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"Ein weißer Fleck im bunten Bild", Ausstellung "Vis á vis", vom 17. Mai bis 1. Juni 2008

Lyrik und Malerei im Kulturspeicher Dörenthe

Trotz des schlechten Wetters am letzten Samstag haben eine

Vielzahl Kunstinteressierter die Eröffnung der Gemäldeausstellung

"Vis á vis" des Künstlerehepaars Elfriede Raguschke und des

verstorbenen Bernhard Conrad im Kulturspeicher Dörenthe besucht.

Bei allen Anwesenden fanden die vom Ibbenbürener Herbert Börger

sehr eindringlich vorgetragenen Gedichte von Elfriede Raguschke 

langen Nachklang, die sich - wen wird es wundern - allesamt um 

die Wirkung von Farben drehten. Die beiden mit 77 und 78 Jahren

fast Gleichaltrigen dabei zu beobachten, machte allein schon 

Freude. Über Bezüge zu bekannten Protagonisten und Zeitström-

ungen der Kunstwelt der 60er bis in die 90er Jahre in der Einführung ihres Sohnes, dem Kunstgeschichtler Bernd Conrad, wurde 

                                                                                                        die Einordnung ihres über 40-jährigen Lebenswerkes 

                                                                                                        sehr plastisch.               

   An den 34 ausgestellten - überwiegend großformatigen - Bildern

   ist diese Prägung ebenso deutlich ablesbar, wie die gegenseitige

   Beeinflussung in der langen Zeit ihres gemeinsamen Wirkens.  

   Viele Gespräche mit einigen der mehreren hundert Besucher der

  Ausstellung am nächsten Tag als Teil der gemeinsamen Aktion

  "Kunst und Garten" von Kulturspeicher und der Interessen-

  gemeinschaft Dörenthe haben diese Wirkung erlebbar gemacht.  

                                                                                                       Text und Fotos: Raphael Völler

       

 

Die Gemäldeausstellung im Kulturspeicher Dörenthe von Elfriede Raguschke

und Bernhard Conrad, einem Künstlerehepaar aus Hamm, folgt einem vierzig

Jahre andauernden gemeinsamen Schaffensprozess. Der Titel „Vis a Vis“

beschreibt die wechselseitigen Bezüge und Unterschiede ihrer Intentionen

die sich dabei trotz eines langen gemeinsamen Weges auf ungewöhnliche

Weise die Waage halten.

Die 1930 in Recklinghausen geborene Malerin Elfriede Raguschke bezeichnet

ihre Arbeiten selbst als “lyrische Abstraktionen“. Ihre Bilder sind von starker

Farbigkeit und Bewegung geprägt. Dabei schildert sie Intentionen, Gefühle 

und psychische Zustände in einem assoziativen Spannungsfeld. Bernhard

Conrads “Informelle Malerei“ hatte den Gegensatz von Emotion und Rationalität

zum Thema, das er seit den 1980er Jahren entwickelte: 

“Hier Leben - da Eingrenzung, hier Chaos - da Ordnung", so beschrieb Bernhard

Conrad selbst seine Bildthemen. Scheinbar chaotische Verwirbelungen von

Farbe und Linie füllen in seinen Bildern den Hintergrund, während klare,

geometrische Konstruktionen die Fläche und das Blickfeld beherrschen.

 

                                                                                                     

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