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Ausstellungen 2004 >> Bilder sprechen von Schweiß und schwarzen Gesichtern 11.07. bis 25.07.04 Peter Kirschner stellt in Dörenthe aus Pablo Picasso hat einmal gesagt: "Kunst wäscht den Staub des Alltags von der Seele." Wenn jemand diesen Ausspruch nicht nur im übertragenen Sinne, sondern aus eigener Erfahrung ganz wörtlich verstehen darf, ist das der Münsteraner Künstler Peter Kirschner. Er, der Autodidakt mit eigener Werkstatt (seit 1994) und eigener Tiefdruckpresse (seit 2000), erhielt nämlich im Oktober 2001 ein interessan- tes Stipendium der Aldegrever Gesellschaft Münster: Statt in die Provence, wie ursprünglich gewünscht, führte ihn sein Weg geradewegs unter Tage. Auf der Zeche "Friedrich Heinrich / Rheinland" im niederrheinischen Kamp-Lintfort erhielt er wie ein gewöhnlicher Arbeiter einen Arbeitsvertrag, um einen Monat lang wie ein Kumpel tätig zu sein. Freilich fasste er dabei vor Ort keine Kohle an, sondern griff immer wieder zu mitgebrachten durchsichtigen PVC-Platten, wie sie als Fenster-Provisorien Verwendung finden, "aus dem Baumarkt", wie Kirschner verriet. Da sitzt der Künstler also vor Ort, direkt "vor Kohle", beobachtet die arbeitenden Kumpel intensiv - dann nimmt er sich eine so genannte Kaltnadel und kratzt die Arbeitsmotive in das PVC - spontan, lebendig, das Ursprüngliche erfassend: Dry-Point-Technik statt Ätzung oder Gravierung. mehr >
Aus brennender Kohle entsteht Kunst 15. bis 31. Mai 2004 Globales Dorf: Künstler aus aller Welt arbeiten für zwei Wochen in Dörenthe Ein Kunstereignis wie die am Samstag im Kulturspeicher eröffnete Gemeinschaftsausstellung von mehr als 20 Künstlern aus aller Welt lässt sich nur in einem Dorf verwirklichen. So wenigstens glaubt der Initiator und Motor der Veranstaltung, der jetzt in Barcelona lebende
Kulturspeichers, kurzerhand aus dem heimatlichen Stadtteil für 14 Tage eine Dorfgemein- schaft, einen Teil des "globalen Dorfes". Denn die Künstler kommen aus aller Welt und werden zwei Wochen lang in Dörenthe bei Familien leben und im Speicher arbeiten. Daher war die Vernissage am Samstagnachmittag für viele Besucher überraschend. Die erweiterten und nun fast doppelt großen Ausstellungsräume waren nahezu leer. An einem Tisch saß José Delgado und wartete auf irgendetwas. Nihal Mumcu, eine aus der Türkei stammende und in Barcelona lebende Künstlerin, befestigte Fotoausschnitte scheinbar wahllos an einer Wand. In einigen Ecken liefen Videos in ein paar Fernsehern. Und überall wurde gearbeitet und diskutiert. Dann das Besondere ist, dass die Werke, oder besser das Werk aller Künstler, hier entstehen soll, zusammen mit den Dörenthern und den Ausstellungsbesuchern. So erbittet Delgado Blutstropfen, die er auf einen mit einem Text beschrifteten Zettel verstreicht. Überall auf der Welt trägt er unter dem Titel "Ich gebe dir mein Blut" diese Tropfen zu einer eben globalen Kollektion zusammen. Auch Xavi Munoz aus Barcelona dokumentiert, wie ähnlich sich alle Menschen dieser Erde sind, auch wenn es um ganz persönliche Dinge geht. Er verteilt, wo er arbeitet, Karteikarten und kleine Aufkleber mit dem Wort "Memory". Den Sticker soll man an einem Platz befestiegen und kurz begründen, warum gerade hier. Munoz fotografiert diese Plätze und stellt Bilder und Karten zusammen mit solchen aus Spanien, Italien, Griechenland und anderen Ländern aus. Der türkische Zeichner Atalay Mansuroglu, jetzt in Bremen wohnend, fügt Zeichnungen von Ausstellungsbesuchern, einzeln oder in
