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Ausstellungen 2010>> Brücken als Verkehrsweg und verbindendes Symbol 14.08.2010 Ausstellung "Brücken" im Kultuspeicher Dörenthe eröffnet Kaum denkbar, dass es jemals gelänge,
ohne die Überquerung einer Brücke durchs Leben zu kommen. Sie verbindet Kontinente und Menschen; im über- tragenen Sinn steht sie für die Überwindung von trennenden oder auch störenden Elementen. Besonders anziehend sind die spektakulären Bau- werke wie die Golden Gate Bridge in San Francisco, aber auch die romantisch gelegene Überquerung eines Bächleins kann die Fantasie der Betrachter anregen. Auf große Resonanz stieß am Samstag- abend die Eröffnung einer Ausstellung im Kultur- speicher Dörenthe. Der Fotograf Horst Gilles aus Lengerich und Mitglieder des Dörenther Speichermalkreises haben das Thema "Brücken" aus unterschiedlicher, teils ungewöhnlicher Sicht beleuchtet. Bei der Vernissage am Samstagabend ging Dr. Gerd Overmeyer, der Vorsitzende des Fördervereins Kulturspeicher Dörenthe, auf die symbolträchtige Bedeutung von Brücken ein. Sie tauchen in Wappen auf, Päpste tragen den Namen "Pontifex maxi- mus" (oberster Brückenbauer) und bekannte Lieder nehmen darauf Bezug. Brücken sind nicht nur aus Stein gebaut, wie Zahnbrücken und Eselsbrücken beweisen. Ein kreativer Fotograf findet bei seinen Streifzügen Details und ungewöhnliche Blickwinkel an dem von ihm angepeilten Objekt der Begierde. Dabei entstehen oft Bilder mit besonderer Ausstrahlung, die dem Betrachter das Gefühl vermitteln, ein bekanntes Bauwerk ganz neu zu entdecken. Horst Gilles hat bei seinen Reisen immer wieder schöne Beispiele der Brückenbaukunst aus vielen Jahrhunderten porträtiert. Dabei bediente er sich unterschiedlicher Techniken. Einige der in Dörenthe ausgestellten Bilder wurden noch mit einer analogen Kamera aufgenommen, aber auch die digitale Technik beherrscht Gilles. Seine besondere Liebe gilt der Schwarz-Weiß-Fotografie, seitdem er vor etwa 40 Jahren mit dem Fotografieren begann. Er experimentiert mit der Infrarottechnik und lässt damit seine Bilder noch eindrucksvoller strahlen.
verfallen. Berühmte Beispiele sind die Bilder der LangloisBrücke von Vincent van Gogh oder der japanischen Brücke in Monets Garten von Giverny. Der Ibbenbürener Malkreis, dessen Domizil seit zehn Jahren der Kulturspeicher in Dörenthe ist, hat sich ebenfalls seit einiger Zeit mit verschiedenen Techniken und Sichtweisen diesem weltumspannenden Thema gewidmet. Hedwig Lampe hat mit der Göltzschtalbrücke im Vogtland die größte Ziegelsteinbrücke der Welt auf die Leinwand gebannt. Christel Dohmen stellt dagegen ein abstraktes Werk in Spachteltechnik aus. Mit silberglänzenden Metallbändern sind zwei Bilder miteinander verbunden, die in Farben und Strukturen miteinander korrespondieren und sehr harmonisch wirken. Außerdem stellen in Dörenthe die Künstlerinnen Renate Wrocklage, Brigitte Riedel, Anne Lindenschmidt, Bärbel Steinigeweg, Inge Kohlpoth, und Monika Kröger aus. Renate Wrocklage hat die Gruppe ins Leben gerufen. "Wir laden zu unseren Treffen auch Dozenten ein, die Maltech- niken vermitteln", erzählt sie. Neue Mitglieder sind willkommen, sie erhalten unter 0172/6437353 weitere Informationen. Die Ausstellung ist noch bis zum 5.
