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Kunst trifft Heimatverein am Kanal    29.05. bis 11.06.05

Ausstellung "dreifelderweit" im Kulturspeicher mit großem Einsatz eröffnet

Das kräftige Auftreten von rund 40 Paar Holzschuhen brachte am Sonntagnachmittag den Boden des Kulturspeichers in Dörenthe zum 

Beben: Zur Vernissage der Ausstellung "dreifelderweit" hatte der Künstler Andreas Schwarzkopf aus Bremen die Volkstanzgruppe der

KAB Laggenbeck um Mithilfe bei der Umsetzung seiner Idee ge-

beten. Dabei tanzten die Volkstänzer in ihrer traditionellen Tracht

zunächst im oberen Stockwerk des Speichers. Während der Tänze

sammelten sie "Samenkapseln", aus Gips gefertigte Halbkugeln 

mit Buchstaben auf der Unterseite, ein und trugen diese dann in

Körben nach draußen. Die Kugeln hatte Andreas Schwarzkopf 

zuvor aus Gips gegossen. Friederike Brandherm und Ulrike

Käsekamp hatten extra für die "Kapseln" rund 120 Kissen genäht.

Am Hafenbecken legten die Tänzer die Kapseln während weiterer 

Choreografien auf ein "Floß", welches wie von magischer Hand, 

aber tatsächlich von DLRG-Tauchern gezogen, eine Runde durch 

den Kanal drehte. Zurück im oberen Stock des Speichers, verfolgten

dann viele Zuschauer das Aufdecken der Buchstaben-Kapseln. Es 

entstand das Gedicht "Fadensonne" von Paul Celan. Künstler

Andreas Schwarzkopf zeigte sich von der Umsetzung durch die 

Volkstänzer begeistert: "Ich hatte es vorher auch noch nicht

gesehen, war genau so gespannt wie das Publikum. Ich bin

überwältigt von der tollen Umsetzung meiner Idee."

In seinen Arbeiten beschäftigt sich Schwarzkopf häufig mit der

Transformation und nähert sich dabei spielerisch der Sprache. So

auch in diesem Projekt "Umwandlungen". Für das Projekt war die

Mitwirkung der Volkstanzgruppe ebenso wichtig, wie die Mitarbeit 

der DLRG und des Wasser- und Schifffahrtsamtes Rheine, welches

                                                                                                     den Kanal für die Zeit der Überquerung des Floßes sperrte.

                                                                                                     Gemeinsam mit Petra Probst und Monika Haselon vom

Kulturspeicher bedankte sich Andreas Schwarzkopf bei allen 

Mitwirkenden. Neben seiner Installation stand auch die Eröffnung 

der Ausstellung der Bilder von Annette Stemmann und Uwe 

Teichmann auf dem Programm. In ihrer Einführung betonte Angi 

Piplak, ebenfalls aus Bremen, die unterschiedlichen Techniken

Annette Stemmanns. Sie geht in ihren Werken auf Natur und 

Kultur ein.

Portraits und das Motiv des Zerfalls bilden einen Schwerpunkt in

ihren in Acryl auf Hartfaserplatten entstehenden Werken. Das 

Thema der Transformation verbindet ihre Bilder anlässlich der

Ausstellung "dreifelderweit" sowohl mit den Radierungen von

Uwe Teichmann als auch mit der Installation von Andreas

Schwarzkopf. Doch nicht nur diese war Thema der Ausstellung, 

sondern vor allem der Untertitel "Niederrhein trifft Westfalen". 

Diese verwirklichte sich unter anderem in den Werken Uwe

Teichmanns. Der gelernte Gärtner hat in seinen Radierungen

drei besonderen Bäumen in seiner Heimat ein Denkmal gesetzt.

Er betrachtet Eiche, Lerche und Kiefer nicht nur von außen, sondern 

auch von innen, als Lebewesen. Sein Blick wandert dabei um die 

Bäume herum. In weiteren Werken hat er den Brückenbau am 

Kanal in Dörenthe verfolgt. Die Demontage der alten und Errichtung

der neuen Brücke hat er aus drei Blickwinkeln in Augenschein ge-

nommen und per Drucktechnik zu Papier gebracht.

