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Ausstellungen 2003 >> Der Mensch in vielfältigen Bildern 25.10.03 Radierungen, Acryl- und Ölbilder Man kann es kaum glauben, dass die Doppelausstellung "Menschenbilder" im Kulturspeicher in Dörenthe eher zufällig zustande kam. So vielfältig sind die Bezugspunkte und Gegenläufigkeiten der Werke von Raimund Egbert-Giesen einerseits uns der vor erst 14 Tagen für eine Kollegin eingesprungenen Karin Pietschmann andererseits. Schon der gemeinsame Titel der auf knappe zwei Wochen begrenzten Ausstellung scheint geradezu genial gewählt. Dabei sucht man in den etwa 30 Radierungen, Acryl- und Ölbildern der aus Arnstadt in Thüringen stammenden Karin Pietschmann vergeblich nach Menschen. Aber ihre Landschaften sind geprägt von menschlicher Tätigkeit, teils aufbauend, teils zerstörend. Selbst die Blicke auf "malerische" Treppen, Gassen, Höfe zeigen nicht die Gesamtschau aus der Archi- tektur und er in der Regel den Baustil mitprägenden Natur, sondern allein das auf den Menschen bezogene Bild. Die Absolventin der Leip- ziger Hochschule für Grafik und Buchkunst überarbeitet in vielen Schritten ihre Skizzen, bis als Ergebnis nur das Wesentliche der Formen in einer aussagekräftigen Balance zwischen den Konstruktionselementen und dem impressiven Ausdruck bestehen bleibt. So sind die vom Tagebau in die Landschaft geschlagenen Wunden so beeindruckend, wie die römischen Ruinen von Tivoli deprimierend sind. Ganz anders als seine jüngere Studienkollegin stellt der 40-jährige Raimund Egbert-Giesen den Menschen in den Vordergrund. In einigen Bildern gibt es Landschaftsreste, mehr Markierungen als komplette Darstellungen. In dem Maße, wie der Mensch bis hin zu den beein- druckenden Kopfportrait von Heinrich George oder Georges Tabori an Bedeutung zunimmt, reduziert sich die ihn umgebende Landschaft bis zu einem kaum zu erahnenden Rahmen. Vielleicht ist der in Brühl im Rheinland geborene Künstler wie die Romantiker auf seine Weise auf der Suche nach der Darstellung des Unvollendbaren, Unendlichen. Ein Hinweis darauf sind fünf Portraits, die er "Impressionen nach Dominique Ingres" nennt, nach jenem französischen Romantiker, der sich schließlich auf rein künstliche Räume beschränkte. So könnte sich der Kreis der "Menschenbilder" der beiden nun in Leipzig tätigen Künstler schließen, wenn da nicht die ins Groteske führenden Zeichnungen von Egbert-Giesen wären, die "Reitstunde" oder die "Dialogblätter". Gern würde man die weitere Entwicklung der beiden Künstler verfolgen, die auf der Basis ausgezeichneter technischer Fähigkeiten und genauer Beobachtung je einen eigen Weg der Abstrak- tion eingeschlagen haben. Karin Pietschmann arbeitet neben ihrer weiteren Ausbildung inzwischen als Leiterin der Radierwerkstatt im Museum für
Druckkunst in Leipzig. Der mit einer Ibbenbürenerin verheiratete wird sich bestimmt ein weiteres Mal dort vorstellen. Schließlich ist dies bereits seine zweite Ausstellung in Dörenthe. Die Vernissage am Samstag Nachmittag war, wohl wegen der Herbstferien, nicht so gut besucht, wie es die Ausstellung verdient hätte. Mit zehn Liedern des in Osnabrück beheimateten Chores "Jazz for Fun" gab es den zu den "Menschenbildern" passenden Rahmen. Unter der Leitung von Kurt Dombeck stellten die Sängerinnen und Sänger, darunter manche aus den Zeiten des "Pink Jazz Chores" in Ibbenbüren gut bekannt, viele Facetten menschlicher Gefühle vor, von der Liebe bis zum Wetterfrust. Text: Wilm Froese. veröffentlicht IVZ 28.10.03
