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Ausstellungen 2002 >>

Freier Blick auf die Vergänglichkeit        

Ausstellungs-Eröffnung im Kulturspeicher

Ein Schaudern ging durch ihre Nichte, als sie die Fotoinstallation hinter Stacheldraht betrachtete. Heidi Neulinger erinnert sich gut an

diesen Moment. Er verschaffte ihr Gewissheit, dass sie mit ihrem

Kunstwerk den Kern getroffen hat. Es zeigt in einem von hinten 

beleuchteten Kasten auf einer mit Fotoemulsion behandelten,

belichteten Glasplatte eine kauernde Nackte. Das Glas steckt 

in einem lose aufgerollten Stück Stacheldraht. Dieses Objekt ist 

in der Ausstellung "Farbentanz und Totenstille" zu sehen, die 

am Samstagnachmittag im Kulturspeicher eröffnet wurde. 

Gezeigt werden Fotografien von Heidi Neulinger und Gemälde 

von Dr. Klaus Münstermann, ihrem Bruder, der in Ibbenbüren

wohnt. mehr >

 

 

 

 

Das Leben im Koffer nach Hause gebracht     15. bis 29.06.02

Thomas Engelbert stellt im Kulturspeicher Dörenthe aus / Dreidimensionales Tagebuch

Ein Raum, dessen Grenzen durch weiß gestrichene Latten fixiert sind, gefüllt mit Sedimenten einer Stadt und eines Lebensabschnitts. 

Mit dieser Installation "abort" stellt der junge Künstler Thomas Engelbert seine Abschlussarbeit für die Kunsthochschule Bremen im

Kulturspeicher Dörenthe aus. Ein Jahr lang lebte der Abiturient des Goethe-Gymnasiums in Barcelona, im alten Stadtteil Barceloneta am 

Hafen. Dort richtete er sich in einem

eigentlich unbewohnbaren Raum nach

und nach seinen Lebensraum ein und

dokumentierte sein Leben dort mit

Fotos, Fundstücken und Zeitungsaus-

schnitten. Dies "dreidimensionale

Tagebuch", wie Engelbert es selbst

nennt, bildet den Hauptteil der Aus-

stellung in Dörenthe, die noch am 23.

Juni von 14 bis 18 Uhr und zur

Finissage am 29. Juni um 16 Uhr

besucht werden kann. Die Sitzbank, 

der Tisch sind nun verlassen, die 

Toilette scheint jetzt Bilder und Bruchstücke natürlicher und künstlicher Herkunft aufzusaugen, nur eine Ablage mit Kaffee und spanischem

Rotwein sowie Gläsern und Bechern lädt noch zum Leben ein. mehr >

 

Mana Oberland arbeitete mit am Goldesel                 

Ausstellung im Kulturspeicher in Dörenthe / Junge Künstlerin lernte im Steinmetzbetrieb von Werner Paetzke

In der Bevergerner Jugend, besonders bei den Mädchen, ist Mana Oberland (24) als recht sportlich bekannt. Sie leitet erfolgreich eine

Gruppe "Stepp Aerobic" mit 25 Mädchen für den FC Stella Bevergern und tritt mit ihnen immer dann auf, wenn es in Bevergern etwas zu

feiern gibt. So waren die Mädchen bei der 90-Jahr-Feier des FC Stella dabei, und im Kinderkarneval hatten sie jetzt ihren zweiten Auftritt.

Bald wird wieder etwas Neues eingeübt, denn das Altstadtfest in Bevergern rückt näher. Erstaunt waren die Mädchen, als sie jetzt er-

fuhren, dass Mana Oberland auch auf künstlerischem Gebiet tätig ist. Die von der Insel Rügen stammende Steinmetzin und Bildhauerin

hatte Samstag mit acht weiteren Handwerkern eine Ausstellung im Kulturspeicher Dörenthe. Alle neun Studentinnen und Studenten, die

ausstellen, gehören einem Werkstudiengang Gestalter im Handwerk in der Akademie Gestaltung in Münster an. Die Ausstellung im Kul-

turspeicher ist ein Rückblick auf das vergangene Jahr, dabei werden hauptsächlich Zeichnungen, Entwürfe von Interieur, Fotoprojektionen,

Outfit-Modelle und Präsentationsmappen zu sehen sein. Themen sind "Einfach eine Dienstleistung" und "Outfit-Inszenierung der Selbst".

Mana Oberland lernte ihr Handwerk in dem Steinmetzbetrieb Werner Paetzke in Bevergern und schloss 1999 als Innungsbeste ihre Aus-

bildung ab. Bei Paetzke arbeitete sie zunächst weiter als Steinmetzin. Und auch heute noch, während ihres Studiums in Münster, das 

sie 2001 begann, arbeitet sie noch stundenweise in diesem Betrieb, um das Studium zu finanzieren. Ein ganz besonderes Ereignis für

Oberland war eine Studienfahrt nach Italien mit allen Teilnehmern des Studiengangs. Die Gruppe entwickelte in Teamwork Figuren und

Objekte zum Thema Märchenweg con Collodie nach Pecsia in der Toskana aufgestellt, wo sie zusammen mit Objekten der "Accademia

di belle arti" aus Florenz ein Märchenland bilden. Als besonders gelungen gilt für Mana Oberland der Goldesel, den sie zusammen mit

Jochen Haveresch (Mitstudent) aus Stahl und Edelstahl geschweißt hat. Ein kleiner italienischer Junge namens Adriano hatte sehr viel

Spaß bei Durchrollen von Geld. Man steckt oben Geld in den Esel und es rutscht durch eine Schiene in einen Sach aus Kalkstein.

veröffentlicht IVZ 19.02.02

 

 

 

 

 

 

 

 

www.kulturspeicher.net | www.kulturspeicher-doerenthe.de | www.kulturspeicher.com