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Events 2009 >> Ein freundlicher Abend voller Bonmots Claus Weidner und Johannes Eidt im Kulturspeicher am 27.02.2009 "Ich bin da und ich bin Leben", mit diesem Zitat von Carl Michael Bellmann (18. Jh.) betrat der Rezitator und Schauspieler Claus Weidner aus Lotte die Bühne. Es war ein Richtung weisender Start. Ihm zur Seite saß der Grafiker und Liedermacher Johannes Eidt aus Osna- brück. In der familiären Atmosphäre des Kulturspeichers Dörenthe unterhielten die Kleinkünstler ihr circa 30-köpfiges Publikum mit Lyrik und Liedern. Fast immer liebevoll,
bisweilen auch sarkastisch, ging es um kleine und größere menschliche Schwächen, nicht zuletzt um die Frage des Älterwerdens. Die beiden Herren der Generation 50+ wechselten sich dabei geschickt ab. Der eine erfüllte Gedichte so bekannter Autoren wie Erich Kästner, Christian Morgenstern und Joachim Ringelnatz mit Leben; der andere gab mit Gesang und Gitarre eigene Balladen zum Besten. Die Frage nach dem Leben im Alter bewegte beide in hurmorvoller Art. Weidner verfolgte bis zur erklatschten Zugabe (Günter Posch: Das Alter), während Eidt es mit Iris Berben hielt: "Älter werde ich später!". "Im Wartesaal des großen Glücks, da warten viele Leute und vergessen - es ist ja noch heute" (Grand Prix, Eurovision 1956 von Walter Andreas Schwarz). Diesen Fehler begingen die zwei Lebenskünstler nicht. Eidt freute sich als Cabriofahrer, für den "Gesehenwerden das ganze Glück auf Erden" bedeutet. Dagegen ließ sich Weidner den "(Regenbogen-) Wurm" (Heinz Erhardt) auf der Zunge zergehen und begab sich mit tierischer Freude an eine zweite Strophe von "Fischers Nachtgesang" nach Morgenstern. Nach der Pause ging es weiter mit erotisch gewürzten Texten über "Kleine Leute" oder das "Große Glück" von Francois Villon und Charles Bukowsky. Aber auch der Bänkelgesang mit einem Seitenhieb auf das D-Englisch kam nicht zu kurz. In der Moritat "Vernissage-Symtom-Drama" berichtete Eidt von einem selbst durchlittenen Er- lebnis. Da blieb nur wenig Zeit für die "Exzesse der Zwangsneurose". Aber mit dem indischen Märchen über die Erschaffung der Frau, in dem der Mann weder mit ihr noch ohne ihr leben kann, war ohnehin schon alles über das Verhältnis der Geschlechter zu einander gesagt. Weidner genoss das von Ilse Ritter modifizierte Märchenende (die Frau kann mit wie ohne Mann leben) wiederum mit einen Schuss Selbstironie. Ein freundlicher Abend voller Bonmots, den viele noch genüsslich bei einem Glas Wein ausklingen ließen. Text: Sunhild Salaschek, veröffentlicht IVZ 3. März 2009 Bild: Ulrich Brinkhoff, www.brinkhoff-fotos.de
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