Kunstwerke aus ungewöhnlichen Materialien geschaffen 13. bis 27.09.03 Kanalfest begann mit Ausstellungseröffnung von Andrea Niessen Schon der
Titel der Ausstellung provoziert: "Mit Haut und Haar" lautet des
Thema, zu dem Andrea Niessen im Rahmen des Kanalfestes ihre Werke im Kulturspeicher Dörenthe ausstellt. Am Samstag wurde die Ausstellung zum Auftakt des diesjährigen Kanalfestes eröffnet; sie ist noch bis Samstag, 27. September, zu sehen und endet mit einer Finissage unter Mitwirkung von Herbert Börger. Wohl wenige Dinge lösen so unterschiedliche Gefühle aus wie Haut und Haare. Glatte Haut und gesunde Haare an einem lebendigen, intakten Körper wirken attraktiv und kraft- voll, bilden eine harmonische Grenze zwischen dem einzelnen Individium und seiner Umwelt. Ganz anders verhält es sich dagegen mit abgeschnittenem Haar: Es wirkt leblos, fremd und fast abstoßend, ebenso wie jene Hautflächen, die ihre Elastizität verloren haben und aus dem Zusammenhang eines ganzen Körpers gerissen werden. Diesen Kontrast in der Wahrnehmung macht Andrea Niessen in ihren Werken deutlich: Aus abgeschnittenen Haaren fertigte sie transparente Behänge, die den herrenlos gewordenen Locken ein neues Umfeld geben: Fotos von Hautaus- schnitten - vorwiegend kleinere Bereiche älterer und somit faltiger Haut - ergänzte sie mit gemalten und gedruckten Abstraktionen. "Ich mache einfach Sachen deutlich" erklärt die gebürtig aus Ibbenbüren stammende Künstlerin, die den Betrachter ihrer Werke zur Auseinandersetzung mit divergenten Emotionen bezüglich des gleichen Objektes in verschiedenen Zusammenhängen anregen will. Auch Friedhelm Hundertmark, ebenfalls aus Ibbenbüren stammend und zurzeit als Gewerkschaftssekretär in München tätig, wies in seiner Einführung auf das provokante Wesen der Werke Andrea Niessens hin. So verdeutliche das Haarobjekt "Raum-Körper-Raum" die Widersprüchlichkeit des glei- chen Ausgangsstoffes - des Haares - in verschiedenen Kontexten. Stehe das Haar am Menschen für Anziehung, Lebendigkeit und Wohlbefinden, so löse das gleiche Material ohne den Bezug zum Körper Irritation bis hin zum Ekel aus, da es lediglich als bereits abgestorbene Masse wahlgenommen wird. Hundertmark lobte die Veranstaltung als "einzigartige und wichtige Ausstellung im Kulturleben Ibbenbürens", vermied es aber, den sehr zahlreichen Vernissage- Besuchern allzu viel Interpretationsarbeit abzunehmen, denn er wolle "die Tür nur ein klein wenig aufmachen, durch- gehen muss jeder selber". Der Gewerkschaftssekretär, der seine Berufslaufbahn als einfacher Bergmann begann und mit Andrea Niessen seit der Jugendzeit befreundet ist, attestierte der Künstlerin "Kraft, Phantasie und Ausdrucks- stärke" und hob ihre in die Tiefe gehende Auseinandersetzung mit der Thematik hervor. Andrea Niessen, Jahrgang 1957, begann ihre Laufbahn zunächst in einem medizinischen Lehrberuf. Erst in den 90er Jahren fing sie mit dem Kunststudium an der freien Kunstschule Rhein-Neckar und in den USA an. Heute wohnt sie bei Heidelberg und widmet sich neben ihrer künstlerischen Arbeit selbst dem Unterrichten: Ab dieser Woche ist sie Dozentin an der freien Kunstschule Rhein-Neckar in Mann- heim. In Zukunft will sie verstärkt mit Papier und Seife arbeiten. "Das ist einfach ein tolles Material" beschreibt die Künstlerin den Umgang mit der Glycerinseife, aus der sie - nach Pigmentierung und Parfümierung - plastische