Die Werke von Annette Stemmann und Uwe Teichmann sind noch

bis zum 11. Juni im Kulturspeicher zu sehen.

Text: Linda Braunschweig veröffentlicht IVZ 31.05.05

 

 

 

 

 

 

 

 

Volkstänzer bringen Gedicht in Bewegung

Niederrhein trifft Westfalen im Kulturspeicher

Kann man ein Gedicht tanzen? Der Bremer Künstler Andreas Schwarzkopf und die Volkstanzgruppe  der KAB Laggenbeck meinen: ja.

Und so tummelten sich am Freitagabend im Kulturspeicher Dörenthe rund 35 Volkstänzer jeden Alters. Schließlich ist die Idee Schwarz-

kopfs ein spannendes Experiment. "Umwandlungen" hat er sein Kunstwerk genannt, das sein Beitrag ist zu der Ausstellung "dreifelder-

weit", die am Sonntag, 29. Mai, um 15 Uhr im Kulturspeicher Dörenthe eröffnet wird. Drei Bremer Künstler sind an dieser Ausstellung

beteiligt. Das thematische Motte der Ausstellung: "Niederrhein trifft Westfalen". Andreas Schwarzkopfs Idee war es, ein Gedicht zu

diesem Thema tänzerisch umsetzen lassen. Und die Volkstanzgruppe der KAB Laggenbeck ließ sich dafür begeistern. "Es ist sehr

interessant und alle wollten gerne mitmachen", so Sonja Driemeier von der Volkstanzgruppe. Gemeinsam mit der Betreuerin der Kinder, 

Ingrid Markfort, hatte sie die Choreografie zu dem Gedicht erarbeitet. "Wir nehmen dazu unsere Volkstänze und passen sie dem Gedicht

an", so Sonja Driemeier. Schwarzkopfs Idee: Der Text eines Gedichts wird in Kapseln verschlossen und, vorläufig nicht sichtbar, im Raum

auf dem Boden verteilt. Nach einem Zug durch den Raum und den Hafen, wobei die Choreografie sich dem Thema tänzerisch nähert, 

sollen die Kapseln geöffnet und das Gedicht vorgetragen werden. Bei der Aufführung anlässlich der Vernissage am 29. Mai wird nicht nur

der Kulturspeicher selbst, sondern auch der Kanal mit einbezogen. "Das Wasser- und Schifffahrtsamt Rheine wird für diese Zeit extra

den Kanal sperren. Wir sind begeistert von dieser Unterstützung", so Petra Probst vom Kulturspeicher Dörenthe. Wenn es um den Kanal

geht, darf auch die DLRG nicht fehlen. Wie die Ortsgruppe Ibbenbüren einbezogen wird, wollte die Organisatorin noch nicht verraten. 

"Das gibt eine Überraschung."

Neben der Aufführung der Volkstänzer wird sich auch der Liedermacher Günther Gall mit Texten und Liedern dem Motto widmen. Sein

Programm "Galläppel" beschäftigt sich mit niederrheinischen Geschichten und Dönkes. Die in der Ausstellung "dreifelderweit" gezeigten

Werke von Uwe Teichmann und Annette Stemmann werden bis zum 11. Juni im Kulturspeicher zu sehen sein. Annette Stemmann

präsentiert rund 20 Bilder. Ihre Malerei ist gegenständlich und entsteht auf Hartfaserplatte in Acryl. Ihr Hauptinteresse gilt der Figur im 

Raum, in ihrer aktuellen Malerei setzt sie sich mit vegetativen Formen auseinander. Etwa 15 bis 20 Farbradierungen stellt Uwe Teich-

mann aus. Er hat sich in seinen Werken besonders einer Göttinger Landschaft, den Dörenther Klippen und den Brücken des Dörenther

Kanals gewidmet. In drei Serien zeigt er Pflanzen und Landschaftsbetrachtungen im Detail. 

"Das Ganze ist ein Experiment, so was hatten wir noch nie", sagt Petra Probst. Die Besucher erwartet ein bunter Kultur-Nachmittag für

Jung und Alt.

Text: Linda Braunschweig veröffentlicht IVZ 24.05.05

 

 

 

                                                                                                                        

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