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Künstlerische Annäherung ans Thema Alter 23.11. bis 07.12.2008 Vernissage zur Ausstellung der belgischen Künstlerin Pauline Campion im Kulturspeicher Dörenthe Eine ungewöhnliche Konzeption liegt der Ausstellung zugrunde, die seit Sonntag im Kulturspeicher zu sehen ist. Zeichnungen einer be- kannten Künstlerin hängen dort neben Bildern von Grundschulkindern. Das Verbindende ist allein die Thematik, erzählt wird von alten Menschen. Unterschiedlich ist jedoch die Annäherung. Wie sehen Kinder ihre Großeltern, was fällt ihnen auf, was finden sie so bemer- kenswert, dass sie davon ein Bild für eine Ausstellung malen? "Die Würde des Menschen ist unantastbar", so stehe es im Grundgesetz, sagte Dr. Hiltrud Kreutzer, "aber wir verleugnen die Zerbrechlichkeit des Lebens, wenn es zu Ende geht", "Wir müssen uns um die Alten kümmern, und damit um uns". Bei der Vernissage am Sonntagvormittag gab es für die etwa 50 Besucher viel zu sehen. Mit großer Freude begrüßte der Vorsitzende des Fördervereins im Kulturspeicher, Dr. Gerd Overmeyer, die belgische Künstlerin Pauline Campion. Sie lebt, malt und zeichnet in Brüssel und verlässt eigentlich ihr Haus nur ungern, wie sie selbst sagte. Dem großen Engagement der Ausstellung- macher ist es zu verdanken, dass sie ins Tecklenburger Land reiste, wo es ihr gut gefällt. "Eine hübsche Landschaft", fasste sie ihre kurzen Eindrücke zusammen. Die Zeichnungen, die jetzt im Kulturspeicher ausgestellt sind, hatte sie in den frühen 1970er Jahren in einem Brüsseler Altenheim angefertigt. "Ich habe dort gewohnt, der Direktor erlaubte mir, überall dabei zu sein". Was sie zeichnet, sind Augenblicke, die sehr eindringlich von der Vergänglichkeit menschlichen Lebens erzählen. Heribert Fischer ließ in seiner Einführung biografische Daten Campions lebendig werden, die ein wenig den Lebenslauf erhellten und er- klärten, warum es ihr gelingt, in Gesichter zu lesen. Sie war nicht nur oberflächliche Betrachterin, sie lebte mit den Menschen, die sie porträtierte. Sie versuchte, deren Gedanken zu ergründen und zu zeigen, was ihnen in Krankheit und Siechtum noch vom Leben blieb. Meist wenden die Personen sich vom Betrachter ab, schauen ins Leere, vielleicht in ihre eigene Vergangenheit zurück. Ganz anders da- gegen die farbigen Bilder die Schüler der 3. Klasse der Grundschule Dörenthe zu dem Thema gemalt haben. Sie haben ihre Großeltern porträtiert und die schauen meist freundlich und stehen mit beiden Beinen im Leben. Ihre Lieblingsbeschäftigung scheint die Gartenarbeit zu sein. Viele liebevolle Details finden sich, genau beobachtet und mit Stift und Pinsel aufs Papier gebracht. Entstanden sind die Bilder im Religions- und Kunstunterricht unter Anleitung von Monika Kirbs und mit Unterstützung der Schulleiterin Christa Hackmann. Als Grund- lage diente die Bilderbuchgeschichte "Zwei Ungeheuer unter einem Dach". Das Zustandekommen der Ausstellung steht in enger Bezieh- ung zur Hospizbewegung, die schwerstkranken Menschen am Lebensende Beistand und Unterstützung gibt. Dr. Hiltrud Kreutzer aus Wa- rendorf hat die Bilder gekauft und sie dem Förderverein Kulturspeicher Dörenthe übergeben. Dieser sorgt mit seinem Engagement dafür, dass sie möglichst vielen Menschen zugänglich gemacht werden. Der Benefizgedanke steht dabei immer im Vordergrund, alle Spenden kommen der Hospizbewegung zugute. Der Hospizverein Ibbenbüren war mit einem Informationsstand vertreten. Trauerberaterin Adelheid Windt und die Vertreterin für Öffentlichkeitsarbeit, Heike Möllenkamp, stellten die Tätigkeitsfelder vor. Von den etwa 45 aktiven Mitgliedern wird Trauer- und Schwerstkrankenbegleitung zu Hause geleistet. Die Ausstellung ist bis zum 7. Dezember sonntags von 14 bis 17 Uhr und nach Vereinbarung geöffnet. Text: Brigitte Striehn, veröffentlicht IVZ 25.11.08
"Gezeichnetes Leben" 23.11. bis 07.12.2008 Nur wenige Striche mit dem Bleistift oder der Zeichenkohle benötigt die belgische Künstlerin Pauline Campion, um den Betrachter in ihren Bann zu ziehen. "Gezeichnetes Leben" breitet sich vor dem Besucher aus. So lautet auch der Titel der Ausstellung, die in Zusammen- arbeit mit der Hospiz Ibbenbüren e.V. am 23.11.08 im Kulturspeicher Dörenthe eröffnet wird. Es sind Momentaufnahmen vom Ende des Lebens, wenn nicht mehr viel Kraft übrig ist, wenn der Körper verfällt und der Verstand ermattet. Diese Bilder sind in den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts in einem Brüsseler Altenheim entstanden. Pauline Campion ist 1942 in der Bretagne geboren, studierte Kunst an der
Acaeémie des Beaux Arts in Paris und siedelte später nach Brüssel über. Im Quartier des Marolles, dem buntesten und verrücktesten Viertel der belgischen Hauptstadt, wohnt sie in einem alten Lagerhaus. Sie lebt mit Menschen, die sie zeichnet oder malt. In den Suppenküchen und Kneipen rund um den Vossenplein findet sie noch heute die Motive für ihre Bilder. Die Zeichnungen wurden von Dr. Hiltrud Kreutzer erworben, um den Hospizgedanken damit zu unter- mauern. Es sind Menschen dargestellt, die sich am Ende ihres Lebensweges befinden. Auch die Hospizbewegung versteht sich als Fürsprecher kranker und sterbender Menschen. Der Förderverein Kulturspeicher Dörenthe e.V., dem die Sammlung als Schenkung überlassen wurde, sorgt dafür, dass die Graphiken an vielen Orten ausgestellt werden.