Gruppen, seiner Sammlung zu, in
der Werke aus seinem gesamten Schaffen zu sehen sind. Nihal Mumcu wird Einwohner des "globalen Dorfes" fotografieren, die Bilder "fragmentieren" und als eine Art Puzzle wieder zusammenfügen, wie das große Bild ihres Gesichtes, deren Teile sie gerade noch an der Wand anordnete. Veronika Larrain aus Kolumbien lädt zum Experimentieren mit Worten ein, es gibt sich verändernde Videoinstallationen. Thomas Engelbert lässt eine große Außenplastik entstehen und Andreas Schwarzkopf wird sein "Kleines Dorfgedicht", zunächst neben eher symbolischen Kohlen, Streichhölzern und einem Rasenstück arrangiert, am 28. Mai um 22 Uhr dramatisch vollenden. Dann will er auf einem Dörenther Feld mit bren- nender Ibbenbürener Kohle ein Kunstwerk entstehen lassen, von dem nach ein paar Stunden nur noch Spuren und nach wenigen Wochen bloß noch eine Videodoku- mentation mit Luftaufnahmen bleiben wird. Insgesamt werden 23 Künstler aus drei Erdteilen bis zum 31. Mai die Idee vom globalen Dorf setzen, auf eigene Kosten einschließlich der Anreise. Der Werkprozess wird öffentlich sein, Besucher sind jeden Tag ab 10:30 Uhr gern gesehen, Kindergartenkinder werden sich morgens an der Arbeit beteiligen und so ihren und der Künstler Blickwinkel erweitern. Sonntags ist die Ausstellung von 11 bis 19 Uhr geöffnet. Text: WIlm Froese, veröffentlicht IVZ 17.05.04
Das Kinderzelt "Kunsterbunt" beherbergt naturverbundene Bewohner Aus Steinen und Stöckchen entstanden fantasievolle Figuren / Es gibt noch viel zu tun "Kunsterbunt" heißt das Kinderzelt im Kulturspeicher Dörenthe, an dessen Ausgestaltung sich in der vergangenen und noch in der nächs- ten Woche - während der gesamten Dauer des Projektes "Globales Dorf" in Dörenthe verschiedene Kindergruppen beteiligen können. Die Kinder der Kindertagesstätte "Pusteblume" e.V. in Ibbenbüren, die am Mittwoch im Kulturspeicher erlebten, wie herrlich abenteuerlich Kunst sein kann, begannen ihre künstlerische Arbeit mit einem Rundgang durch die Ausstellung im Obergeschoss des Kulturspeichers. Die Ausstellung sei für die Kinder ein schöner Ausgangspunkt für die eigenen kreativen Aktivitäten, meint die Sozialpädagogin Simone Dierksmeier,
die das Projekt Kunsterbunt organisiert und begleitet. In der Halle im Erdgeschoss erläuterte sie den Kindern dann, wie man das Kinderzelt gestalte- risch "beleben" könnte. Was die Kinder vorfanden, sah noch recht karg aus und gab lediglich einen groben Rahmen vor. Aus drei im Dreieck aufgestellten Töpfen ragten Zweige, die am oberen Ende zusammengebunden waren: so war die äußere Form eines Zeltes zu erkennen. Der Zeltboden war mit weißem Sand ausgestreut. Ein blaues Stofftransparent war wie ein "Bauschild" davor ausgelegt: "Hier entsteht das Kinderzelt Kunsterbunt". Mit