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"Grafiken geben neue Realität wieder"  Münsterlandfestival 2006

Münsterlandfestival "Adria" eröffnet mit Werken von Wladimir Milanowic im Kulturspeicher

Als seien die Grafiken und Drucke von Wladimir Milanowic aus Serbien für den Kulturspeicher geschaffen worden, so empfanden es die

Besucher bei der Vernissage am Sonntagnachmittag. Verglich man die Abbildungen mit dem Blick aus den Fenster, sah man eine An-

passung des Themas zum Umfeld des Speichers. Dr. Gerd Overmeyer vom Förderverein Kulturspeicher begrüßte den Künstler Wladimir

Milanowic, den stellvertretenden Landrat, Bernhard Hembrock, den Geschäftsführer des Kloster Bentlage GmbH, Martin Rehkopp, 

Künstler, die von der Eröffnungsfeier von Bentlage mit nach Dörenthe gekommen sind, sowie alle interessierten Gäste. Er führte aus, was

der Künstler selbst zu seinen Werken sagt. In den letzten Jahren sei das moderne städtische Leben, die veränderte menschliche Umwelt

und die neue Stellung des Menschen in der Welt sein Hauptmotiv geworden. Er versuche die äußere Wirklichkeit in die Wirklichkeit des

Bildes zu integrieren. Seine Arbeiten, seine Montagen aus Realitätsfragmenten alle visuellen Elemente, darin Montagen aus Realitäts-

fragmenten, alle visuellen Elemente das in kleine Teile eines großen Bildes und als Zeichen einer modernen Gesellschaft interpretierbar.

Eins seiner Hauptinteressen beziehe sich auf die Grenze zwischen zwei Medien, Fotografie und Grafik. Fotos zu Grafiken zu implemen-

tieren, eröffne eine gegenüber der traditionellen Grafik neue Dimension. Indem der Künstler Formen verändere, Elemente von verschie-

denen Maschinen und Objekten kombiniere und ihre Charaktere verändere, experimentiert er mit Reinterpretationen, suche singuläre, 

visuelle Effekte. In den meisten Arbeiten hat Milanowic verschiedene grafische Techniken wie Lithografie und Siebdruck miteinander

kombiniert, später kamen digitale grafische Techniken dazu.

Herbert Börger trug passend folgende Gedichte von Lars Gustafson vor: "Feuer und Luftmaschine", "Lapis lazuli" und "Die Maschine". Die

Ausstellung ist Teil einer Veranstaltungsreihe Münsterlandfestival mit dem Ziel, als fest Institution das regionale Kulturleben zu etablieren.

Im Part2 sind Künstler der Adria engagiert worden, die an verschiedenen Städten ausstellen. Insgesamt gibt es 28 Veranstaltungsorte, in

denen Künstler aus Italien, Slowenien, Kroatien, Bosnien und Herzegowina, Serbien, Montenegro und Albanien ausstellen. 

Text: Rita Althelmig veröffentlicht IVZ 05.09.06 

 

Ausstellung zeigte kunstvolle Näharbeiten     Patchwork-Ausstellung 9. und 10. September 2006

"Mosaik-Quilterinnen" stellten ihre Arbeiten vor

Die Liebe zu Stoffen und zum Nähen ist ihnen gemeinsam, 

doch das, was "Die Mosaik-Quilterinnen" leisten, geht weit

über die normale Nähkunst hinaus. In mühevoller, viele

Stunden währender Arbeit schaffen sie kleine - oder auch

größere - Kunstwerke, die sich großer Beliebtheit bei einem

breiten Publikum erfreuen. Am Wochenende zeigte die der-

zeit dreizehnköpfige Frauengruppe ihre Arbeiten in einer sehr

gut besuchten Ausstellung in den Räumen des Kultur-

speichers Dörenthe. Vor knapp sieben Jahren wurde die

Quilt-Gruppe in der Johannesgemeinde Laggenbeck ge-

gründet. Inzwischen gehören auch Frauen aus Ibbenbüren 

und Mettingen zu den begeisterten Näherinnen, die sich an 

jedem ersten Mittwoch im Monat um 20 Uhr im Elsa-Bränd-

ström-Haus an der Permer Strasse treffen. Bereits vor drei 

Jahren zeigten die "Mosaik-Quilterinnen" erstmals ihre bunten 

Kunstwerke im Kulturspeicher, und schon damals erwies sich die Ausstellung als durchschlagender Erfolg. Damit die Besucher jedoch

keine "alten Teile" zu sehen bekämen, wolle man einen 

Drei-Jahres-Rhythmus beibehalten, erzählt Ulrike Käsekamp,

die zusammen mit einigen weiteren Frauen die Schau orga-

nisierte. Genäht wird sowohl mir der Hand, als auch mit der

Maschine, je nach Vorliebe der einzelnen Frauen. "Es gibt

unzählige Möglichkeiten und Techniken" erzählt Eva

Ratering, die sogar ein Buch für Kinder im Stil des Hasen

Felix gequiltet hat. In den Arbeiten der Gruppe finden sich

sowohl traditionelle Patchworks als auch Bilder, deren

Technik sich erst beim genauen Hinschauen offenbart. 

