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Ausstellungen >>> Kippelige Fahrt im Papierboot Ausstellung "Wasser <=> Wege": Thomas Ohms Kanalquerung hat ihre Tücken Manchmal kommt es anders als geplant: Zuversichtlich hatte sich Thomas Ohm am Samstagnachmittag mit seinem selbst gebauten Boot am Kulturspeicher Dörenthe eingefunden, um dort den etwa 50 Meter breiten Dortmund-Ems-Kanal zu überqueren. Diese Bootsfahrt war Teil der Ausstellung "Wasser
<=> Wege" des Bundesver- bandes Bildender Künstler, die zur Zeit im Kulturspeicher zu sehen ist. Neben Monika Haselon und Karl-Heinz Käsekamp vom Förderverein Kulturspeicher Dörenthe hatten sich auch einige Zuschauer sowie Mitglieder des DLRG-Ortsvereins Ibbenbüren eingefunden; letztere sollten an Land und zu Wasser für den reibungslosen Ablauf der Aktion sorgen (schließlich musste auch der Schiffsverkehr in einiger Entfernung von der Querungs- stelle gesichtet werden, um während der Überquerung freie Bahn zu haben). An einer seichten Stelle wurde das Leichtbauboot zu Wasser gelassen. Das Besteigen erwies sich als recht kippelige Angelegenheit; aufgrund der Strömung und der windbedingten Wellenbewegung auf dem Kanal fand der auf den Knien in seinem Gefährt hockende Thomas Ohm nicht so recht das Gleichgewicht und vermochte daher auch nicht - wie eigentlich geplant - den Kanal
DLRG schleppte ihn schließlich einmal hin und wieder zurück - immerhin, das Boot hielt, auch wenn am Ende etwas Wasser auf dem Grund des Fahrzeugs schwappte. Bereits im vergangenen Jahr hatte Thomas Ohm, der eigentlich Maler und Grafiker ist, sein Boot für die Aktion "Aufkreuzen in Telgte" gebaut. Im März 2008 ging es los mit dem Schnitt der Kopfweidenruten, die das "Skelett" des Bootes bilden sollten. Zwei Monate musste das Holz anschließend in Wasser eingeweicht werden, damit es ausreichend biegsam war, schildert der Künstler. Nachdem der Korpus mit Draht fixiert war, wurde in fünf Lagen Stärke Butterbrotspapier als Bespannung aufgebracht. Diese erhielt dann einen Außenanstrich aus Bootslack. In Anspielung auf die als "unsinkbar" gepriesene Titanic erfolgte am 24. August 2008 die Taufe des Bootes auf den Namen "Telgtanic". Doch anders als der Luxusliner erhebt das Künstlerboot nicht den Anspruch auf Unsinkbarkeit, wenngleich es seine Jungfernfahrt auf der bei Telgte etwa acht bis zehn Meter breiten Ems unbeschadet überstand. Die Technik, in der das Boot gefertigt wurde, finde auch für seine Lichtobjekte Verwendung, verrät Thomas Ohm. Dabei nehme er jedoch keine Weidenruten, sondern arbeite mit Bambus und Rietgras. "Ich beschäftige mich auch mit der Natur und Veränderungen in der Natur" erzählt der Künstler. Daher wolle er sein Boot jetzt, nach der Kanalquerung voraussichtlich einbuddeln und mit Blumen bepflanzen, bevor sich die Natur das aus ihr entnommene Material wieder zurückhole, so Ohm. Text und Fotos: Claudia Ludewig, veröffentlicht IVZ 15.06.09
Beeindruckende Vielfalt der "Handschriften" 06.06. - 28.06.09 Rund 100 Besucher bei der Vernissage der Ausstellung "Wasser <=> Wege im Kulturspeicher Dörenthe Wasserstrassen
