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Ausstellungen 2009 >>

 

Begegnung der Generationen ist in den Bildern sichtbar       13. Dezember 2009

Ausstellung "Kontraste" der Jugendkunstschule im Kulturspeicher

Am Sonntagvormittag wurde eine Ausstellung mit dem Titel "Kontraste" im Kulturspeicher Dörenthe eröffnet. Zum ersten Mal stellten die

Künstler des "Bunten Malkurses der Jugendkunstschule Ibbenbüren" und des "Speicher Malkreises Dörente" gemeinsam aus. Zu den 

Themen "Florales, Figürliches, Stillleben, Landschaften und Flächen" hatten sich sowohl die Kinder und Jugendlichen als auch die Er-

wachsenen einiges einfallen lassen. Monika Haselon, zweite Vorsitzende des Fördervereins Kulturspeicher Dörenthe, begrüßte die zahl-

reichen Gäste zur Eröffnung mit einem Zitat von Pablo Picasso: "Wenn es nur eine einzige Wahrheit gäbe, könnte man nicht hundert

Bilder über dasselbe Thema malen." So verschieden sind auch die Interpretationen und Auffassungen des Themas bei Jung und Alt. Dies

zeigt sich in der Konzeption: Bilder mit ähnlichen Inhalten beider Gruppen werden nebeneinander präsentiert. Die daraus entstehenden

Kontraste mache die Spannung der Ausstellung aus.

Seit 2006 ist der Malkreis im Speicher beheimatet. Die Künstler treffen sich alle drei Wochen zum gemeinsamen Schaffen und einem 

regen Austausch. Renate Wrocklage hatte die Idee zur gemeinsamen Ausstellung und leitete auch alles in die Wege. Sie ist Mitglied des

Speicher Malkreises und Leiterin des Malkurses an der Jugendkunstschule. "Ich wünsche den Kindern, dass sie die Freude am Malen be-

halten und auch als Erwachsener Künstler bleiben können", erklärte Wrocklage. "Nicht immer ist alles perfekt und nicht jedes Bild ist ein

Meisterwerk, aber die Kinder sollen Spaß daran haben." Ihre 12 Schülerinnen und ein Schüler hatten sich im letzen halben Jahr mit den

Themen auseinandergesetzt. Herausgekommen sind abstrakte Stillleben, bunte Blumen, Häuser und Leuchttürme. Alwina Koop, die 

Leiterin der Jugendkunstschule Ibbenbüren bedankte sich bei ihrer Mitarbeiterin für ihr besonderes Engagement für die Kinder. "Renate

ist die Brücke zwischen den beiden Gruppen." In der Kunstschule wolle man vor allem die Kreativität der Kinder fördern, die heutzutage

nicht mehr selbstverständlich sei. "Bei der Ausstellung können sie nun endlich zeigen, woran sie so lange Zeit gemalt haben und erfahren,

dass ihre Arbeit wertgeschätzt wird" erklärt Koop.

Begeistert war sie vom ganz besonderen Charakter der Ausstellung: "Die Begegnung der Generationen wird in den Bildern sichtbar. Die

Kinder fassen die Themen ganz anders auf und setzen sie auch anders um. Sie malen auf jeden Fall bunter, alles muss strahlen". Doch 

Kinder und Erwachsene verfolgten ein gemeinsames Ziel. Sie würde sich sehr über eine Wiederholung des Projektes freuen. "Ich denke,

die Ausstellung ist auf jeden Fall ein gelungenes Experiment. Und für so etwas ist der Förderverein immer zu haben", so auch Haselon 

vom Förderverein Kulturspeicher.

Text: Anna-Lena Himstedt, veröffentlicht IVZ 16.12.09

 

 

"Die Objekte sind gezeichnet"        22. November bis 6. Dezember 2009

Kunst aus Nutzeisen - "Vor der Transformation": Ausstellung im Kulturspeicher

Am Sonntag wurde im Kulturspeicher in Dörenthe die Ausstellung "Vor der Transfor-

mation" von Heidemarie Wenzel eröffnet. Die Bildhauerin und Künstlerin zeigte Objekte

aus zwei verschiedenen Schaffenszeiten. Aus Nutzeisen vom Schrottplatz schuf sie

zwischen 1992 und 2002 faszinierende Metallplastiken und Sitzskulpturen. Alte Werk-

zeuge, Wannen, Hufeisen, Zahnräder, Schaufeln, und allerlei andere Fundstücke wurden

zusammengeschweißt zu neuen, nützlichen Gegenständen wie Stühlen oder Tischen.