Häufig werden die Quilts auch für spezielle Anlässe gefertigt:

Zu Geburten oder Hochzeiten sind sie ein ganz persönliches 

und vor allen Dingen einmaliges Geschenk. Ob Kissen, 

Decken oder Wandbehänge, die Stoffarbeiten dieser Frauen 

sind auf jeden Fall ein dekoratives, buntes Element, das in 

seiner vielfältigen möglichen Auslegung einem breiten 

Publikumsgeschmack entspricht.

Text: Claudia Ludewig veröffentlicht IVZ 12.09.06 

 

 

Bilder treten in Kontakt mit dem Betrachter   Foto-Ausstellung 2.bis 25. Juni 2006

"Körperarbeiten": Ausstellung der Kielerin Uschi Koch im Kulturspeicher

Reiner Zufall sei es gewesen, so wurde mit Nachdruck versichert.

Dabei hätte es zur Eröffnung der Ausstellung "Körperarbeiten" gar

kein passenderes Happening geben können: Zwei Besucherinnen

setzten sich auf eine Ruhefläche vor dem Foto eines Aktes,

welcher genau auf dieser Liege ruhte. Zu Füßen der beiden Frauen

ließen sich zwei Hunde nieder. Der Titel der lebensgroßen Foto-

grafie lautet "Mann mit Hund". Die Kieler Künstlerin Uschi Koch, 

aus deren Werkstatt das Aktfoto stammt, ist sowohl Bildhauerin 

als auch Fotografin. Seit Freitag zeigt sie im Kulturspeicher Werke,

die während ihres Aufenthaltes auf Kuba entstanden sind oder die

von ihrer Beschäftigung mit Ballett und Tanz zeugen. In ihren Foto-

montagen geht es immer darum, die Körper und ihre Bewegungen 

aus der rein fotografischen Ebene heraus zu heben. So nannte Dr. 

Gerd Gerhardt in seiner amüsanten und erhellenden Einführung die 

Arbeiten von 

Koch "Plastische Fotografie". Wie in der Bildhauerei die beschwerte Leere weg ge-

meißelt werde, sie sie hier weg geschnitten. Koch verwende das Licht als Modellier-

mittel. Sie zerlege die Objekte so, dass sie Subjekte blieben, wie zum Beispiel in 

der Ballettgruppe, in der jeder Tänzer für sich bereits eine Ganzheit sei, deren

Innenleben durch Haltung und Blick deutlich werde. Koch stellt die einzelnen Teile

ihrer Arbeiten stets in eine enge Beziehung zueinander. Trotzdem markiert sie

damit keine Abläufe, erzählt keine Handlung. Es ist ihr vielmehr wichtig, dass die

Fotos mit dem Raum korrespondieren und in Kontakt zum Betrachter treten. In der

Fotomontage "Blicke" wird dies ebenso lehrbuchhaft wie augenzwinkernd deutlich:

Fünf Augenpaare scheinen von hinten her, über den Bildrand hinweg, genüsslich auf

einen weiblichen Rückenakt zu blicken. Erst bei genauerem Hinsehen wird deutlich,

das ein Augenpaar auf den Betrachter gerichtet ist. Der mag sich zwar als Voyeur

vor einer formschönen Hochglanzfotografie ertappt fühlen, wird aber gleichzeitig 

zur weiteren Auseinandersetzung mit dem Bild aufgefordert, denn die Blicke der 

Dargestellten lassen den Betrachter einfach nicht los. Bei einem Glas Wein

führten die zunächst 25 Besucher lebhafte Gespräche mit der Künstlerin, 

während sie auf weitere auswärtige Gäste warteten, die sich die anregende Aus-

stellung trotz des heftigen Pfingstverkehrs nicht entgehen lassen wollten. 

