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Treffende
Bilder machen betroffen 5.11.
bis 2.12.2000 Förderverein des Kulturspeichers zeigt Austtellung "Die dritte Schuld" "Die dritte Schuld" lautet der Titel der derzeitigen Ausstellung des Fördervereins Kulturspeicher Dörenthe, die noch bis zum 2. Dezember, jeweils sonntags von 14 bis 17 Uhr, zu sehen sein wird. Treffende Bilder machen den Betrachter betroffen. Hilflose Kinder, angstvolle, ausdrucklose Gesichter stehen für unerträg- liches Leid in der Zeit der Judenverfolgung. Persönlich aufarbeiten will der 1963 in Brühl geborene Künstler Raimund Egbert-Giesen, aber auch bewahren vor dem Vergessen einer düsteren Epoche deutscher Ge- schichte. "Der Titel "Die dritte Schuld" steht für die Weigerung, sich zu erinnern. Der Holocaust selbst stellt die erste Schuld dar, das Verdrängen von Schuld (keiner hat was gewusst) ist die zweite Schuld", so Egbert-Giesen am Sonntag zur Eröffnung seiner Ausstellung, die zuvor in Leipzig, demnächst in Brühl und Berlin zu sehen sein wird. Das zweiteilige Werk Egbert-Giesens "Kinderspiel" zeigt in einer Mischtechnik auf Leinwand zwei Jungen. Der eine hat die Hand zum Hitlergruß erhoben, der andere streckt die Hände hoch, ein Zeichen der Hilflosigkeit, er steht mit dem Rücken zur Wand. "Diese Bilder wurden auf Originaldokumente gemalt, sie entstanden, wie auch die anderen Exponate, nach authentischen Fotos aus der NS-Zeit", so Egbert-Giesen, für dessen Schaffen ein Besuch in Auschwitz vor Jahren bedeutsam war. Sowohl im Wannsee-Archiv als auch in hiesigen Heimatbüchern fand er die Vorlagen für seine Kinderbilder. "Kinder sind die Hilflosesten im System, an der Erziehung der Kinder erkennt man auch heute noch immer die Ideologie", meint der Künstler, und: "Es geht mir bei dieser Ausstellung um die Allgemeingültigkeit von Verfolgung und Holocaust, der keineswegs auf die Juden im Dritten Reich beschränkt war und auch in unserer Zeit stattfindet." Rita Schlautmann-Overmeyer führte in die Werke Egbert-Giesens ein. Als Grundlage diente ihr ein Auszug aus der Diplomarbeit des Malers, der vor sechs Jahren an der Hochschule für Graphik- und Buchkunst in Leipzig das Studium aufnahm und derzeit Meisterschüler dort ist. "Die hier gezeigte Kunst ermöglicht, auch aus zunehmendem zeitlichen Abstand zu den Ereignissen, eine Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus. Diese Kunst berührt gegenwartspolitische Aspekte insofern, als sie Ausdruck der Besorgnis des Künstlers über das Schicksal der gegenwärtigen Welt ist", so Schlautmann-Overmeyer. "Die letzte Reise", "Der Verdacht" oder "Endlösung" lauten die Titel der Exponate im Kulturspeicher. Mischtechniken, Graphit- oder Kreidezeichnungen, die in ihrer Intensität Vergleichbares suchen. Auch die jungen Ausstellungsbesucher betrachteten die ausdrucksstarken Bilder schweigend und bedrückt; Ausgangspunkt für ein Gespräch mit Eltern und anderen Erwachsenen, der erste Schritt zum Nichtvergessen vielleicht. Text: Pfeiffer, veröffentlicht IVZ 6. November 2000
