. Die Chemie stimmte sofort und auch ein Name für die Gruppe war schnell gefunden. "Faltenrock" nannten sich die Sechs fortan, da sie schon einige Jahre Bühnenerfahrung mitbringen und sich bei den Herren die ersten Fältchen im Gesicht zeigen, wie sie selbst sagen. Als sie im Herbst 2009 feststellten, dass die Proben super liefen und sie viel Spaß miteinander haben konnten, fassten die Bandmitglieder, alle aus dem Kreis Steinfurt, ein erstes Konzert im Frühjahr 2010 ins Auge. Sie waren sich einig, ihr Debüt als Benefiz-Konzert zu organisieren. Der Kulturspeicher Dörenthe war als geeignete "Location" schnell gefunden. Mitglieder des Förder- vereins übernahmen die Bewirtung am Grill und am Tresen. Als Partner suchten sich die Musiker das Familienzentrum Markus-
und die Erzieherinnen waren schnell für das gemeinsame Projekt zu begeistern. Am Samstagabend herrschte im Kulturspeicher Party- stimmung pur. Die Band hatte für das erste Konzert ein fast vier- stündiges Programm zusammengestellt, das mal energiegeladen, mal mit ruhigen Balladen daherkam. Klassiker von Billy Idol, Simple Minds, Queen oder Bon Jovi wechselten sich mit Deutsch-Rock und aktuellen Titeln ab. Die Mischung sorgte für beste Laune bei den etwa 80 Besuchern, denen Live-Musik lieber war als Playback-Geträller. Verbesserungen sind noch drin, aber insgesamt gefiel die Zusammenstellung dem Publikum sehr gut. Die Ankündigung, dass der Markus- kindergarten demnächst einen Spendenscheck erhält, wurde mit Beifall aufgenommen. Kerstin Runde freute sich über die gute Zusammenarbeit bei dem Projekt. Text und Fotos: Brigitte Striehn, veröffentlicht IVZ 18.5.10
Mit Jazz in den Mai Förderverein Kulturspeicher Dörenthe lud ein Ein kleines Jubiläum hätte Dr. Gerd Overmeyer vom Förderverein Kultur- speicher Dörenthe feiern können: Bereits seit zehn Jahren bietet der Kulturspeicher den Jazz-Frühschoppen am Dortmund-Ems-Kanal an. Und immer mit dabei ist das Werner-Beckmann-Sextett, das mit leich- tem Jazz für gute Atmosphäre und für einen großen Zulauf sorgt. Saxo- fon, Trompete, Schlagzeug, Bass und Keyboard schallten weithin hörbar in den Hafen. "Wir haben hier immer wieder eine Menge Spaß und spielen mit großer Freude am Kulturspeicher, einzig allein der Wind macht uns zu schaffen", so Werner Beckmann, der mit seiner Band bereits
nutzten den Frühschoppen für ihre erste Pause oder waren eigens wegen des Frühschoppens nach Dörenthe gekommen. Andere reisten mit dem Taxi aus Ibbenbüren an, um sich nach einem guten Frühstück und swingender Musik zu Fuß auf den Rückweg zu machen. Trotz des nur aprilhaften Wetters zeigte sich Dr. Gerd Overmeyer und die Besucher des Frühschoppens wieder einmal sehr zufrieden mit der Veranstaltung.