"Nach der Ausstellung gehen alle Objekte in die Schrottpresse", berichtet Wenzel. 

Was für die meisten Besucher zunächst wie ein schlechter Witz klingt, ist für die Künst-

lerin eine logische Konsequenz. "Die Objekte werden nicht zerstört, sondern werden einfach nur zu neuen Skulpturen ver-

dichtet und umgeformt", erklärt sie. Ein etwas mulmiges Gefühl hat die Lehrerin für Kunst und Philosophie aber doch: "Ich weiß ja nicht, 

was daraus wird und kann es auch nicht beeinflussen."

Monika Haselon, die Zweite Vorsitzende des Fördervereins Kultur-

speicher Dörenthe hieß alle Gäste in den Ausstellungsräumen will-

kommen. "Das ist die letzte Gelegenheit, die Objekte aus Nutzeisen

anzusehen. Ich denke, diese Gewissheit verstärkt die Eindrücke

noch." Sie erläuterte, die Werke hätten Gemeinsamkeiten mit dem

Kulturspeicher, denn man könne ihnen ansehen, was sie schon alles

mitgemacht haben. "Die Objekte sind gezeichnet. Früher waren die

Gegenstände der Pflicht unterworfen, heute sind sie Teil der Kunst", 

so Haselon. Dr. Bernd Lüking, Fachbereichsleiter für Kulturelle 

Bildung der Volkshochschule Münster, hob drei Begriffe hervor, die für

künstlerisches Schaffen wichtig sind: "Gedanke, Gestaltung und Gestus." Er ging besonders auf die neueren Werke Wenzels ein: "Denk-

tafeln aus dem philosophischen Projekt von 2002 bis 2009". Sätze berühmter Philosophen wurden aus Stahl ausgeschnitten, die übrig

gebliebenen Buchstaben zu Schriftkugeln zusammengesetzt. Die Teilinstallationen wurden an bestimmten, öffentlichen Orten in Münster

ausgestellt, um dem Betrachter die Möglichkeit zu geben, zu reflektieren und das Kunstwerk mitzugestalten.

Zu den älteren Werken aus Nutzeisen, den sogenannten Environment-

Objekten sagte er: "Auch ich war im ersten Moment geschockt, als ich 

hörte, dass alles in die Schrottpresse gehen soll." Doch es sei nur eine 

neue Transformation der Objekte. Am 8. Dezember ist es so weit: Wenzel

übergibt ihre Arbeiten einer Maschine und lässt sie entscheiden, welche

Gestalt das Kunstwerk annimmt. "Das ist völlig neu", so Lüking. Bisher 

habe sie schließlich alles selbst gestaltet und allein gemacht. Bereits fünf

Tage später, ab dem 13. Dezember, sind die neuen alten Ausstellungstücke

in ihrem Atelier in der Werse 27, Münster, zu sehen. "Sie überlässt dem 

Zufall seine Chance" so Lücking.

Text: Anna-Lena Himstedt, veröffentlicht IVZ 24.11.09

Bilder: Hermann Pabst, (Münster), Gerd Overmeyer, Hedwig Voß

 

Schrott kann mehr sein

Ausstellung "Vor der Transformation" von Heidemarie Wenzel

Der Notenständer will nich  in die Schrottpresse. Das zarte Gebilde entwindet sich den plumpen Zähnen des Greifers und fällt zur Seite.

Aber Heidemarie Wenzel duldet keine Fluchtversuche: Sie greift sich den Notenständer und schichtet ihn auf einen zweiten Stapel. Dies-

mal packt der Greifer fast zärtlich zu, die Riesenklaue schließt sich sanft knirschend um das Häuflein Metall. Der Bagger fährt schnau-

fend einen halben Meter zurück, dreht sich - und wirft die ganze Ladung scheppernd in eine riesige Wanne. Alltag auf dem Schrottplatz?