Eifer schwärmten die Kleinen dann in Dreiergruppen, jeweils begleitet von einem Erwachsenen, aus, um in der Natur das Material zu sammeln für ihre gestalterische Arbeit. Und Simon, dessen Eltern Mitglieder im Förderverein Kulturspeicher sind, war als Helfer dabei. Er wusste genau Bescheid, welche Orte es in der näheren Umgebung zu meiden gelte, weil sie für kleine Kinder gefährlich sind: Kieshaufen, Bahngleise, Kanal. So instruiert, machten sich die kleinen Künstler samt Betreuern tatendurstig auf den Weg. Figuren sollten entstehen, die das "Kunsterbunt-Zelt" im Globalen Dorf bewohnen könnten. Schöne Steine, Äste und Hölzchen wurden gesammelt, Vogelfedern und Moos, große und kleine Blätter von Bäumen und Sträuchern und was sich sonst noch fand in der Natur um den Speicher herum. Das alles konnte man prima gebrauchen, um damit zu werkeln. Die Sache war spannend wie eine Schatzsuche. Und dabei sehr erfolgreich, denn was da zusammen getragen wurde, taugte durchaus für seinen Zweck. Lustige Bewohner des Kinderzeltes entstanden aus diesen natür- lichen Material. Aber noch ist "Kunsterbunt" lange nicht fertig. Für weitere kleine Künstler gibt es noch jede Menge daran zu tun. Noch bis zum 31. Mai läuft das Projekt "Globales Dorf" in Dörenthe. Bis dahin kann natürlich auch weiter am "Kinderzelt Kunsterbunt" gebaut werden. Text: Cornelia Ruholl, veröffentlicht WN 22.05.04
Von Örtchen-Türen und Wolken-Zelt Projekt "Globales Dorf" in Dörenthe: Internationale Künstler stellen sich vor So verschieden wie ihre Herkunft, so verschieden sind auch Themen und Arbeitsweise der Künstler, die sich am Projekt "Globales Dorf" in Dörenthe, initiert und organisiert von dem Dörenther Künstler Thomas Engelbert und unterstützt vom Förderverein Kulturspeicher Dörenthe, beteiligen. Sprachen und Ordnungsdisziplin, menschliche Beziehungen, Erinnerung, Licht und Wolken interessieren die Krea- tiven. Und selbst eine Toilettentür ist nicht zu profan, um zum kreativen Spiel zu taugen. Acht der beteiligten Künstler trafen wir im Kultur- speicher an. Gern erläuterten sie uns ihre Kunst. Komplimente machten alle der Freundlichkeit der Dörenther und der Umgebung. Der dekorative Aspekt der Arbeiten von Maryam Motalleb Zadeh ist unverkennbar. Aber darauf ist ihre Arbeit nicht beschränkt. Thematisch setzt sich die 44-jährige Iranerin, die seit fünf Jahren in Bremen lebt, wo sie an der Kunsthochschule studierte, unter anderem mit Schrift und Sprache auseinander, wobei sie die Bewegung der Schrift, die Schrift in Bewegung erfahrbar machen möchte. So komponiert sie ihre auf Leinwand gemalten Bilder mit einer Klanginstallation. In der Farbgebung dominieren Rot und Schwarz. Auch die Zahl 12 mit ihrer Symbolik und Zahlen als Ordnungsprinzip beschäftigen sie in ihrer Arbeit. Das sie von der Innenarchitektur kommt, lässt das dekorative Element