Text und Fotos: Daniel Döhring veröffentlicht IVZ 3.5.2010
Starke Stücke im Dörenther
Kulturspeicher Der junge Jazz-Trompeter Florian
Menzel zeigte ein beachtliches Können. Junge Musiker haben viele Verpflichtungen und müssen ihre Auftritte gut organisieren. Da ist es manchmal erforderlich, sich unkompli- ziert neu zu formieren. Dem jungen Jazz-Trompeter Florian Menzel fiel es offensichtlich nicht schwer, für sein Konzert am Freitagabend im Kulturspeicher Dörenthe eine neue Besetzung zu finden. Das angekündigte Alex-Lex-Sextett spielte also ohne Alex Lex am Schlag- zeug, dafür trommelte sich Dominique Ehlert durch das Programm und begeisterte mit kraftvollen Soli die Zuhörer. Leider war die Reso- nanz des Ibbenbürener Publikums nicht berauschend. Wer nicht da war, hat etwas verpasst. Der Kulturspeicher in Dörenthe ist die perfekte "location" für Jazzkonzerte. Die Beleuchtung passt zum Raum, die Akustik stimmt und die jungen Leute hinter dem Tresen sorgen für den Getränke-Nachschub -
was will man mehr. Dr. Gerd Overmeyer, der Vorsitzende des Fördervereins, begrüßte die Zuhörer und versprach ein temperamentvolles Konzerterlebnis. Nach dem Intro mit Wayne Shorters "One by One" stellte Florian Menzel seine Formation des Abends vor. Neben Dominique Ehlert an den Trommeln, Becken und Schellen bewiesen Stefan Schultze (Piano), Evgeny Ring (Altsaxophon), Max von Einem (Posaune) und Tom Berkmann (Bass) großes Können. Dass sie sich gut verstanden, war nicht nur musikalisch zu hören, sondern auch in Blicken, Gesten und Anspielungen spürbar. Florian Menzel als Bandleader kam die Aufgabe zu, die Titel anzukündigen und einiges zu den Komponisten zu sagen. Die Jazz-Legende Wayne Shorter war mit Stücken wie "Backstage Sally" oder der schönen Ballade "Contemplation" mehrmals vertreten. Seine Aussage aus den Siebzigern "Our music is the folk music of the future" (Unsere Musik ist die Volksmusik der Zukunft) ist zumindest unter Jazz-Liebhabern unumstritten. Der Titel "Caravan" von Juan Tizol ist im "Realbook", einer Sammlung der wichtigsten Jazzstandards, unter der Rubrik "Latin" aufgeführt. Er diente den Musikern dazu, ihre Improvisationskunst zu zeigen, tolle Soli zu präsentieren und das Publikum beschwingt in die Pause zu entlassen. Florian Menzel ist noch jung an Jahren, hat aber schon reichlich musikalische Erfahrung gesammelt, seitdem er im Alter von fünf Jahren mit dem Trompete-Spielen begann. Für die Zukunft hat er sich viel vorgenommen: Die Beendigung seines Studiums am Jazz-Institut Berlin, das Zusammenspielen mit den besten Leuten, die es gibt und ein längerer Aufenthalt in den USA stehen in den nächsten Jahren in seinem Terminkalender. Gerade wird eine CD produziert, die demnächst erscheinen wird. Nach der Pause widmeten sich die Musiker weiter dem Hardbop, der irgendwo zwischen Blues und Modern Jazz angesiedelt ist. "Buhaina´s Delight" von Curtis Fuller oder die "Fantasy in D" von Freddie Hubbard ergänzten weitere Stücke von Wayne Shorter, bis eine Jazz-Version von "Moon River" das Konzert beendete. Bekannt geworden ist die Melodie von Henry Mancini 1962 als Thema des Films "Frühstück bei Tiffany´s", in- zwischen gehört sie zu den Jazzstandards und wurde von zahllosen Musikern ins Repertoire aufgenommen. Florian Menzel und seine Begleiter haben eine Version hinzugefügt, die dem Publikum in Dörenthe gefiel, sodass es gern Beifall spendete. Junge Nachwuchs- künstler müssen eine Menge
leisten, um Anerkennung zu finden. Der erste Auftritt des
Ensembles um Florian Menzel war gelungen. Bilder + Text: Brigitte Striehn, veröffentlicht IVZ 20.04.10
Mit voller Leidenschaft "B.B. and the Blues Shacks" begeistern im Kulturspeicher Dörenthe Der plötzliche Wintereinbruch hat die Fans von Blues und Soul am vergangenen Freitag nicht daran gehindert, den Kulturspeicher in Dörenthe ordentlich zu füllen. Mit angenehmer Lautstärke und gut abgemischtem Sound hatten die fünf Vollblutmusiker aus Hildesheim - Michael Arlt (Vocals/Gitarre/Harp), Andreas Arlt (Gitarre), Dennis Koeckstadt (Piano/Synthi), Henning Hauerken (Bass) und Bernd Egger (Drums)