Nicht ganz. Denn der metallene Notenständer und seine ganz Sippschaft - Möbel, Skulpturen, Gebrauchsgegenstände - sind so schön, 

dass es dem unvorbereiteten Beobachter ganz weh ums Herz wird. Heidemarie Wenzel, die bekannte Metallbildhauerin, hat die Objekte 

vor Jahren geschaffen; jetzt steckt sie ihre Werke in die Schrottpresse. Nicht um die eigene Arbeit zu zerstören, sondern um sie umzu-

formen. Die meisten Objekte sind in den 90er Jahren entstanden. Es sind gebrauchtsfähige Kunstmöbel aus "Nutzeisen" (ein vornehmes

Wort für Schrott). Die Künstlerin hat sich das Metall seinerzeit auf verschiedenen Schrottplätzen zusammengeklaubt, unter anderem hier

bei den Gebrüdern Bernsmann am Industrieweg in Münster, wo jetzt die Presse knirscht. Jetzt, nach vielen Jahren und mehreren inter-

national beachteten Ausstellungen, möchte sie den künstlerischen Prozess fortsetzen. 

Das ist aber gar nicht so leicht. Zwar beginnt die Presse stampfend ihr unbarmherziges Werk - doch irgendjemand hat vergessen, die 

vordere Klappe zu schließen. So entsteht eine unförmige Wurst aus Altmetall. Die Maschine wird gestoppt, ein Arbeiter zieht das frisch

Gepresste zurück. Beim zweiten Anlauf klappt´s. Ob es ihr nicht leid tut um ihre eigenen Arbeiten? Heidemarie Wenzel lächelt: "Das 

sagen viele, die diese Sachen zum ersten Mal sehen." Für sie aber handele es sich einfach um 17 Jahre alte Dinge: "Es wird Zeit, dass

mal was neues daraus wird." Bis vor Kurzem waren die Arbeiten noch im Kulturspeicher Dörenthe ausgestellt. Wer wollte, konnte dort

Abschied nehmen...

Nach ein paar Stunden hat die Presse ihre Arbeit getan. Vor der Künstlerin liegen vier Brocken, jeder etwas so groß wie ein alter Fern-

seher, dabei um die 200 Kilogramm schwer. Die Formen sind nicht so gleichmäßig wie die Künstlerin erhofft hat, und sie wirken in sich

etwas instabil. Aber immerhin: "Man kann die alten Skulpturen noch erkennen!" Am Sonntag, 13. Dezember, von 11 bis 13 Uhr werden 

die neuen Metallskulpturen in den Ateliers am Pleistermühlenweg, Werse 27, in Münster gezeigt.

Text: Lukas Speckmann, veröffentlicht IVZ 11.12.09

 

 

Klare Bilder in starken Farben         4.Oktober bis 1. November 2009

Ausstellungsreihe "Svensk Konst"

Dreifach schwedische Kunst servieren im Oktober der Kunstverein Ibbenbüren, der Kulturspeicher Dörenthe und der Förderverein Mettin-

ger Schultenhof unter dem Titel "Svensk Konst". Dreigeteilt war folglich auch die Vernissage der Ausstellung von acht schwedischen 

Künstlern am Sonntagnachmittag an den drei Ausstellungsorten. Nach dem Auftakt im Kunstspeicher Mettingen trafen sich die Kunst-

interessierten, die Ausstellungsmacher und zwei der ausstellenden Künstlerinnen in der Alten Honigfabrik wieder. Mit zehn Bildern ist 

dort Ingegerd Carlström vertreten, darunter kleine, klare Landschaftsbilder in starken Farben. Keine realen Orte, sondern die Essenz der

Eindrücke, die die Malerin gesammelt hat. In englischer Sprache nannte sie auch die zweite Quelle ihrer Inspirationen, das menschliche

Leben. Interessant, dass in den Bildern "Exodus" und "Heimkehr" die Menschen in die gleiche Richtung gehen. Damit wolle sie andeuten

dass Auszug und Ankunft sich bedingen. Christina Norström Blankstein berichtete auf Deutsch über ihren persönlichen und künstlerischen

Lebenslauf. Nachdem sie anfänglich Portraits gemalt hat, steht nun die ungegenständliche Arbeit im Vordergrund ihrer Suche. Vielleicht

werde sie sich aber auch der Landschaftsmalerei zuwenden, geprägt durch ihre Lebensstationen in Schweden, der Schweiz, den USA und

nun Berlin. Ihre acht Bilder sind ebenso hintergründig wie das Triptychon eines Mächens im Wald der in Frankreich lebenden Malerin

Gabriella Hagelberg Legillon. Vertrautheit mit der Landschaft der Kindheit spricht daraus, Aufbruchstimmung und ein Hauch von Angst.