ihrer Arbeit durchklingen. Gosia Heijnat, die 31-jährige Polin, hat schon manchmal irr- itierte Blicke geerntet, wenn sie mit ihrer Kamera vor einer der Toilettentüren dieser Welt stand. Schon drei Jahre lang sammelt sie Fotos von WC-Türen. Nun hängt ihre Jagdbeute an der Wand im Kulturspeicher Dörenthe. Wer glaubt, eine Toilettentür sehe aus wie die andere, sieht sich getäuscht. Gosia Heinat staunte selbst, wie vielfältig ihre Sammlung geworden ist. In Indien, Polen, Deutschland, Holland, Weiß- russland und den USA knipste sie unter anderm die Türen öffentlicher Toiletten. In Hotels, auf Märkten, auf Baustellen, in Bahnhöfen, in Cafes und so fort. Da findet sich zum Bei- spiel das Foto mir der dezent erotischen Anspielung. Es zeigte eine schlichte Toilettentür, über der eine großformatige Werbe-Plakat-
samkeit auf sich lenkt. Oder die Glastür zum Sanitärraum in deren Aufschrift "women" das "w" verloren ging, so dass die Goldbuchstaben noch das Wort "omen" bilden. Die ländlichen Holztüren eines Toilettenhauses im polnischen Masuren zeigt noch die traditionelle Kennzeichnung, das Dreieck für "Herren" und den Kreis für "Damen". Die Fotosammlung ist unterhaltsam und skurril, aber sie hat für Gosia Hejnat auch einen durchaus ernst gemeinten Aspekt: "Man spricht nicht drüber, es ist ein gewisses Tabu, aber Toiletten sind ja nun einmal wichtig", sagt sie. Auf Reisen suche man mitunter gar Lokale danach aus. So gerät bei Gosia Hejnat ein eher abseitiges Thema in den Mittelpunkt ihrer Kreativität. Fertig werde die Sammlung nie, sagt sie. Auch in Ibbenbüren fand
sie schon Motive. Als eine "Explosion der Farben", ein Naturerlebnis von großer Intensität, beschreibt Salvador Luna (36) aus Mexico seinen Eindruck von Dörenthe. Er schwärmt von dem Ort und den Menschen, deren farbenfrohe, gepflegte Gärten er bewundert. Die Verbundenheit zur Natur drückt sich auch in seiner künstlerischen Arbeit aus. Er fotografiert Wolkenformationen. Im Gegenlicht eines Fensters hat er bereits einige seiner Fotos angebracht. Bis zum Ende des Projektes in Dörenthe will er die Wolen(-bilder) aus Mexico, aus Spanien, aus Dörenthe und von sonstwo zu einem globalen Himmelszelt zusammenfügen. Alexander Steffens (29) beschäftigt sich ebenfalls mit Fotografie. Seine Bilder sind schwarz-weiß und sind gekennzeichnet von Linien und Dreiecken, die sowohl Ruhe als auch Energie vermitteln sollen. Dabei versucht der Bremer, sich selbst in seine Fotos einzubeziehen, wo- zu er unter anderem Spiegel benutzt. Spiegel setzt er auch ein, um ungewöhnliche und verwirrende Perspektiven zu erzielen. "Ich verän- dere die Motive im Labor nicht mehr" sagt er. Nihal Mumcu (24) studiert Kunst in Barcelona. Ihr Ausstellungsbeitrag sind aus Fragmenten zusammen gepuzzelte Bilder von Menschen. Schwarz-Weiß und sepiafarben sind ihre teils auf Sperrholz geklebten Fotokopien, die ein Stück Arm oder ein Stückchen Gesicht zeigen und die sie zu einem Ganzen zusammenfügt. "Puzzle" heißt ihr Projekt, das sich wunderbar einfügt in die Idee vom Globalen Dorf.
rigen Raiki-Meisters heißt "Mineralwasserbaum". Da er am Computer arbeitet, wird sein Ausstellungs- beitrag erst zur Finissage am 30. Mai fertig und für Besucher zu sehen sein. Es gehe dabei um die Kraft der Kristalle, sagt Dimitris, um Gleichgewicht und Harmonie. Seine Idee vom Mineralwasserbaum habe ihren Ursprung in dem griechischen Volksglauben, das Bergkristall sei gefrorenes Wasser, das nie mehr schmilzt.