- bereits nach dem zweiten Stück das Publikum auf ihre Seite. Mit Leidenschaft und Perfektion beherrschten "B.B. and the Blues Shacks" ihre Instrumente und zau- berten eine tolle Stimmung hervor. Die Künstler bestätigten die Beur- teilungen Götz Alsmanns, der ge- sagt haben soll: "B.B. - die wohl beste Blues-Band, die ich je in Deutschland gehört habe!" Bewundernswert war der Umgang mit der Harp, der Mundharmonika, die der Solist und Sänger Michael Arlt abwechselnd mit seiner genialen Stimme zum Einsatz brachte. Authentisch hatte jeder Künstler in immer wieder vorkommenden Solos, die Möglichkeit, sein Instrument "leben" zu lassen. Die Vielseitigkeit von Pianist Dennis Koeckstadt unterstützte leise Gitarren- parts mit gekonnten Flächensounds der guten alten Hammond, ebenso aber "Boogie Woogie" ähnliche Einlagen, die gekonnt auf dem Piano dargeboten wurden. Warmer, aber auch druckvoller Sound trieb die Stimmung von Song zu Song weiter nach vorne. "Es wird eine musikalische Reise", versprach Michael Arlt vorab. Diese Reise begann in den 1940iger-Jahren. Klassiker von B.B. King, Little Milton oder anderen Legenden, unterstützt vom lebenden "Metronom" Bernd Egger, der mit Bassist Henning Hauerten eine hervorragende Rhythmusgruppe bildete. Das Quintett steht fest auf den Wurzeln des ursprünglichen Rhythm and Blues. Die Musiker wollen gute Musik
spielen, die unterhält, Spaß macht und die
Zuhörer mitreißt. Als Höhe- punkt ist unter anderem das Solo von Michael Arlt zu erwähnen: Mit Mundharmonika, Stimme und Drums per Fußschlag zog er das Pub- likum in seinen Bann. Auch Top-Gitarrist Andreas Arlt begeisterte mit gut aufgebauten Gitarrensolos. Elf erschienene CDs, darunter das Album "Unique Taste" welches als "künstlerisch herausragende Neuveröffentlichung" in die Bestenliste 2/2008 des Deutschen Schallplattenpreises aufgenommen wurde und der französiche Kritiker-Preis "Trophy France Blues", der die Musiker im Jahr 2003/04 als beste europäische Bluesband auszeichnete, spricht für die Qualität des Quintetts. Pfiffe, Jubel, Ovations - natürlich bekam das Publikum Zugaben zu hören. Wer bei diesem Konzert nicht dabei war, hat wirklich was verpasst! Text und Bilder: Jochen Röhricht, veröffentlicht IVZ 9. März 2010
Trio wandelt Dörenther Kulturspeicher zum stilechten Jazzkeller Denis-Gäbel spielt mit Band in Dörenthe / 120 Zuhörer "Das macht Laune", entfuhr es
einer Besucherin im Kulturspeicher zu Beginn des Jazz-Abends mit dem Denis-Gäbel-Trio. Sie hatte in jeder Beziehung Recht, denn das Ensemble mit Denis Gäbel und Jasper Blom (Tenorsaxophon), Henning Gailing (Bass) sowie Hendrik Smock (Drums) gestaltete mit der Hommage an Duke Ellington ein fantastisches Konzert voller Sensibilität. In dem Ausruf der Hörerin dürfte aber auch ein wenig Ironie mitgeschwungen haben, denn für die deutlich über 120 Hörer reichte der Vorrat an Stühlen nicht aus, sodass - wie in den berühmten Jazz-Kellern Ellingtons in Washington oder New York - etliche Besucher bestenfalls an der Bar lehnen konnten. Auch Kulturamtsleiter Reinhard Holocher hatte bei der Begrüßung die Räumlichkeiten des Kulturspeichers in die Nähe von Jazz-Keller-Atmosphäre gerückt; beim Spiel der jungen Jazzer, die völlig in ihrer Musik aufgingen, stellte sie sich endgültig ein. Der weltbekannte Jazz-Komponist, Pianist und Bandleader Ellington (1899-1974) hatte seine größten Erfolge, als er gezielt für die unterschiedlichen Stimmen seines Orchesters arrangierte, oder wenn er für bestimmte Talente komponierte. Entsprechend verfuhr Gäbel. Aus den mehr als 2000 Titeln Ellingtons wählte er solche, die für sein kleines Ensemble besonders geeignet waren. So ließ sich zum Beispiel "African Flower", das Ellington ursprünglich für ein Klavier-Trio