Werke der besonderen Art formt. So besteht ihre neueste Schöpfung aus einer umfangreichen Sammlung von "Seifen-Madonnen". Das sind verschieden eingefärbte Frauen- figuren, mal nackt, mal schwanger, mal glücklich oder unglücklich. Sie dokumentieren die ganze Bandbreite der Weiblichkeit und ihren Bezug zu den Madonnen-Tugenden Reinheit, Wahrheit und Vorbildlichkeit. Auch diese Skulpturen - ebenso wie solche aus Bronze, Ton und Latex - sind im Rahmen der ungewöhnlichen und gerade darum sehr interessanten Ausstellung zu sehen. Text: Claudia Ludewig veröffentlicht: WN 16.09.03
Licht-Wirkung in der Kargheit des Raumes erfahren 13. bis 20.07.03 Vernissage mit Werken von Gabriele Staarmann im Kulturspeicher Dörenthe Die Künstlerin Gabriele Staarmann ist im Tecklenburger Land bei weitem keine Unbekannte. So war zu erwarten, dass ihre Vernissage am Samstagnachmittag im Dörenther Kulturspeicher auf breite Resonanz stieß. Zum zweiten Mal stellte Staarmann dort ihre Werke aus. Schon vor
fünf Jahren hatte einige ihrer Werke präsentiert. Zu dieser Ausstellung hatte die freischaffende Künstlerin und Dozentin im Fachbereich Gestaltung an der Hochschule für angewandte Wissenschaft in Hamburg neben großformatigen Kollagen eigens auf die ihr schon bekannte Ästhetik des Kulturspeichers zugeschnittene Werke, wie eine raumfüllende Großinstallation mit Lichtobjekten und Kollagen- ensemble im Vorfeld angefertigt. Musikalisch begleitet wurde die Vernissage vom Schlagzeugensemble der Städtischen Musik- schule. Unter der Leitung von Klaus Heffner spielten David und Lukas Bahr sowie Thomas Kubitschek Stücke für Drums und Percussion. Nach einer einleitenden Begrüßung von Dr. Gerd Overmeyer und Monika Haselon, beide vom "Förderverein Kultur- speicher", hielt Hanjörg Dickel, ein Freund Staarmanns, die Eröffnungsansprache. Dickel hob darin die Vielseitigkeit der Künst lerin hervor und erläuterte kurz die Entstehung der Kollage sowie
Eigenarten und Techniken bekannter Maler und Kollagisten von Picasso über Max Ernst bis hin zu Joseph Beuys. Das Prinzip der Kollage werde von ihren Schöpfern mitunter auch zu politi- schen und gesellschaftskritischen Assoziationen genutzt. Die Werke von Gabriele Staarmann sieht Hanjörg Dickel als ein Spiel mit reduzierten Formen, fast immer auf der Stufe höchster Leuchtkraft und Intensität der Farben. "Dies stimmt mich immer etwas froher als ich es vor dem Betrachten war", gab er lobend zu. Der Betrachter müsse nur nahe genug an die Farbstruktur herangehen um festzustellen, dass dort ein großes Repertoire an handwerklichem und altmeisterlichem Können sichtbar werde. Dickel bezeichnete die Arbeiten als holografische Meisterwerke der Tiefenschichtigkeit. Die Künstlerin selbst gab der Hinweis: "Es ist das warme Licht, auf das wir schauen, und nicht das Licht, das uns von oben bescheint. Es ist die Wirkung des Lichtes in einer gotischen Kathedrale, das Licht einer Kerzenflamme, eines Lagerfeuers oder auch die Farbe buddhistischer Mönchsgewänder, die uns in der stummen Kargheit dieses Raumes berührt." Die nächste Gelegenheit zum Besuch der Ausstellung besteht am Sonntag, 20. Juli von 12 bis 17 Uhr. Text: Manfred Hagemann, veröffentlicht IVZ 15.07.03
Mehr als 600 Besucher sahen kunstvoll gearbeitete Quilts Ausstellung 5. bis 6. Juli 2003 Erste Ausstellung der Mosaik-Quilterinnen im Kulturspeicher Einen