Eine melancholische Liebe zum Gegenstand aller Kunst 27.8. bis 24.9.2000 Künstlergruppe "Melpomene" stellt im Kulturspeicher Dörenthe aus Mit einem Paukenschlag des Schlagzeugers Christian Ohl wurde am Sonntag im Kulturspeicher Dörenthe die Ausstellung "Menschen - Tiere - Mutationen" eröffnet. Dr. Gerd Overmeyer begrüßte die zahlreichen Gäste im Namen des Kulturspeichers und des Kunstvereins Ibbenbüren. Der Schriftsteller Alfred Cordes führte sodann in die Ausstellung der zur Künstlergruppe "Melpomene" gehörenden sechs Künstler ein: Die Bilder der "Melpomene" - Gruppe seien auf den ersten Blick nicht harmlos, eher den Widerspruch herausfordernd, aber dennoch von einer Wärme, die sich nähre aus einer melancholischen Liebe zum Gegenstand aller Kunst: dem Menschen. Die "skurrea- listischen" Melpomene-Künstler verweigern sich dem Avantgardismus der siebziger Jahre und bekennen sich in ihren handwerklich und künstlerisch hoch qualifizierten Arbeiten zur gegenständlichen Malerei, und zwar jeder in einem unverwechselbaren Stil: magisch-surreal- istisch bei Thomas Bühler, sachlich engagiert bei Axel Gundrum, irreal-phantastisch bei Hinrich van Hülsen, mit abstrakten Elementen spielend bei Thomas Johannsmeier, strenger bei Robert Meyer. Für Melpomene bleiben der Mensch und die sichtbare Welt in ihrer sicht- baren Welt in ihrer unendlichen Fülle von Wesen und Dingen Gegenstand ihrer Kunst. Dabei werden visuelle Vertrautheiten aufgehoben. Unzusammengehöriges verbunden, Raum und Fläche treten in ein irrationales Spannungsverhältnis und mitten darin der in seiner Schwä- che bloßgestellte Mensch, oder auch das Tier, dem Mensch ähnlich oder unvertraut zugeordnet. Vom Betrachter erwarten die Bilder, dass er sich mit Phantasie und Humor der Vielfalt dieser Welt mit ihren sich oft selbst überschätzenden Menschen öffnet. Wer sich auf diese Herausforderung einlassen mag und sich gleichzeitig von Kunst unterhalten lassen will, der ist eingeladen zu dieser Ausstellung, die bis zum 24. September jeden Sonntag cvon 11 bis 18 Uhr geöffnet ist.
Zum Auftakt Farb- und Schattenspiele 3. Dörenther Hafenfest mit Vernissage eröffnet Zum dritten Dörenther Hafenfest begrüßte am Sonntagvormittag Monika Haselon vom Vorstand des Kulturspeichers Dörenthe zahlreiche Gäste. Auftakt des unterhaltsamen Tages mit ideenreichem Programm bildete die Eröffnung einer Ausstellung von Werken Renate Bayers, die rund drei Monate Arbeit in die 29 Exponate investiert hatte. "Renate Bayer hat den Raum hier auf sich wirken lassen und ging an die Arbeit", so Monika Haselon. "Die geschaffenen Werke haben einen Bezug zu diesem Raum un zu unerer Ausstellung." Mit ein- fachen Stilmitteln - Holz und Farbe - erzielt Renate Bayer große Wirkung. Objekte wurden auf kleine Sockel gestellt, sie scheinen zu schweben und erzeugen Schatten, je nach Lichteinfall und Perspektive des Betrachters. Ein Großteil der Werke Renate Bayers sind ab- strakt, es finden sich aber auch Blütenmotive. Bestechend sit in den meisten Fällen die Farbgebung der Objekte, die dem Ausstellung- raum im ersten Geschoss des Speichers Heiterkeit verleihen, aber auch architektonische Reliefs in Weiß sind zu sehen. Schon früh kam die gebürtige Wanne-Eickelerin zur Kunst. "Von meinem Mann wünschte ich mir zur Hochzeit vor 25 Jahren eine Laub- säge", lacht die gelernte Werbeassistentin. Bei ihren Arbeiten ist das Spiel mit einfachen geometrischen Formen federführend, ihre Idee bezieht Renate Bayer aus Reiseeindrücken, Zeitschriften oder sie lässt sich durch das eigene Werk inspirieren. Nach Gemeinschafts- ausstellungen ist die Ausstellung im Kulturspeicher Dörenthe nun die erste Einzelausstellung der 49-jährigen Künstlerin, die in Tecklen- burg lebt. Musikalisch untermalt wurde die Vernissage von Miriam Frank und jazzigen Saxophonklängen.... Text: Pfeiffer, veröffentlicht IVZ 14.8.2000
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