Vernissage der Ausstellung am 23.11.2008 Pauline Campion, Künstlerin aus Brüssel (Gezeichnetes Leben) und zwei der Künstler der Grundschule Dörenthe (Gemaltes Leben) (oben)
Die Lehrerin Monika Kirbs sowie die Schulleiterin Frau Hachmann mit den Künstlern (unten)
Kulturspeicher spendet für Hospiz Während der Ausstellung "Gezeichnetes Leben" der Malerin P. Campion im Dezember 2008 sammelte der Kulturspeicher Dörenthe 220 Euro zugunsten des Hospizvereins Ibbenbüren und seines neu eingerichteten Trauer-Cafés in der Fabi. Martin Rolf (M.) nahm die Spende in Empfang von Karl-Heinz Käsekamp (l.) und Dr. Gerd Overmeyer vom Kulturspeicher Dörenthe.
Bilder von den letzten Seiten im Buch des Lebens Ausstellung in der Praxis Dr. Overmeyer Ausstellung aus dem graphischen Werk von Pauline Campion eröffnet Nur wenige Striche mit dem Bleistift oder der Zeichenkohle benötigt die belgische Künstlerin Pauline Campion, um den Betrachter in ihren Bann zu ziehen. "Gezeichnetes Leben" breitet sich vor dem Besucher aus. So lautet auch der Titel der Ausstellung, die am Mittwoch- abend in der Arztpraxis von Dr. Gerd Overmeyer auf dem Dickenberg mit einer Vernissage eröffnet wurde. Es sind Momentaufnahmen vom Ende des Lebens, wenn nicht mehr viel Kraft übrig ist, wenn der Körper verfällt und der Verstand ermattet. Sie sind in den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts in einem Brüsseler Altenheim entstanden. Pauline Camion ist 1942 in der Bretagne geboren, studierte Kunst an der Académie des Beaux Arts in Paris und siedelte später nach Brüssel über. Im Quartier des Marolles, dem buntesten und verrücktesten Viertel der belgischen Hauptstadt, wohnt sie in einem alten Lagerhaus. Sie lebt mit den Menschen, die sie zeichnet oder malt. In den Suppenküchen und Kneipen rund um den Vossenplein findet sie noch heute die Motive für ihre Bilder. Zur Vernissage waren über fünfzig kunstinteressierte Besucher gekommen. Gastgeben Dr. Overmeyer hob hervor, dass die Ausstellung nur durch die Großzügigkeit von Dr. Hiltrud Kreutzer und die Unterstützung von Marianne Ellermann, Heribert Fischer und weiterer Sponsoren möglich geworden war. Die Zeichnungen wurden von Dr. Kreutzer erworben, um den Hospizgedanken damit zu untermauern. Es sind Menschen dargestellt, die sich am Ende ihres Lebensweges befinden. Auch die Hospizbewegung versteht sich als Fürsprecher kranker und sterbender Menschen. Der Förderverein Kulturspeicher Dörenthe, dem die Sammlung als Schenkung überlassen wurde, wird dafür sorgen, dass die Graphiken an vielen Orten ausgestellt werden. Heribert Fischer sprach die Worte zur Einführung in Leben und Werk Campions. Er lenkte den Blick auf Bilder, die in seinen Augen be- sonders deutlich zeigen, dass die Künstlerin in Gesichtern zu lesen versteht. Sie geben dem Betrachter Auskunft über die porträtierten Personen. Die letzten Seiten des Lebensbuches werden aufgeschlagen und auf eindringliche Weise dargestellt. Marianne Ellermann stellte nochmals das besondere Engagement der Sponsoren heraus, die sich für die Hospizbewegung einsetzen und dafür gesorgt haben, dass die Bilder gerahmt wurden und für den Transport ordentlich verpackt werden können. Im November werden alle Graphiken nochmals im Kulturspeicher Dörenthe gezeigt. Zu der Ausstellung ist ein Katalog erschienen, der Verkaufserlös fließt ebenfalls der Hospizbewegung zu. Text: Brigitte Striehn, veröffentlicht IVZ 8.2.08
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