großen Erfolg verzeichneten die neun Frauen der Gruppe Mosaik- Quilterinnen aus Laggenbeck und Umgebung mit ihrer ersten Aus- stellung im Kulturspeicher in Dörenthe. Bereits am Samstag, dem ersten Ausstellungstag, fanden sich mehr als 180 Besucher im Kulturspeicher ein. Insgesamt sahen am Wochenende mehr als 600 Besucher die kunst- voll gearbeiteten Quilts. Das Publikum war begeistert von den vielen Formen und Farben, welche sich mit der Patchwork- und Quilttechnik herstellen lassen. Dies bewiesen auch die vielen positiven Äußerungen im Gästebuch der Gruppe. In liebevoller Kleinarbeit hatten die neun Frauen ihre Ausstellung zusammengestellt. Decken, Kissen und kleine Bilder oder Tiere hatten an den Wänden und auf dem Boden des Kultur- speichers ihren Platz gefunden. Nach Jahreszeiten angeordnet präsentierten sich die Werke mit wunderschönen Mosaiken den Besuchern. "Das Ganze ist wie Malen mit Stoffen", meint Elisabeth Himstedt angesichts der vielen verschiedenen Ausdrucksmöglichkeiten. Ihre Kollegin Petra Finke stimmt zu: "Es scheint eine Art Bann gebrochen zu sein. Kultur und Handarbeit zusammen weckt Begeisterung beim Publikum." Drei Tage lang hatten Elisabeth Himstedt, Elke Kemme, Petra Finke, Carolin Brömmelkamp, Anita Löchte, Anneliese Rotthaus, Ulrike Käsekamp, Marion Pohler und Karin Kellinghaus ihre Arbeiten dekoriert, bevor sie die Ausstellung am Samstagnach- mittag eröffneten. Die Gruppe Mosaik-Quilterinnen gibt es bereits seit vier Jahren. Die Frauen fanden sich durch "Mundpropaganda" zusammen und treffen sich einmal im Monat, um sich über ihre Arbeiten auszutauschen. In dieser Zeit haben sie schon viele Verwandte und Bekannte mit einer ganz individuellen Patchwork-Arbeit beglückt. Den kleinen Erläuterungen zu den verschiedenen Arbeiten war so- mit oftmals auch zu entnehmen, für wen das Stück gearbeitet worden war. Offenbar hatten die Besitzer die Werke bereitwillig für die Ausstellung hergegeben, denn in den Räumen des Kulturspeichers fanden sich rund 100 Arbeiten. An einem Stand konnten die Besucher Werke der Gruppe erstehen. Zwei weitere Stände verkauften Info-Material rund ums Patchworking und Stoffe. Interessierte konnten sich außerdem die Technik von den Frauen erklären lassen und an einem kleinen Tisch auch schon mal selbst ausprobieren. "Viele haben großes Interesse bekundet, das Ganze nun auch mal selbst auszuprobieren", erklärte Elisabeth Him- stedt, die sich gemeinsam mit ihren Kolleginnen über den großen Erfolg der Ausstellung freute. Text: Linda Braunschweig, veröffentlicht IVZ 8.7.03
"Gebrauchsanweisung" war nicht zu erwarten Ausstellung vom 18. Mai bis 1. Juni 2003 "Gute Werke" - eine gelungene Ausstellung wurde im Kulturspeicher Dörenthe eröffnet "Gute Werke" verspricht die Ausstellung im Kulturspeicher Dörenthe, die Arbeiten von Hubert Manke, Thomas M. Hartmann und Gerd Gerhardt präsentiert. Wie immer dieser doppelbödige Titel gemeint ist, hat doch die mit dieser Veranstaltung fortgesetzte Zusammen- arbeit zwischen dem Förderverein des Speichers und dem Kunstverein Ibbenbüren wieder eine gute Ausstellung hervorgebracht. Hubert Manke aus Melle zeigt seine teils skurrilen Bleistiftzeichnungen, die schon ihre Freunde in Ibbenbüren haben. Mit der Akribie eines Graveurs lässt er Bildwelten entstehen, in die man sich ausführlich vertiefen kann. Auch die Fotografien von Gerd Gerhardt aus Ibbenbüren lassen unter ihrer glänzenden Oberfläche Tiefen ahnen, denen man allerdings weniger optisch als mit dem Verstand nach- spüren muss. Da möchte man sich gern an den