Verschlüsselter finden sich diese Elemente ebenso in den zehn Bildern des Malers Sune Lindén wieder. Auffällig auch bei ihm in den ver-

wobenen Formen die starken Farben, die den Ibbenbürener Teil der Ausstellung kennzeichnen. Vielleicht war es das, was die Kunstver-

eins-Vorsitzende Sonja von Gostomski in ihrer Begrüßungsansprache nach dem typisch Schwedischen suchen ließ.

Im dritten Teil der Vernissage im Kulturspeicher Dörenthe wurde man unvermittelt daran erinnert, dass sie darunter auch eine starke so-

ziale Kontrolle nannte, unter der Extravaganz tabuisiert sei. Denn dort dominieren die großen Bilder von Sofie Arfwidson. Alte Sagen und

Alltagsleben gehen in den Werken der in Berlin wohnenden Immendorff-Schülerin oft eine Verbindung ein, die in all ihrer geläufigen Formen-

sprache der mythischen Sciencs-Fiction wie gewaltsame Ausbrüche aus der gesellschaftlichen Kontrolle wirken. Während bei ihr die ei-

gentlich universale Mythen in ihrer induviduellen Ausprägung mit der des Betrachters zusammenspielen sollen, sucht die ebenfalls in 

Berlin arbeitende Veronica Brovall in ihrer in Ibbenbüren und Dörenthe gezeigten Collagen das Allgemeine in alltäglichen Objekten, um 

ebenfalls die verschiedenen Sichtweisen gegeneinander auszuspielen. Man braucht lange, um sich mit diesen zunächst spröden Bildern

anzufreunden. Abgestoßen oder angezogen wird man von den Werken von Emil Holmer, die oft recht aggressiv erscheinen. Wie die an-

deren in Berlin lebenden oder ausgebildeten Ausstellungsteilnehmer will er direkt auf den Betrachter einwirken, und wie bei diesen bleibt

sein Ausbruch, sein Protest "im Rahmen", auch in dem des Bildes. Parallele zur Protestkunst in den letzten Jahren der DDR?

Ganz aus dem Rahmen der Ausstellung scheint aber eine Installation von Daniel Segerberg zu fallen. Der fügt Fundhölzer und Stoffreste 

zusammen und einem Model des Urkerns der Dinge, zu einem Atomium. Gerd Overmeyer, der Vorsitzende des Fördervereins des Kultur-

speichers, führte in seiner Begrüßung vor, wie der Besucher dies Werk selbst bewegen kann. Im Grunde macht aber gerade dies Gestell

aus Holz und Stoff das Gemeinsame der Ausstellung deutlich. Nicht so sehr der Farblichkeit als "Folge dunkler schwedischer Nächte", 

auch nicht der Spagat zwischen Exodus und Heimkehr sondern die Suche nach dem Universellen im Alltäglichen.

Text: Wilm Froese, veröffentlicht IVZ 6.10.09

 

 

Mit einfachen Techniken expressive Werke schaffen   13. bis 30. September 2009

Grafikausstellung von Anders Kjellesvik im Kulturspeicher Dörenthe

Im Kreis Steinfurt sind das Kloster Bentlage und der Kulturspeicher Dörenthe Standorte für zwei Ausstellungen von Druckgrafik, die im 

Rahmen des "Münsterlandfestivals pART5" gezeigt werden. Die beteiligten Künstler kommen in diesem Jahr aus Skandinavien. Im Kultur-

speicher Dörenthe wurde am Sonntagvormittag die Ausstellung des Norwegers Anders Kjellesvik eröffnet. Klein- und großformatige Drucke

in Mixed-Media-Technik; Kartoffel-, Sieb- und Tintendrucke geben Einblicke in das vielseitige Schaffen des jungen Grafikers, Malers und

Bildhauers, der in Berlin lebt. Die Kunst wurde ihm bereits in die Wiege gelegt, denn sein Vater Magne Kjellesvik ist in seinem Heimatland

ebenfalls ein bekannter Maler. Anders hat seine Ausbildung an bekannten Kunstakademien in Norwegen, Dänemark und Finnland erhalten

und seine Werke weltweit in Ausstellungen gezeigt. Mit Andreas Siqueland erarbeitet er seit 2004 unter dem Namen aiPotu Prrojekte zum

Thema Reisen. Menschen und Landschaften finden sich in seinem Werk ebenso wie "Versatzstücke aus Kunst und Geschichte."