komponiert hatte, günstig für die vier jetzt gegebenen Instrumente arrangieren. Einprägsam war auch die zu Beginn gespielte Fassung von Ellingtons "Virgin Jungle", deren Charakter im Vergleich zur Piano-Fassung (auf Gäbels CD) leicht variierte. Solche Differenzierungen machen es aus, dass die Musik bei aller Selbstverständlichkeit der Interpretation stets lebendig bleibt. Gäbel ist kein Mensch, der viele Worte macht. Und so gingen die wenigen Programmerläuterungen häufig im Applaus unter. Das Publikum wusste ohnehin, was gespielt wird, zumindest dem Fluidum nach. Neben Ellingtons Titeln erklangen auch Stücke, die seine Freunde Billy Strayhorn (Chelsea Bridge), Louie Bellson (Skin Deep) und andere für ihn und sich geschrieben hatten. Der zweite Teil des Konzertes war geprägt von der "Freedom Suite des Tenorsaxophonisten Sonny Rollins 1958. Den glänzenden Abschluss bildete aber die zweite Fassung der "Perdido-Variationen". Diese Zugabe wurde einen halben Ton höher intoniert als zuvor. Das war nicht nur eine anspruchsvolle Spielerei, sondern machte deutlich, welche Intelligenz hinter dieser eigenwilligen und ausdrucksstarken Musik steckt. Denn "Perdido" variiert kein Thema im üblichen Wortsinn, sondern Harmonien, die nun nochmals abgewandelt wurden. Manchmal wird das Wesen der Musik als ihr unweigerliches Verschwinden definiert, die Herausforderung jedes Konzertes sei es, ihr ein individuelles, unverwechselbares neues Leben einzuhauchen. Die kleine Band um Denis Gäbel wurde diesem Anspruch wunderbar gerecht. Text und Bild von Sundhild Salaschek
Preisrichter stehen vor schwerer Wahl Teutotaubenschau 9. und 10. Januar 2010 40 Aussteller zeigten in Dörenthe 440 Tauben "Ich erkläre hiermit die 7. Teuto-Taubenschau für eröffnet." Ganz offiziell eröffnete Bürgermeister Heinz Steingröver im Kulturspeicher Dörenthe das vom Rassegeflügel-Zuchtverein (RGZV) Ibbenbüren ausgerichtete Ereignis, bei dem in diesem Jahr 440 Tauben von 40 Aus- stellern aus Westfalen und dem südlichen Niedersachsen gezeigt wurden. Im Rahmen der Schau war auch eine Sonderausstellung der Taubenrasse "Voorburger Schildkröpfer" mit 70 Tieren zu sehen. Ausstellungsleiter Heribert Bergschneider sorgte dafür, dass jedes Tier seinen vorgesehenen Platz bekam. Zur Eröffnung der Schau kamen auch Günter Hessel, der Kreisverbandsvorsitzende der RGZV Stein- furt, sowie Dr. Gerd Overmeyer, der als Vorsitzender des Fördervereins Kulturspeicher Dörenthe sozusagen Gastgeber der Taubenschau war. Sechs Preisrichter hatten sich im Vorfeld der Schau an die Arbeit gemacht, um aus den 30 Rassen mit etwa 50 Farbschlägen die besten Tiere herauszusuchen. Schließlich standen die Sieger - ausgewählt aus den 13 mit der Höchstnote "vorzüglich" bewerteten Tau- ben - fest: Den Landesverbands-Ehrenpreis bekam Gerd Langenbach für seinen gelbfahlen Voorburger Schildkröpfer. Teutobänder gingen an: Ehrenhard Wilken (eisfarbiger Damascener mit schwarzer Binde), Reinhard Lechtenfeld (blau-bronzegehämmerter Modena Schietti), Burkhard Licher (Deutscher Modeneser Schiette, blau ohne Binde), Heinz Hermann Schürkamp (schwarzer Voorburger Schildkröpfer), Jürgen Krämer (schwarzer Thüringer Schnippen) und Michael Große-Schute (schwarzer Wiener Tümmler). Unter den mit einem Teutoband ausgezeichneten Tieren wurde dann am Sonntagabend noch das "Best-of-Show-Tier" ausgelost und im Rahmen der Siegerehrung von Heinz Hermann Schürkamp, dem Vorsitzenden des RGZV Ibbenbüren, mit einem Preis bedacht. Mit Spannung erwarten die Mitglieder des RGZV Ibbenbüren das kommende Wochenende: Am 16. und 17. Januar wird im Kulturspeicher Dörenthe die Hauptsonderschau der süddeutschen Farbentauben mit 1100 Tieren zu sehen sein. Das sei die größte Taubenschau, die Ibbenbüren je gesehen hat, so die Ver- anstalter und verweisen auf die erwarteten 80 Aussteller. Text: Claudia Ludewig veröffentlicht IVZ 11.01.10
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