José
Antonio Delgada aus Andalusien geht es um den Ausdruck von menschlicher Nähe. Seine Aktion: "Ich gebe dir mein Blut". Einen Blutstropfen aus seiner Fingerkuppe drückt er auf ein Blatt Papier, lässt es vom Beschenkten mit Namen, Datum und Ort ver- sehen und gibt ihm einen frankierten Briefumschlag und ein Formular dazu, das er ausgefüllt an ihn zurücksenden möge. Auf dem Formular sollten die Beschenkten ihm ihre Reaktion auf die Aktion mitteilen. Das Geschenk eines Blutstropfens sei geprägt von großer Inimität, so Delgado. Unter- schiedlichste Reaktionen, von Abscheu bis Rührung habe es schon gegeben. Die in Barcelona begonnene und in Dörenthe fortgesetzte Aktion werde er auf einer Reise durch Weimar und Berlin weiterführen. Enden werde sie im Museum Vostell-Malpartida in Cáceres in Spanien. Xavi
Munoz aus Katalonien interessiert sich in seinem "urban projekt" namens "memory" für die menschliche Erinnerung. Dabei richtet sich seine Aufmerksamkeit nicht auf die kollektive Erinnerung, die sich an Orten wie dem Brandenburger Tor manfestiert. Vielmehr geht es ihm um die Manifestationen ganz individueller Erinnerung in der Stadtland- schaft. So hat er Menschen gebeten, an irgendeinen Ort, den sie mit einer wichtigen persönlichen Erinnerung verbinden, das von ihm vorbe- reitete "memory"-Schildchen zu kleben und den Ort dann zu fotogra- fieren. Zu jedem Foto gehört ein standadisierter Zettel, auf dem die Be- deutung erläutert wird, die der fotografierte Ort für den jeweiligen Men- schen hat. "Hier haben wir uns das erste Mal geküsst" ist zum Beispiel über einem Foto zu lesen. Schon seit zwei Jahren trägt Munoz auf seinen Reisen - so auch in Dörenthe - dieses Mosaik der Erinnerung zusammen. Text: Cornelia Ruholl, veröffentlicht WN 25.05.04
Gedicht aus Feuer und Flammen Heimische Kohle entzündet Haiku / Lob für interessierte Dörenther
Auch wenn es gleich brennt und die Feuerwehr hier über alles wacht, ist es ein Teil der Kulturveranstaltung in Ibbenbüren-Dörenthe", so begrüßte Thomas Engelbert die rund 100 Gäste auf einer Wiese am Wasserwerk. "Wir haben uns mit Ibbenbüren, Dörenthe, der Landschaft und der Kultur hier in der Region auseinander gesetzt und dabei ist diese Idee gewachsen", sagte Andreas Schwarzkopf, der mit einem Team diese Haiku-Idee in die Tat umsetzte. Sie war eine der zahlreichen jüngsten Aktivitäten rund um den Kultur- speicher Dörenthe. Haiku ist ein japanisches Kurzgedicht aus 17 Silben. Das Gedicht wurde in drei Reihen bildlich dargestellt (1.Reihe: Gestern die Blume; 2. Reihe: Heute die Blume; 3. Reihe: Morgen die Blume). Die Buchstaben waren mit kleinen Reisighölzern ausgefüllt. Bei Einbruch der Dunkelheit wurde die vom heimischen Bergwerk gespon- serten offenen Brennkörbe, die mit Nusskohle gefüllt waren, umgekippt, und innerhalb weniger Minuten waren die Buchstaben mit der glühenden heißen Kohle befüllt. Rauchschwaden zogen über Dörenthe. Die
Künstler strahlten. "So hatten wir es uns vorgestellt", sagte Schwarzkopf. Die Zusammenarbeit mit der Dö- renther Bevölkerung in den vergangenen zwei Wochen sei sehr positiv. "Die Menschen sind sehr freundlich und nett und sehen dieser Kulturveranstaltung sehr optimistisch entgegen." "Ziel erreicht", so Schwarzkopf. Wochenlang entwickelte Ideen wurden in Minuten realisiert und für die vielen Menschen optisch dargestellt. Bewusst wird darauf gesetzt, dass an der Haiku-Stelle das Gras in diesem Jahr Wachstumsprobleme bekommt. "Hier bleibt am Ende Asche übrig, die als Dünger dient. Und in den kommenden Jahren soll an dieser Stelle das Gras um so mehr wachsen", gab Engelbert den Besuchern zu verstehen. Text: Heinrich Weßling, veröffentlicht IVZ 1. Juni 2004