Dr. Gerd Overmeyer, der Vorsitzende des Fördervereins Kulturspeicher Dörenthe, begrüßte am Sonntag die Gäste. Zur Vernissage waren

aus Dänemark Pernille Kloevedal Helweg und Anne Marie Ploug anwesend. Ihre Werke sind zurzeit im Kloster Bentlage ausgestellt. Dr.

Overmeyer freute sich, dass Anders Kjellesvik die Ausstellung selbst mit aufgebaut hat und den Besuchern der Vernissage zu Gesprächen

zur Verfügung stand. Einige der Werke wurden eigens für das Münsterlandfestival pART5 geschaffen. Den Kartoffeldruck empfindet 

Kjellesvik als eine sehr einfache, aber wirkungsvolle Form künstlerischen Ausdrucks. Christina Sauer, Grafikerin aus Ibbenbüren, war von

dieser experimentellen Art ebenfalls sehr angetan. "Man kann sehr spontan arbeiten und muss keine Druckplatten vorbereiten, das ist 

durchaus reizvoll, meinte sie. Marianne Bartsch-Tegtbauer und Ulrich Tegtbauer aus Nordwalde haben persönliche Beziehungen zu 

skandinvischen Ländern. Deshalb freuten sie sich, dass in diesem Jahr Künstler aus Dänemark, Norwegen und Schweden im Mittelpunkt

des Kunstfestivals standen. Sie finden es eine gute Idee, die Aktivitäten gemeinsam vorzustellen, das erleichtere die Orientierung. Sie 

hätten dadurch interessante neue Dinge und Orte kennengelernt. An den Grafiken in Dörenthe fasziniert sie das Überschreiten von

Grenzen, wie bei den Darstellungen von Meer und Sonne. Über die Verwendung von Kartoffeln als Grundmaterial waren sie zunächst

erstaunt, aber das Ergebnis fanden sie überzeugend. Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen und einige Originalabzüge der Werke

werden im Kulturspeicher während der Öffnungszeiten samstags und sonntags von 14 bis 18 Uhr verkauft. Die Ausstellung schließt am 

30. September ihre Pforten.

Text: Brigitte Striehn, veröffentlicht IVZ 15.09.09

 

 

Dörenther Triangel löst Empfindungen aus   15. August bis 6. September 2009

Ausstellung von Dieter Blase im Kulturspeicher eröffnet

Jürgen Hecker vom Förderverein Kulturspeicher Dörenthe begrüßte am Samstag etwa 30 Freunde künstlerischer Fotografie zur

Vernissage der Ausstellung "Dörenther Triangel" im Kulturspeicher Dörenthe. Das Klanginstrument ist Thema und strukturgebendes

Element der Ausstellung. Durch seine besondere Form bringe es drei Seiten eines Raumes in Beziehung und bewirke eine Resonanz, 

die auf den Zuhörer wirke und Empfindungen auslöse, charakterisierte Hecker in seiner Einführung die Absichten der Ausstellungsmacher.

Die Resonanzen seien vielfältig und nicht auf einen Nenner zu bringen, ebenso wie der Triangel keinen exakt bestimmbaren Ton vorgebe.

Das Projekt beinhaltet die fotografischen Serien von Dieter Blase, Bernd Kappenberg und Georg Niklasch. Sie zeigen unterschiedliche

Positionen zu dem Ort des Entstehens und rufen bei den Betrachtern Assoziationen zu eigenen Bildern im Kopf hervor. Wer aufmerksam

durch Dörenthe geht, wird einiges wiedererkennen, aber erst in der künstlerischen Aufarbeitung der Motive entsteht die eigenständige

Aussage der Fotografen.

Die Teilnehmer eines Fotografie-Workshops, Monika Balter, Klemens

Berghaus, Holger Fries, Ulrike Käsekamp und Hedwig Voß, haben

ihre ganz persönliche Sicht auf die Dinge an verschiedenen Orten des

Ibbenbürener Stadtteils festgehalten. Im zweiten Raum  des Kultur-

speichers wird mit der Serie "Orte des Handels/Wandels - 7 Positio-

nen konzeptueller Photographie in Hafenquartieren" das Thema des 

Bedeutungswandels von Orten aufgegriffen. Sie zeigen "Hafenquar-

tiere im Strukturwandel", unter anderem in Münster und Amsterdam.