Objekten des Mettinger Thomas M. Hartmann festhalten. Ob das aber zu mehr Sicher- heit führt, ist zweifelhaft. Aber Eindeutigkeit ist ja gerade keine Empfehlung für ein Kunstwerk. So kann man sich von den Wegen des Bleistifts mitnehmen lassen und etwa "Kachelmanns Alptraum" für sich umträumen. Man kann im "Meinwald" - Objekt eine Landschaft, einen miniaturisierten Lebenstraum oder auch die interessante Grafik des Lichts sehen. Oder die fotografierten Vogelflügel als Farbspiel, als Vergänglichkeit des Schönen oder als Studienobjekt für sich entdecken. Was man aber ganz sicher nicht kann, ist die Künstler selbst befragen. Das tat in der Vernissage am Sonntag vormittag der Osnabrücker Dichter Alfred Cordes, der zur Finissage am 1. Juni um 11 Uhr aus seinen Werken lesen wird. Seine Fragen nach dem künstlerischen Werdegang und nach den Absichten beantworteten alle drei merk- würdig gleich. Mehr oder minder sind sie Autodidakten, die sich aber schon früh kreativ in ihrem heutigen Medium betätigten. Es ist der ästhetische Blick, der sie plötzlich etwas sehen lässt, das die künstlerische Weiterarbeit anregt. Und zu der Aussage, sie hätten eine Botschaft, lässt sich keiner der drei verleiten. So ist es auch kein Wunder, dass alle drei nicht von sich aus die Öffentlichkeit gesucht haben, sondern von Freunden zum Ausstellen ihrer Arbeiten überredet werden mussten. Wenn dann schließlich die Befragung ergibt, dass Kunst etwas Privates sei, hat diese Art der Einführung sich selbst ad absurdum geführt. Aber der Versuch war allemal lohnend, zumindest für die wieder sehr zahlreichen Zuhörer, die so mehr über die drei Künstler erfuhren, als diese sonst verraten hätten. Zum Beispiel über die Metamorphose von Brennholz zu einer Riesenspinne, von der allmählichen Verfertigung der Gedanken beim Betrachten eines toten Vogels oder über den Zeitpunkt des letzten Bleistiftstrichs. Doch eine Gebrauchsanweisung oder auch nur ein brauchbarer Hinweis zur Interpretation ihrer Werke war nicht zu erwarten. Wie bekannt, würden die meisten Künstler sich in Aufsatz- oder Vortragsform aus- drücken, wenn sie das in der gleichen Fülle und Präzision könnten, die ihre tatsächlichen Werke aufweisen. Deshalb kann man getrost auch ohne Anleitung am 24. Mai, am Himmelfahrtstag und am 31. Mai, jeweils von 15 bis 18 Uhr, oder am 25. Mai ab 20 Uhr zum Kultur- speicher nach Dörenthe hinaufsteigen. Wenn nicht mehr, so wird wenigstens der ästhetische Blick geschärft. Und auch das ist ein gemeinsames Anliegen aller drei Künstler. Text: Wilm Froese, veröffentlicht IVZ 20.05.03
Geformt, zerschlagen, wieder aufgebaut: Kunst aus Ton 26.04. bis 10.05.03 Manfred Hoinka stellt im Dörenther Kulturspeicher plastische Bilder aus Staub und ton aus Die 314 Tonschalen, im Karree zwischen den Pfosten des Ausstellungsraums im Dörenther Kulturspeicher aufgestellt, bilden die zentrale Installation der Ausstellung "Manfred Hoinka: Die uneigentliche Form". Das sieht in dem kahlen, schwach beleuchteten Raum recht be- eindruckend aus, besonders bei der Eröffnungsveranstaltung am Samstagnachmittag. Dr. Annette Kleinert und Dr. Gerd Overmeyer hoben bei dieser gemeinsamen Ausstellung des Kunstvereins Ibbenbüren und des Fördervereins des Speichers die erfreuliche Zusammenarbeit der Vereine hervor, die statt Konkurrenzdenken die Vernetzung der Stadtteile im kulturellen Bereich anstrebe. Die zahlreichen Zuhörer um- standen während der Ansprachen das Geviert der