Globales Dorf spiegelt weite Welt Positive Resonanz auf Akton am Kulturspeicher Seit Eröffnung der Ausstellung Globales Dorf im Kulturspeicher Dörenthe hatten die Veranstalter diverse Probleme zu bewältigen. So konnten einige Künstler weger Krankheit oder aus familiären Gründen nicht wie vorgesehen kommen. Einer musste gar wegen der Hoch- zeit des spanischen Prinzen zu Hause bleiben - wegen des geschlossenen Luftraumes während der Zeremonie startete sein Flugzeug nicht. Und als ob das alles nicht schon genug der Überraschungen gewesen wäre, musste die niederländische Tanzformation "T.R.I.P." ihren für die Abschlussveranstaltung am Sonntagabend geplanten Auftritt nachmittags absagen: zwei Tänzer waren verletzt. Trotzdem ver- lief die Veranstaltung zur Zufriedenheit der Ausrichter. Im Laufe des Nachmittags besuchten etwa 150 Interessierte die Ausstellung mit sehr
unterschiedlichen Werken. Thomas Engelbert, Initiator des Projekts und verantwortlich für das Konzept, hatte Künstler aus aller Welt eingeladen, für zwei Wochen nach Dörenthe zu kommen und in dem "wundervollen Umfeld" (Engelbert) des Kulturspeichers auf die Umgebung zu reagieren und zu schaffen. Zehn Gäste kamen und bezahlten für diese Erfahrung ihre Reise und ihre Arbeiten selbst. Die anderen zehn, die nicht kommen konnten, schickten Arbeiten zum Thema "Globales Bewegung - Menschen im sozialen Kontext", die in der Ausstellung gezeigt wurden. Neben den bisher in der Presse erwähnten Künstlern und Künstlerinnen präsentierten Alex Brahim (Kolumbien), Alexander Del Re (Chile), Lourdes Ribas (Katalonien), Victoria Perez (Cuba/USA) Video-Installationen. Die Südkoreanerin Yun-Hee Huh schickte jeden Tag ein Bild für die Ausstellung, der Russe Andreij Herzog lieferte einen Film und die Berliner Gruppe "Timor" ein Hörspiel ("Die Grenze"). Die sehr guten Zeichnungen von Atalay Mansuroglin (Türkei) bereicherten die Ausstellung um eine ironische Nuance. Insgesamt beurteilt Engelbert das Projekt, das in der sanften und eingängigen Musik der Band "Krumulus forte" aus Osnabrück seinen Ausklang fand, sehr positiv. Zum guten Gelingen des gesamten Projekts hätten Vorstand und Mitglieder des Fördervereins beigetragen: Gerd Overmeyer (PR, Spenden), Karl-Heinz Käsekamp (Organisation), Petra Probst (Beherbergung und Beköstigung von mehreren Künstlern und Künstlerinnen) und Friederike Schmiemann (Fahrt nach Amsterdam, Ermöglichung des "Kunst"-Fotos). Engelberts besonderer Dank gilt auch den ortsansässigen Firmen für ihre Hilfsbereitschaft und ihre Unterstützung während des gesamten Projekts. Die Künstler seien sehr zufrieden, weil es außer einigen finanziellen Einschränkungen keine Eingrenzungen gegeben habe. Alles sei künstlerisch sehr offen gewesen. Und die Resonanz auf die Ausstellung sei insgesamt sehr erfreulich. Ganz besondere Freude hat Engelbert daran, dass viele Ortsansässige gekommen seien ("Die Dörfler haben die Sache mitgetragen") und nicht wie sonst fast nur Besucher aus der näheren und weiteren Umgebung. Text: Marianne Laun, veröffentlicht IVZ 1. Juni 2004
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