September an jedem Sonntag von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Text und Fotos: Brigitte Striehn, veröffentlicht IVZ 16.08.2010
Gemeinschaftsausstellung "Ortswechsel" Kulturspeicher Dörenthe - Kunstspeicher Mettingen
Wanderungen für mehr Entdeckungen 12.6.2010 Ausstellung "Ortswechsel" im Kulturspeicher Dörenthe Die Funny Red Line, die die Kunstvereine in Ibbenbüren und Mettingen symbolisch miteinander verbindet, ist seit dem Samstag wieder einmal zur Transitstrecke für Kunstwerke geworden. Während im Rahmen der Doppel-Doppelausstellung "Ortswechsel" zwei Ibbenbürener Künstlerinnen ihre Werke im Mettinger Kunstspeicher präsentieren, hat der Dörenther Kulturspeicher zweifachen Besuch aus Mettingen. Dort am Kanal kann man bis zum 11. Juli, je sonntags von 14 bis 18 Uhr, Werke von Eduard Berms-Batas und Renate Pfennig kennen- lernen. Zur Vernissage am Samstagnachmittag ließen die Mettinger Künstler sich von Bernhard Kötter, Vorstandsmitglied des Förder- vereins Schultenhof, begleiten, der den zahlreichen Besuchern die so unterschiedlichen Persönlichkeiten und Werke vorstellte. Im vorderen, gradlinig-betongrauen Ausstellungsraum erläuterte er Renate Pfennigs "Grenzräume". Geometrische Figuren bilden die Grund- lage der zumeist als farbkräftige Acrylbilder auf Leinwand oder Bütten gestalteten Werke. Das gibt den Bildern Klarheit. Aber das eigent- liche "Geschehen" spielt sich in den Berührungszonen ab. Dort überlagern sich die Farbflächen, mischen sich, schieben sich als Lasuren übereinander oder ergeben neue, eigene Räume. So kommt eine Tiefe zustande, wie sie Perspektive oder Licht hervorrufen könnten. Die diplomierte Grafik-Designerin Pfennig trägt ihre Farbe, auch mal Aquarell oder Kreide, mit unterschiedlichem Werkzeug auf, mit Pinsel, Schwamm, Spachtel oder der Hand. Eine endgültige Planung gibt es so nicht, es bleibt immer Platz für Spontanität. Und es bleibt auch Platz für den Betrachter, der in diesen Grenzräumen "wandern" kann. Die "Lebenslinien" von Eduard Berms-Batas im charaktervolleren hinteren Ausstellungsraum bilden einen reizvollen Kontrast zu den geometrischen Strukturen von Pfennig. Sie sind einerseits eine Art Tagebuch eines prallen Lebens mit weiten Reisen und vielfältigen beruflichen Erfahrungen als Architekt. Exakte Uhrzeit der Fertigstellung, Wetter und andere Daten erscheinen im Titel, die Materialien, Federn, Fundstücke menschlicher Tätigkeiten und immer wieder Sand aus allen Teilen der Erde sind Fixpunkte der Erinnerung. Die Formen aber, die sich ergeben, die Zahlen und Zeichen, die sich immer wieder finden, sind unmittelbarer Ausdruck von Gefühlen. Da steht Berms-Batas in der Tradition des Informel. Die Rhythmen seiner Bilder, der Fluss der Linien, die sichere Komposition zeigen jedoch, wie sehr die Gestaltungsfähigkeit, der Gestaltungswille und die künstlerische Erfahrung fester Bestandteil der sich äußernden Persönlichkeit sind. Und so entstehen Bilder von großer Ästhetik, die weit über das Persönliche hinausgehen.So geht die Gruppe der Werke in dem einen Raum des Speichers vom Allgemeingültigen der Geometrie zum Individuellen der Grenzraumerfahrung, in dem anderen vom unmittelbar Persönlichen zum Offenen für jeden Betrachter. Man sollte sich auf ausgedehnte Wanderungen zwischen den beiden Bildgruppen einstellen, um im Vergleich mehr darin zu entdecken. Sichtwechsel und Neuland im Kunstspeicher Petra Engelbert und Roswitha Massing stellen ihre Werke auf dem Schultenhof aus "Ortswechel" hieß es am Samstagabend für die Vernissage-Besucher der Ausstellung mit Werken von Petra Engelbert und Roswitha Massing im Kunstspeicher des Schultenhofes. Denn nicht nur die Werke der beiden Künstlerinnen wechselten aus Ibbenbüren ins Tüöttendorf, sondern umgekehrt in einem zuvor eröffneten zweiten Teil der Ausstellung auch Arbeiten der Mettinger Künstler Renate Pfennig und Eduard BermsBatas nach Dörenthe in den dortigen Kulturspeicher. Während in Dörenthe die Gegensätze der Werke durch räumliche Trennung betont werden, wurden die Bilder