Trinkgefäße, ruhig und stumm, an den Außenlinien des Kunstwerks aufgereiht. So er- weiterten sie die Anordnung der Gefäße in den gesamten Raum, wie die Schalen geordnet und zufällig zugleich. Das wurde dem Vernis- sagepublikum bewusst durch die ausgezeichneten Erläuterungen der Kunsthistorikerin Dr. Gabriele Uelsberg aus Mülheim/Ruhr. Die Lei- terin der Museen der Stadt Mülheim setzte die Natur, die Zuhörer und die Werke Hoinkas auf verblüffende Weise in Bezug zueinander, verbunden durch ständigen Wechsel der Form oder der Konstellation. So erlebte man fast körperlich die Arbeitsweise des 63-jährigen Kunsterziehers aus Lüdinghausen mit, der sein Material, vorwiegend Ton, zur Form fügt, auflöst, wieder aufbaut, ummantelt, hinzufügt oder wegnimmt, so dass seine Plastiken sich in "vorläufig fester Form" darstellen. Die skulpturalen Fragmente im zweiten Raum, die wie die Zeichnungen durchaus auch assoziative Betrachtungsweisen zulassen, erschließen sich in diesem Wissen auf neue Weise. Eine Sandfläche im gleichen Raum treibt das Prinzip des ständigen Wandels zum Äußersten. Hoinka hat Tonformen am Ausstellungsort zerschlagen, zu Sand zerrieben und ausgestreut. Mit Wasser hat er hineingeschrieben "quiero ser", ich will/möchte/werde sein. Später wird dieser Sand wieder zusammengekehrt, in einem Gefäß aufbewahrt und vielleicht irgendwann zu einer neuen Form zusammengefügt, wie der Würfel im gleichen Raum mit dem Titel "geformt, zerschlagen, wieder aufgebaut". Ein weiterer Würfel besteht aus 125 kleinen Würfeln, jeder aus der gleichen Menge Ton. Dem gleichen strengsten geometrischen Form-Grundsatz unterworfen, im gleichen strengen, in die Unendlichkeit fortdenkbaren System angeordnet, und dennoch behauptet jedes Stück seine Eigenheit. Wie die Menschen, die fast vollständig die gleichen Erbanlagen haben, aber sich doch so seht unterscheiden. Auch die Tongefäße sind alle aus der gleichen Menge, exakt 200 Gramm, des Ausgangsmaterials geformt, nach einer einheitlichen Formvorstellung, und dennoch bei aller Uniformität Originale. Ihre Anordnung ist zufällig, aber, wie man an den sich bildenden Linien sehen kann, nicht chaotisch. Dr. Uelsberg zog über die darum angeordneten Menschen gedankliche Linien zur Religion, nicht nur zum naheliegenden "aus Staub bist Du", sondern auch zum Streben nach Sicherheit in einem Universum voller Gegensatzpaare: von Form und Zufall, Dichte und Gewachsenheit, Individualität und Regelmaß. Am 10. Mai um 16 Uhr wird in einer Finissage des vorläufige Ende für einige dieser nach dem Untertitel "plastischen Bilder aus Staub und Ton" kommen. Bis dahin kann man an den Wochenenden die sehenswerte Ausstellung im Kulturspeicher besuchen. Text: Wilm Froese, veröffentlicht IVZ 29.04.03
Finissage der Bilderausstellung und Jazz im Speicher Samstag, 12. April, ist um 16 Uhr die Finissage der Ausstellung "Entfaltung" von Petra Probst im Kulturspeicher Dörenthe. Bei Kaffee und Kuchen oder bei einem Glas Wein haben Besucher zum letzten Mal die Gelegenheit, die farbenfrohen Blumenbilder und Zeichnungen an- zusehen. Dazu lädt der Förderverein Kulturspeicher Dörenthe ein. Im Anschluss daran wird es ab 18 Uhr ein Konzert der "Pink Pop Big Band" und des Pink Pop Jazz Chores (seit 1999 in dieser Formation unter Leitung von Nina Wasmut zusammen) geben. Die Pink Pop Big Band gehört mittlerweile zum "Urgestein" der Ibbenbürener Kulturlandschaft. Bereits Ende der 80er Jahre wurde die Band gegründet. Diese