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Events >> Freunde der Folkmusik kamen auf ihre Kosten Vier Folk-Ensembles aus dem anscheinend
unerschöpflichen Reservoir der Musikschule servierten am Freitagabend im Kulturspeicher in Dörenthe mit sichtbarer Freude und hörbarem Können Folkmusik und moderne Titel der "Worldmusic". Das Programm vom mittelalterlichen Bauerntanz "Branle des Rats" bis zur Filmmusik aus "Chocolat" brachte im fast übervollen Raum das Publikum zum Mitsummen, Mitklatschen und Mittanzen. Das war durchaus erwünscht, wie der Gründer und Betreuer der Folk-Szene in der Musikschule, der stellver- tretende Leiter Clemens Lügger, betonte. Folk sei zum Mit- machen, klang es in seiner Begrüßung durch, in der er die Gründung einer neuen Gruppe mit ganz jungen Musikschülern ankündigte. Die derzeit Jüngsten im Alter um 12 Jahre, die Gruppe "Patchwork", kontrastierte den Stampftanz der Ratten mit einem wunderschön melodischen (und sehr bekannten) Titel aus Irland, "The last Rose of Summer". Eine sizilianische Tarantella, eine Malaguena und der Beatles-Song "Lady Madonna" zeigten, wie breit gefächert die Möglichkeiten der instrumentalen und gesanglichen Gestaltung der 13-köpfigen Patchwork-Gruppe sind. Den meisten Beifall heimsten die Jungen und Mädchen aber für "Dat du min Leevsten büst" ein, das sie während einer Probenfreizeit aller "Folkies" auf Burg Rothenfels im Spessart ganz eigenständig erarbeitet hatten. Aber die zweite Gruppe, Maracatu, konnte sich mit fein abgestimmtem Klang, der schon großes Können auf den Instrumenten voraussetzt, gut behaupten. Mit dem tief empfundenen hebräischen "Ose Shalom" und einer flotten "Reise nach Jerusalem" bereiteten sie zwei "Chocolat"-Titel vor, die die zauberhafte Atmosphäre dieses Films einfingen. Eine weitere Filmmusik, "Vois sur ton chemin" von Bruno Coulais aus "Die Kinder des Monsieur Mathieu", ist nicht zufällig ein echter Hit geworden. Der schlichten Ernsthaftigkeit wurde dann Temperament und Rhythmus entgegengesetzt mit "Salty Dog" und einem irischen Reggae.Der Auftritt der Gruppe "Glin Amar" mit Musikschullehrern und ehemaligen Schülern böte reichlich Anlass, all die Lobesworte auf den Folk-Mentor und -Motor Clemens Lügger aufzuzählen, die man im Publikum hören konnte. Denn der wirkte nicht nur selbst mit, er hat auch fast alle Arrangements für alle Gruppen und eine Vielzahl von Instrumenten geschrieben. Zudem ist er der Komponist von "The lay of the fall of GilGalad", einem Gedicht von J.R.R. Tolkien, das seine Gruppe neben spanischer und schottischer (mit Dudelsack) Folklore sang und spielte. Aber die Begeisterung und die Ernsthaftigkeit, mit der über 30 junge Musiker bei der von Lügger initiierten Sache waren und ihr Publikum mitrissen, sprechen eine genügend deutliche Sprache. Da machten die abgeklärten und preisgekrönten Musiker der letzten Gruppe "Ceol" keine Ausnahme. Schon in der Pause sangen sie sich am Kanalufer ein, um dann mit Verve und Fiddle den "Duke of Perth" und mit Gefühl und Musikalität "Isabelle" von Flandern auferstehen zu lassen. Sehr viel Applaus gab es für die beiden ausgefeilten Darbietungen. "Stanotsche" entführte sich steigernd in russische Seelengefilde, und die "Bridal Ballad" prägte sich durch ein wunder- schönes Zwiegespräch von Cello und Gesang ein. Nach einem bretonischen Märchen schlossen zwei jiddische Lieder das Programm,
"Dortn, dortn" und die in temperamentvoller Wut endende Geschichte der "Grienen Cousine". Unter großem Beifall versamm- elten sich nun sämtliche Musiker auf der Bühne zu "Dat du min Leevsten büst", und im Saal drehte sich dazu zwar nicht allles, aber einiges im Walzertakt.
Text und Fotos: Wilm Froese, veröffentlicht IVZ 3.6.09
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