im Kunstspeicher bewusst direkt miteinander konfrontiert. Das macht es allerdings nicht einfach, das Persönliche der beiden Malerinnen zu erkennen. Gewisse Ähnlichkeiten gibt es ja zudem in ihrem künstlerischen Tun. Sowohl Petra Engelbert als auch Roswitha Massing betätigen sich in der Kunsttherapie, beide unterrichten auch im Bereich Kunst, beide bilden sich fortlaufend durch Besuche von Kursen und Akademien selbst weiter. "Seit heute aber für immer weiß ich: Die Erde ist wirklich warm" heißt es in einem Gedicht der österreichischen Dichterin und Malerin Christine Lavant (1915-1973), dem Massing eine Serie widmet, Das Gedicht liefert aber auch den Titel ihres Ausstellungsbeitrags: Sichtwechsel. Das ganze Gedicht findet sich in der Aus- stellung. Zur Vernissage wurde es von Monika Haselon, Vorstandsmitglied des Fördervereins des Kulturspeichers Dörenthe, in ihrer Ein- führung rezitiert. Lavant ist in ihrem von Krankheiten geprägten Leben immer wieder in neue Sichtweisen gezwungen worden, hat diesen aber Positives abgewonnen, vor allem Vertiefungen ihres künstlerischen Ausdrucks. Eindrucksvoll zeigen einige Bilder, wie Roswitha Massing diesen zweimaligen Sichtwechsel umsetzt. Da gibt es vier Bilder, unten neben dem Kamin, die wie aus Krankheit und Leid entstanden wirken. Dunkel, bedrohlich, aber auch faszinierend in den Kontrasten. Ihren Widerpart bildet, an der Wand diagonal gegenüber, ein helles, aufwärts gerichtetes Gemälde, das die Befreiung vom Erdschweren auszudrücken scheint. Wie der Ausgangspunkt von Massings Bildwelt steht ein Werk am Anfang ihres Ausstellungsteils, das ,,1945" heißt und ein blondes Mädchen zeigt, das mit seinen Blumen in der Hand auf jemanden zuzugehen scheint, aber sehr sehr allein wirkt. Hier hat der Betrachter Gelegenheit, seinerseits Sichtwechsel zu versuchen. Petra Engelbert nennt ihren Ausstellungsteil "Neuland", auch der Titel des überwiegenden Teils ihrer ge- zeigten Arbeiten. Sie verwendet neben Ölfarben und gelegentlich Graphit auch ungewöhnliche Stoffe zum Malen: Laub, Blattgold, Papier, Sand, Blumen und allerhand andere Naturmaterialien. Die betreten, aber bilden auch Neuland, Landschaften, die wie eine Fata Morgana in den sie umgebenden Farbflächen hervorleuchten. In den kleineren Stücken erscheinen auch Figuren, Gesichter, Zeichen Formen und Flächen, die auseinanderfallen und sich wieder ordnen. Damit folgen sie einer der Arbeitstechniken von Petra Engelbert. Sie löst schon mal die Materialien von ihrem ja farbigen Untergrund und ordnet sie darauf neu an. Die dabei entstehenden Verluste erweisen sich als Gewinn für die Transparenz, erzeugen ein Flirren oder eine zusätzliche Tiefe. Text: Wilm Froese, veröffentlicht IVZ 16. Juni 2010
Farben gibt es nur im Licht 25.4.2010 Kunstausstellung im Kulturspeicher Dörenthe eröffnet Im einen Raum die Bilder, im anderen die Flut, so erklärt sich der Name der Ausstellung im Kulturspeicher Dörenthe, die Sonntag eröffnet wurde: "Bilder und Flut" von Gabriele Staarmann. Zahlreiche Kunstfreunde ließen sich von Monika HaseIon und von der Künstlerin selbst in die Mischung aus Lichtfarben und körperlichen Farben einführen. Die Veranstaltung begann mit der Flut, einer raumfüllenden Installation eines durch eine Windmaschine in Wellenbewegung versetzten Stoffbahn, die, mit geheimnisvollem blauen Licht angestrahlt, wie Flut- wellen auf das Publikum zuzurollen schien. Später tobten Kinder in diesen Wogen herum und eroberten sich das Kunstwerk auf ihre Weise. Farben