üben von je her einen besonderen Reiz auf Künstler aus. In einer Ausstellung, die der Bundesverband Bildender Künstler (BBK) Westfalen e.V. zur Zeit im Kulturspeicher Dörenthe präsentiert, ist Wasser das beherrschende Element. Zeich- nungen, Gemälde, Skulpturen und Installationen nähern sich in unterschiedlichster Weise dem Thema und verknüpfen es mit einem weiteren Sujet von philosophischen Dimensionen. Die Darstellung von Wasser und Wegen in einer Wechselbeziehung, oft mit Bezug auf den konkreten Ort, sind ein enor- mes Vorhaben für eine Künstlergemeinschaft. Zur Vernissage am Samstagnachmittag waren etwa 100 Gäste nach Dörenthe gekommen. Viele der beteiligten Künstler standen für Gespräche bereit. Dr. Gerd Overmeyer, der Vorsitzende des Fördervereins Kulturspeicher Dörenthe, begrüßte die Anwesenden und freute sich über das rege Interesse. Die Einführung in die Aus- stellung übernahm der Vorsitzende des BBK Westfalen, Bernd Figgemeier aus Bochum. Er ging zunächst auf die Aufgaben des Ver- bandes ein, der sich als Anwalt der Künstler versteht. Der Auftrag bestehe darin, die Kulturarbeit der Region und die Kontaktpflege zu den Bürgern intensiv mitzugestalten. Der Verband leiste kollegiale Hilfestellung bei der Förderung junger Künstler durch Ausstellungen, Wettbewerbe oder Verbesserungen bei der Ausbildung. Die Idee "Wasser <=> Wege" sei beim ersten Zusammentreffen zwischen BBK- Vertretern und dem Träger des Speicherhauses entstanden, führte Figgemeier aus. Angeregt durch das Gebäude selbst und seine Funktion als Kulturort im Umfeld von künstlicher Wasserstraße und Naturlandschaft wurde die Verbindung von Wasser und Wegen als Thema definiert. Der Weg sei im mathematischen Sinne die Strecke zwischen zwei Orten, zwischen Anfang und Ende. Das sage aber noch nichts darüber aus, wie die Wegstrecke zurückgelegt werde, ob sie Umwege nehme oder die Möglichkeit zur Rückkehr biete. Die Wege könnten von Mensch zu Mensch gehen, zu einem konkreten Ziel oder auf dem Wasser in die weite Ferne. So böten die Themen Wasser und Wege sowie deren Verknüpfung formal und gedanklich viele Möglichkeiten der gestalterischen Bearbei- tung. Von den 150 eingereichten Werken wurden 80 ausgewählt, die das Thema in unterschiedlichster Art und Weise umsetzen. Sie be- ziehen das Gebäude und Besonderheiten der Landschaft in die Bearbeitung ein, so dass der Betrachter eigene Überlegungen anstellen kann. Allgemeingültige Erkenntnisse, wie die Schonung der Ressourcen oder die Funktion von Brücken, fließen ebenfalls in das künst- lerische Schaffen ein. An den Wänden des Speichers ziehen Malereien, Grafiken oder Fotografien den Blick auf sich, Bodeninstallationen, Lichtobjekte oder Skulpturen erheischen Aufmerksamkeit. Die Vielfalt der Handschriften und der verwendeten Materialien sei beeindruck- end, darin waren sich die Besucher einig. Die "lebendige Kunst- und Kulturszene", die in der Region bereits besteht, wird davon auf jeden Fall profitieren. Die Ausstellung wird von Mitmachaktionen begleitet. Am Samstag lud Christoph Werdelmann zum "Fischdosenessen" ein. Die leergegessenen Dosen wird er bis zur Finnisage am 28. Juni zu einem Objekt "Fisch-Dosen-Fisch" verarbeiten und auf dem Kanal zu Wasser lassen. Text und Foto: Brigitte Striehn, veröffentlicht IVZ 9.6.09
LWL ist Sponsor der Ausstellung "Wasser<=>Wege" im Kulturspeicher Dörenthe.
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