Bei diesem Fotoprojekt gehe es nicht um eine "richtige, sachliche" 

Sicht, sondern um verschiedene Formen einer wirklichkeitsbeschrei-

benden Fotografie, so Hecker. Er wolle aktuelle diskutierte Themen 

der zeitgenössischen Kunst in die eigene Umgebung tragen. erläuterte

Dieter Blase in seinen einführenden Worten. Dazu gehöre die Wiederentdeckung des Triptychons durch Künstler der Moderne. Er selbst

finde das Format reizvoll und habe deshalb je drei Motive in drei Fotos eingefangen. Es habe Spaß gemacht, das eigene Umfeld sichtbar

zu machen und andere zur Auseinandersetzung mit seiner Sichtweise anzuregen, beschrieb der Fotodesigner aus Metelen seine

Intentionen. Dargestellt würden Strukturen, thematische Veränderungen eines konkreten Ortes. Der Fotograf müsse bei der Motivsuche

entdecken, was wichtig ist in seinem gewählten Ort, in Japan oder New York ebenso wie in Dörenthe.

Im Erdgeschoss des Kulturspeichers konnten die Besucher Arbeiten der Aktion "European Islands II" in Augenschein nehmen. Das inter-

nationale Jugendprojekt zur Gestaltung von "Kreiselkunst" wird von "Kaja West e.V.", einem Träger der freien Jugendarbeit, gemeinsam

mit dem Kulturspeicher veranstaltet. Bernhard Ahlers erläuterte den interessierten Besuchern die Idee und die bisher entstandenen

Objekte.

Text und Bilder: Brigitte Striehn, veröffentlicht IVZ 18.08.09

 

 

Hände auf dem Kreisel  9. bis 30. August 09

Projektpräsentation der Kaja West e.V. im Kulturspeicher Dörenthe

Fast scheint es, als sei der Kulturspeicher zum Atelier geworden - wohin man auch schaut, die Wände sind vollgehängt mit Ent-

würfen und Skizzen. Urheben sind 20 Kunststudenten aus Polen, Litauen, den Niederlanden, der Türkei und Deutschland, die sich 

im Rahmen einer Realisierungsphase des Wanderprojektes "European Islands" in Ibbenbüren aufhalten und an der Umsetzung einer

künstlerischen Verkehrsinselgestaltung arbeiten. Dabei ist geplant, mehrere Kreisverkehre im Kreis Steinfurt durch Skulpturen auf-

zuwerten und ein wenig Kunst in den grauen Straßenverkehr zu bringen. Ein Projekt steht bereits kurz vor der Umsetzung: Den Kreis-

verkehr an der Ledder Straße / Ostring wird schon bald das Kunstwerk "European Hands" schmücken, eine kreative Zusammenstel-

lung von Händen in aussagekräftigen Gesten. mehr >

 

 

 

Kippelige Fahrt im Papierboot     13.06.09

Ausstellung "Wasser <=> Wege": Thomas Ohms Kanalquerung hat ihre Tücken

Manchmal kommt es anders als geplant: Zuversichtlich hatte sich Thomas Ohm am Samstagnachmittag mit seinem selbst gebauten 

Boot am Kulturspeicher Dörenthe eingefunden, um dort den etwa 50 Meter breiten Dortmund-Ems-Kanal zu überqueren. Diese Bootsfahrt

war Teil der Ausstellung "Wasser <=> Wege" des Bundesver-

bandes Bildender Künstler, die zur Zeit im Kulturspeicher zu sehen

ist. Neben Monika Haselon und Karl-Heinz Käsekamp vom

Förderverein Kulturspeicher Dörenthe hatten sich auch einige

Zuschauer sowie Mitglieder des DLRG-Ortsvereins Ibbenbüren

eingefunden; letztere sollten an Land und zu Wasser für den

reibungslosen Ablauf der Aktion sorgen (schließlich musste

auch der Schiffsverkehr in einiger Entfernung von der Querungs-

stelle gesichtet werden, um während der Überquerung freie Bahn 

zu haben). An einer seichten Stelle wurde das Leichtbauboot zu Wasser gelassen. mehr >

 

Beeindruckende Vielfalt der "Handschriften"  06.06. - 28.06.09

Rund 100 Besucher bei der Vernissage der Ausstellung "Wasser <=> Wege im Kulturspeicher Dörenthe