sieht man nur im Licht, erläuterte die in Georgsmarienhütte geborene und jetzt in Hamburg lebende Künstlerin und KunstwissenschaftIerin. Daher war es apart, dass Begrüßung und Erklärung im Dunkeln stattfanden, weil die Windmaschine ausgestellt werden musste und dadurch die erhellen- den Lichtreflexionen fehlten. Wenn man sich daher für kurze Zeit nicht auf die Werke konzentrieren konnte, war das der Aufnahme des Wortes eher förderlich. Monika HaseIon wies darauf hin, dass Staarmann sich in ihren Produktionen selbst ganz zurücknimmt. Keine individuelle Handschrift soll verhindern, dass die Farbe selbstständig wird. Als eigene Erfahrung mit dieser Art der Malerei erzählte die zweite Vorsitzende des Fördervereins des Kulturspeichers, sie gehe immer heiterer aus einer Begegnung mit Staarmanns Bildern, als sie vorher war, und sie könne sich besonders stark an die Räume erinnern, in denen sie diese Bilder jeweils gesehen habe. Die Malerin erklärte ihre Vorliebe für Farben, denen ein wissenschaftliches Interesse zugrunde liege. Was assoziiert man mit Rot, Grün und anderen Farben? Welche Symbolwerte, welche emotionalen Wirkungen haben sie, abhängig oder unabhängig von Kulturen. Sie verfolgte die Geschichte der Ablösung der Farbe aus der dienenden Rolle von Vermeer über die Impressionisten und den Pointillismus bis zum Konstruktivismus. Reine Lichtinstallationen wie ihre "Flut" seien inzwischen eine eigene Gattung geworden. Und an ihren Werken, zu denen außer Wandbildern auch Möbel in der Bauhaustradition in neuer Farbgebung gehören, interessiere sie das Zusammenspiel in Vermischung und Kontrast. Leider wirkt der Großteil der Werke tatsächlich recht theoretisch. Großformatige Tafeln mit sich kreuzenden farbigen Schwüngen und ihren Farb- mischungen, Ballonformationen mit kleinen Schnittmengen, Rechtecke oder "Schottenmuster", manche aus mehreren Rahmen zu- sammengesetzt, das erschwert den Zugang. Die Emotionalität der reinen Farbe wird in der Fülle der Vermischungen zu beliebig. Ihre Interaktionen überbrücken teilweise kaum
den freien Raum dazwischen. geweckt hätte, die schwer zu erfüllen sind, hätte man sich leichter auf die Bilder einlassen können. Aber da ist ja noch die blaue Flut mit ihrem Wellenspiel, das auch dann für sich einnimmt, wenn man nicht darin herumtanzt. Die Ausstellung ist bis zum 16. Mai sonntags von 14 bis 18 Uhr zu sehen. Text: Wilm Froese, veröffentlicht IVZ 28.04.10
Malen wie Joan Miró Kindergartenkinder präsentieren
Ausstellung im Kulturspeicher "Pinsel, Klecks und Malerei - mit Kunst erlebt man allerlei". Unter diesem Motto eröffneten die Jungen und Mädchen des Markus-Kindergartens am Donnerstagnachmittag ihre erste eigene Kunstausstellung. Für die Vernissage hatte der Förderverein des Kulturspeichers seine Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt. Kindergartenleiterin Kerstin Runde begrüßte
sich sichtlich darauf, die Werke der kleinen Künstler für die Ausstellung freizugeben. Die Idee zur Ausstellung wurde durch das Projekt "Kreiselkunst" ins Leben gerufen. Es befasst sich mit der optischen und künstlerischen Ausgestaltung von Verkehrskreiseln. Im Zuge dieser Aktionen trafen sich in den vergange- nen zwei Jahren Kunststudenten im evangelischen Familienzentrum Markus- Kindergarten, um ihre Entwürfe und Kreationen für die Verschönerung der Kreisel auszugestalten. Mehr oder weniger spontan entwickelte sich aus dieser Arbeit die Idee, die Kindergartenkinder an die Kunst heranzuführen. Unter fachlicher Anleitung und fachkundiger Betreuung entstanden zahlreiche kreative Werke zu Kurzprojekten wie "Malen wie Joan Miró, Hundertwasser, van Goch",
Selbstbildnisse und Fotoprojekte. Die Kinder wurden in
Techniken wie Gipsen, Pappmaschee, Papierschöpfen oder Nass-in-Nass-Malerei einge- bunden. Gemeinschaftswerke wie der Königsstuhl, der Paradiesvogel und zahl- reiche Collagen zieren die Wände der Ausstellung ebenso wie mehr als 50 weitere Kreativwerke der Kinder. Ziel des Projektes sei in erster Linie die Förderung von Kreativität und Wahrnehmung der Kinder, erklärte Kerstin Runde. Über eine längere Zeit setzten sich die Kinder sowohl mit den Künstlern als auch deren Werken auseinander. Im weiteren Sinne finde auch die Religion ihren Platz in dem Kunstprojekt. Besonders die Schöpfung sei stark einbezogen worden. Die Ausstellung ist bis Sonntag kostenlos im Kulturspeicher zu sehen. Infos unter der Telefonnummer 05455/242 oder im Internet auf www.kulturspeicher.net. Text und Bilder: Daniel Döhring veröffentlicht IVZ 20.03.2010
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