Text: Sunhild Salaschek, veröffentlicht IVZ 07.06.06 

 

 

 

Erika Sellmann-Büsching   Ausstellung vom 29. April bis 14. Mai 2006

Ausstellung von Samstag, 29. April bis Sonntag, 14.5.2006 

In wunderschöne anregende Traumwelten lässt es sich

derzeit in Ibbenbüren eintauchen. Geschaffen hat sie die

Malerin und international renommierte Textilkünstlerin 

Erika Sellmann-Büsching aus Westerkappeln. Die "funny

red line", ein Projekt, das den Mettinger Schultenhof, den 

Kulturspeicher Dörenthe und den Ibbenbürener Kunstverein

miteinander verbindet, wird zwar erst am kommenden 

Sonntag eröffnet, Dr. Annette Kleinert vom Kunstverein

Ibbenbüren und Dr. Gerd Overmeyer vom Kulturspeicher 

Dörenthe e.V. arbeiten aber bereits jetzt eng zusammen:

In der alten Honigfabrik in Ibbenbüren sind Tapisserien von 

Sellmann-Büsching zu sehen, der Kulturspeicher Dörenthe 

präsentiert ihre Bilder. Beide Sparten der monographischen 

Ausstellung wurden am Samstag eröffnet. Die überwiegend 

großformatigen Werke wirken sicher auch wegen ihrer wohl 

überlegten Hängung wie geschaffen für die hellen großzügigen 

Räumlichkeiten. 

Am Abend wurde zusätzlich zu klassischer Jazz-Musik mit dem "Jazz-Kammergut" unter Leitung von Dr. Claus Cronemeyer geladen.

Zur Einführung in die zweigegliederte Ausstellung sprach der Arzt und Kunsthistoriker Dr. Eberhard von Zawadsky, der der Künstlerin seit

Jahrzehnten freundschaftlich verbunden ist. Eckdaten, wie das Geburtsjahr 1939, Auszeichnungen wie die Silbermedaille der Stadt Paris,

der Staatspreis Nordrhein-Westfalens und die Goldmedaille des Bayrischen Staatspreises oder Sellmanns Professur an der Fachhoch-

schule Bielefeld waren Zawadsky selbstverständlich und nicht erwähnenswert. Wichtig war ihm hingegen, dass die Besucher der

Vernissage nach der Einführung in das Werk der Künstlerin mehr sehen sollten, als nur einen oberflächlichen Befund. Seinem eigenen

Anspruch entsprechend erläuterte er in einer kurzen amüsanten Rede vor den Bildteppichen Hintergründe und technische Voraus-

setzungen. Mit Assoziationen zur zielstrebigen Hilfsbereitschaft der Ariadne oder der Geduld und der Ausdauer sowie dem Einfallsreich-

tum der Penelope eröffnete er den circa 70 Besuchern einen zusätzlichen Zugang zu den textilen Werken Sellmann Büschings. An 

anderer Stelle meinte Zawadsky, die Künstlerin lasse in ihren Bildteppichen Traumwelten entstehen als "das bildliche Auftauchen von

Gleichmaß und Ordnung aus dem Chaos, im Schwegezustand ungegenständlicher Gegenständlichkeit". Beim Anblick der textilen

Arbeiten dürften viele diesen Schwebezustand erfühlt und verstanden haben. Neben dem "Malen mit Kette und Schuss" weiß Sellmann

Büsching auch mit Farbe und Pinsel umzugehen, wie sich im Kulturspeicher Dörenthe zeigte. Auch hier führte Zawadsky die wohl noch 

zahlreicheren Besucher in die Arbeiten der Künstlerin ein. Er verwies auf die "labile Bilanz zwischen Bildlichkeit und Begrifflichkeit". mit

Ihren Leporello-Bildern habe Sellmann Büsching "inmitten des Treibens der sie umgebenden Welt eine traumhafte Serie" geschaffen.

Mit Wortfiguren über "Frieden" in verschiedenen Sprachen sei ein Modell entstanden, das sich verändere. Denn niemand kann wissen, 

wie Friede aussehen mag: Frieden - Garten Eden - Arkadien - enttäuschte Sehnsucht - Utopie ?!

Text: Sunhild Salaschek, veröffentlicht IVZ 02.05.06

     Die Westerkappelnerin Erika Sellmann-Büsching studierte

     an der Werk-Kunstschule Bielefeld und an der Hoch- 

     schule für bildende Künste in Karlsruhe und hat unter

     anderem den Staatspreis für Bildende Kunst NRW, den

     Bayrischen Staatspreis sowie die Silbermedaille der Stadt 

     Paris erhalten. 

     Die Eröffnung ist in der Alten Honigfabrik am 29. April um 

     15 Uhr; um 17 Uhr ist die Fortsetzung im Kulturspeicher  

     Dörenthe.

 

 

 

Den Abschluss bildet dort ein Jazzkonzert mit der Osna-

brücker Formation "Jazzkammergut". 

Zur Einführung in beide Ausstellungen spricht 

Dr. Eberhard von Zawadzky aus Heilbronn.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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