Big Band ist eine Zusammenstellung aus "Azubis" und Liebhabern des traditionellen Big Band Jazz, des Jazz-Rock und Swing a la Duke Ellington oder George Gershwin. Hervorgegangen aus der Jugendkunstschule "Pink Pop" in Ibbenbüren unter deren Dächern bis heute geprobt wird, tritt die Band nicht nur zu Zeiten des Pink Jazz Festes in Ibbenbüren auf, sondern macht nun seit einem Jahr wieder unter neuer Leitung des Musikers Holger Till auf Stadtfesten und anderen Bühnen in der Region auf sich aufmerksam. veröffentlicht IVZ 8.04.03
Die Vergänglichkeit von Blumen fasziniert sie Ausstellung vom 29.03. bis 12.04.03 Petra Probst stellt ihre Bilder im Kulturspeicher Dörenthe aus Entfaltung heißt die Ausstellung mit Bildern von Petra Probst, die am Samstag, 29. März, um 16 Uhr im Kulturspeicher Dörenthe eröffnet wird. Zeichnungen als auch Malerei wird die Dörentherin dort präsentieren. Petra Probst war 1994 bis 1999 Atelierschülerin bei dem Maler und Glaskünstler Wolfgang Huss in Steinfurt. Mit einer Gemeinschaftsausstellung in der Galerie Noe in Ibbenbüren beendete sie diese Phase gemeinsamer künstlerischer Arbeit. Von da an suchte sie fortwährend nach Fortentwicklung und vor allem nach einem eigenen künstlerischen Weg. Ihre Arbeiten waren im Jahr 2000 während der "Zeitsplitter"-Gala zu sehen. Thematisch drehte es sich dort um das 15. Jahrhundert. Im darauf folgenden Jahr war die Künstlerin auch bei der Nachfolge-Veranstaltung im Bürgerhaus mit Bildern zu Gedichten präsent. 2002 stellte sie erneut im Bürgerhaus aus. Diesmal ging es thematisch um Berthold Brecht. Die eigene Ausstellung "Entfaltung" wird nun diesen Ausstellungsreigen fortsetzen. Während der vergangenen Jahre hat Petra Probst ihr Wissen und ihre Fertigkeiten stetig zu vervollkommnen gesucht. So belegte sie ein Seminar zum Thema Aktzeichnen bei Professor Gierke an der Universität Osnabrück und bei R. Egbert-Giesen, einem Maler in Leipzig, beschäftigte sie sich mit Radierungen. Die besondere Liebe der Hobbygärtnerin gehört den Pflanzenmotiven. Und in diesem Zusammenhang interessiert sie besonders deren Vergänglichkeit. "Die Schönheit sehe ich nicht nur in der jungen Pflanze, sondern auch der Reifungsprozess ist schön", so Probst. Der Titel ihrer Ausstellung, "Entfaltung", nimmt dieses spezielle Interesse der Malerin auf und trifft gewiss auch ihr persönliches Lebensgefühl, der Freude an ständiger Weiterentwicklung. Nach zahlreichen Ausstellungen, an denen sie jeweils mit anderen beteiligt war, will sie die Ausstellung im Kulturspeicher allein mit ihren eigenen Arbeiten bestreiten. "Ich muss jetzt ´mal wieder allein was machen", sagt sie. Zur Eröffnung ihrer Ausstellung, zu der der Förder- verein Kulturspeicher Dörenthe e.V. einlädt, in dessen Vorstand sie aktiv mitarbeitet, wird Heinz Rammes das Grußwort sprechen. Musi- kalisch wird die Ausstellungseröffnung gestaltet von einem Klarinettenduo, das Achim Pfeifer und Natalie Engelbert, die Nichte der Künst- lerin, bilden. "Darüber freue ich mich besonders", sagt Petra Probst. Die Ausstellung wird Sonntag, 30. März und Sonntag, 7. April, jeweils von 12 bis 17 Uhr geöffnet sein sowie nach Abspracht unter Telefon 05455/1398. Die Finissage wird am Samstag, 12. April, um 16 Uhr die Ausstellung beenden. Im Moment malt Petra Probst in Acryl auf Holz - eine Technik, die ihr sehr entgegen kommt. Text: Cornelia Ruholl, veröffentlicht IVZ 18.03.03
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