Wasserstrassen üben von je her einen besonderen

Reiz auf Künstler aus. In einer Ausstellung, die der

Bundesverband Bildender Künstler (BBK) Westfalen

e.V. zur Zeit im Kulturspeicher Dörenthe präsentiert, 

ist Wasser das beherrschende Element. Zeich-

nungen, Gemälde, Skulpturen und Installationen

nähern sich in unterschiedlichster Weise dem 

Thema und verknüpfen es mit einem weiteren Sujet 

von philosophischen Dimensionen. Die Darstellung 

von Wasser und Wegen in einer Wechselbeziehung,

oft mit Bezug auf den konkreten Ort, sind ein enor-

mes Vorhaben für eine Künstlergemeinschaft. Zur 

Vernissage am Samstagnachmittag waren etwa 100 

Gäste nach Dörenthe gekommen. Viele der beteiligten Künstler standen für Gespräche bereit. Dr. Gerd Overmeyer, der Vorsitzende des

Fördervereins Kulturspeicher Dörenthe, begrüßte die Anwesenden und freute sich über das rege Interesse. Die Einführung in die Aus-

stellung übernahm der Vorsitzende des BBK Westfalen, Bernd Figgemeier aus Bochum. mehr > 

 

 

Experimente mit der Form von Jumbo     25.04. bis 10.05.2009

Martina Köcher zeigt "Elefantenbilder XXL" im Kulturspeicher Dörenthe

Elefanten sind groß, dick, grau und tragen große, weiße

Stoßzähne. Für den normalen Betrachter mag diese

reduzierte Sichtweise stimmen, eine Künstlernatur ver-

mag aber viel mehr in den auf den ersten Blick recht

schlicht geformten Dickhäutern zu erkennen. Eine

solche Künstlerin ist Martina Köcher, deren Ausstellung

"Elefantenbilder XXL" seit Samstag im Kulturspeicher

Dörenthe zu sehen ist. Eigentlich war es eher ein Zufall,

der Martina Köcher im Jahr 2004 zum Thema "Elefanten"

führte. Eine elefantenbegeisterte Freundin habe - 

passend zu ihrer Elefanten-Skulpturensammlung - ein 

Elefantenbild haben wollen, erzählt die Ibbenbürener Künstlerin. mehr > 

 

 

 

Authentizität und Vielfalt       8. bis 29. März 2009

"Weibs-Bilder" stellen im Kulturspeicher Dörenthe aus: Zwischen Anpassung und Eigen-Sinn

Das "Weib" ist eigentlich ein (Un-)Ding, nimmt es der dahinter-

stehenden Frau doch jegliches Geschlecht. Eine Frau ist weiblich,

ein Weib nicht, stellte auch Monika Haselon vom Förderverein

Kulturspeicher Dörenthe fest, als sie zur Begrüßung im Rahmen 

der neuen Ausstellung im Kulturspeicher am Sonntag - dem

internationalen Frauentag - ans Rednerpult trat. Doch nicht nur 

dieser Frauentag war Anlass für Haselons Gedanken über das

Frau-Sein, sondern vor allem der Name den die Ausstellerinnen

für ihre im Jahr 2005 gegründete Gruppe gewählt haben: "Sicher-

lich mit einem Augenzwinkern und Humor werden die Künstler-

innen sich "Weibs-Bilder" genannt haben", meint Monika Haselon. Fest steht, dass die Kunst der "Weibs-Bilder" sich auf sehr hohem

Niveau bewegt - und das war sicherlich der Hauptgrund, weshalb die Räume des Kulturspeichers am Sonntag mit kunstbegeisterten

Menschen außerordentlich gut gefüllt waren. Eine weitere Rolle dürfte wohl auch gespielt haben, dass sich die Vernissage zu dieser

Ausstellung mit dem hintergründigen Titel "Zwischen Anpassung und Eigen-Sinn" wohltuend von vielen anderen Eröffnungen abhob: Zwar

durften Einführungsreden auch hier nicht fehlen, sie waren jedoch kurz, bündig und informativ und machten bald Platz für die Künstler-

innen selbst, die in einer "Stunde voller Poesie" Gedichte (manche davon selbst geschrieben) vortrugen, begleitet und ergänzt von Nadja

Kossinkaja, die mit ihrer virtuos vorgetragenen Gitarrenmusik das Publikum begeisterte. mehr > 

 

 

 

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