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Events 2005 >>

Rotes "Betonband" am Kanal soll Spaß machen  

Zweite Auflage der "European Experiments"

Seit gut einer Woche schon sind 15 Kunst- und Architekturstudenten im Kulturspeicher Dörenthe zu Gast. Im Rahmen einer internatio-

nalen Jugendbegegnung mit Teilnehmern aus Litauen, Polen, Rumänien, den Niederlanden, Weißrussland und Deutschland arbeiten sie

mit regionalen Partnern an künstlerischen Projekten zur Gestaltung des Kulturspeichers und seines Umfeldes. Träger dieser Begegnung

sind der Verein KAJA (Kinder-Architektur + Jugend-Architektur) West und die deutsche Abteilung der belorussisch-deutschen Partner-

organisation von KAJA. Das Projekt im Kulturspeicher steht im Zusammenhang mit der Regionale 2004 - rechts und links der Ems. Das

erläutert Bernhard Ahlers von KAJA West. Die Studenten sollen sich von den Regionale-2004-Projekten "Kanalband" und "Botschafts-

gärten" künstlerisch inspirieren lassen. Erst Ideen wurden dazu bei der ersten Jugendbegegnung (European Experiments I) im Frühling

2004 entwickelt. mehr >

 

"Das Beste aus dem Stein holen"       Samstag, 9. bis Sonntag 10. April 2005

Müde, aber glücklich zieht Heike Finner aus Hörstel Bilanz aus einem ganz besonderen Erlebnis: "Das ist echt Knochenarbeit!" Am 

Samstag hatte sie im Kulturspeicher Dörenthe an einem Sandsteinseminar für Einsteiger teilgenommen. Zusammen mit sechs weiteren

Teilnehmern erlernte sie in dem ganztägigen Workshop die Grundlagen der Sandsteinbearbeitung von den beiden Steinmetz- und Stein-

bildhauermeistern Mana und Nils Peter. Sandstein erfreut sich in der Region großer Beliebtheit - kein Wunder, wird er doch vor Ort in guter

Qualität gewonnen. Auch Heike Finner hat es der gelblich-braune Stein angetan; zusammen mit ihrer Familie nutzte sie ihn gerade erst 

für die Gartengestaltung. Dabei kam ihr auch die Idee, einige Objekte aus Sandstein in die Außengestaltung mit einzubeziehen. Doch

"die gekauften Sachen mag ich nicht" stellte die Hörstelerin schnell fest. Da blieb nur eins: Selbst tätig werden. Eine Vogeltränke und eine

Schnecke mit Relief waren das Ergebnis des Sandsteinseminars und das gute Gefühl, Talent für die im wahrsten Sinne des Wortes stein-

harte Beschäftigung bewiesen zu haben. Deshalb will Heike Finner, die zwar weder in Holz- oder Steinbearbeitung noch in Töpfern oder

ähnlichem Erfahrung hat, dafür aber in der Dekorationsgestaltung kreativ tätig ist, auch unbedingt weitermachen. Vielleicht werde sie sich

bald mal an ein Gesicht aus Sandstein wagen, verrät die Hobbykünstlerin. Talentlosigkeit, die gibt es nach Ansicht der beiden Steinmetze

Mana und Nils Peter bei der Steinbearbeitung nicht. Schon allein das Interesse an dieser Tätigkeit sei ein Beweis für die richtige Veran-

lagung, glauben die Beiden. "Jeder versucht, aus seinem Stein das Beste herauszuholen" hat Mana Peter in den vergangenen Jahren 

immer wieder festgestellt. Und wenn die Arbeit dann doch einmal ins Stocken gerät, stehen die Steinmetze, die übrigens auch Mitglieder

im Förderverein Kulturspeicher Dörenthe sind, den Akteuren gerne mit Rat und Tat zur Seite: "Wir versuchen, zu helfen", erklärt Nils Peter,

der als ausgebildeter Fachmann nicht nur die nötige Sachkenntnis, sondern auch das richtige Werkzeug für das Seminar mitbringt.

Ein- bis zweimal im Jahr bieten Mana und Niels Peter unter der Schirmherrschaft des Kulturspeicher-Fördervereins das Sandsteinseminar

an; kommen kann jeder, Material und Werkzeug werden gestellt. Eines haben die Seminarleiter jedoch inzwischen geändert: Kam anfangs

ausschließlich Ibbenbürener Sandstein zum Einsatz, wird jetzt vorwiegend Bentheimer Sandstein bearbeitet. Der ist Weiß bis leicht Gelb,

hat also nicht die schöne erdige Struktur des Ibbenbürener Sandsteins, ist dafür aber weicher und damit wesentlich leichter zu bearbeiten.

Da könne man dann viel schneller die Ergebnisse sehen, erklären die beiden Steinmetze.

Text: Claudia Ludewig, veröffentlicht IVZ 12.04.05 

 

Von Gesichtern und Tieren                 Samstag, 19. bis Sonntag 20. März 2005   

Holzbildhauerseminar im Kulturspeicher Dörenthe kam gut an

Einen Pottwal hatte der erste Vorsitzende des Kulturspeichers Gerd Overmeyer in seinem Stück Holz gesehen. Während eines Work-

shops hatten Laien die Möglichkeit, unter fachkundiger Anleitung Fundstücke aus Wald und Garten figurativ zu gestalten. "Es passiert

oft, dass ich mir ein Stück Holz angucke und schon vorher ein Gesicht oder irgendein Fantasietier darin erkenne" so Overmeyer. Er ar-

beitet wie die meisten Teilnehmer das erste Mal mit dem Werkstoff Holz. Andreas Schwarzkopf, der künstlerische Leiter des Workshops

betont, dass es keinerlei Vorkenntnisse bedarf um experimentell mit Holz zu arbeiten. "In erster Linie geht es darum seiner Fantasie freien

Lauf zu lassen", erklärt Schwarzkopf, der als freier Künstler in Bremen tätig ist. Am Anfang standen erst einmal Werkstoff- und Werkzeug-

kunde auf dem Programm. Die Laienkünstler hatten die vielfältigsten Möglichkeiten ihre Fundstücke zu bearbeiten. Angefangen von der 

Metallbürste bis hin zur Motorsäge waren die Kreativität keine Grenzen gesetzt. "Wichtig ist uns, dass sich die Teilnehmer in der famili-

ären Atmosphäre wohl fühlen" sagt Petra Probst die Initiatorin des Seminars. "Das ist ein australisches Schnabeltier in einem Fluss" er-

klärt der elfjährige Kai Brandebusemeyer dem das Arbeiten mit Holz sichtlich Spaß macht. Bis auf ein bisschen Schnitzen am Lager-

feuer war das Arbeiten mit Holz auch für ihn etwas ganz neues. "Für mich war es interessant zu gucken was man überhaupt mit dem 

Material Holz alles machen kann" sagt Ulrike Käsekamp. Die Hausfrau ist ganz begeistert vom experimentellen Gestalten mit dem Mate-

rial Holz. Sie hat schon viele neue Ideen für weitere Skulpturen. Am nächsten Workshop Ende April wird sie sicherlich wieder teilnehmen.

Der 71.jährige Fliesenleger Werner Schlautmann ist einer der wenigen Teilnehmer der mit Vorkenntnissen in den Workshop gekommen 

ist. "Ich fahre schon seit 20 Jahren jedes Jahr für ein paar Monate nach Korsika. Dort sammle ich die angeschwemmten Holzstücke auf

und verarbeite sie später zu Skulpturen", erzählt er.

Text: Sarah Tebbe, veröffentlicht IVZ 21.03.05 

 

 

 

 

 

 

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