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Ausstellungen 2009 >> Experimente mit der Form von Jumbo 25.04. bis 10.05.2009 Martina Köcher zeigt "Elefantenbilder XXL" im Kulturspeicher Dörenthe Elefanten
sind groß, dick, grau und tragen große, weiße Stoßzähne. Für den normalen Betrachter mag diese reduzierte Sichtweise stimmen, eine Künstlernatur ver- mag aber viel mehr in den auf den ersten Blick recht schlicht geformten Dickhäutern zu erkennen. Eine solche Künstlerin ist Martina Köcher, deren Ausstellung "Elefantenbilder XXL" seit Samstag im Kulturspeicher Dörenthe zu sehen ist. Eigentlich war es eher ein Zufall, der Martina Köcher im Jahr 2004 zum Thema "Elefanten" führte. Eine elefantenbegeisterte Freundin habe - passend zu ihrer Elefanten-Skulpturensammlung - ein Elefantenbild haben wollen, erzählt die Ibbenbürener Künstlerin. Dieser Auftrag sorgte für eine intensive Auseinandersetzung mit der Form und möglichen Abstraktionen von Elefanten - und war der Beginn einer Faszination, die bis heute anhält und sich in mittlerweile 60 großen und kleinen Elefantenbildern äußert. Warum immer mit den Dickhäutern in die Breite gehen, waren Martina Koechers erste Überlegungen, und so sind auf ihren ersten Elefantenbildern in die Höhe gestreckte Tiere zu sehen, die auch nicht mehr in schlichtem Grau, sondern in den verschiedensten Farben daherkommen. Später experimentierte Koecher, die in Münster ein Lehramtsstudium für Mathematik, Textil- gestaltung und Kunst absolvierte, mit den Ansichten und auch mit der Auflösung der Form. Derzeit befasst sich die Künstlerin mit der Darstellung der Elefanten in Collagenform sowie einer starken Farbigkeit bei gleichzeitiger Auflösung der Linien und Einhaltung der natür- lichen Proportionen. Für Martina Koecher ist die Arbeit ein Experiment: "Wie weit kann ich gehen, wie lange ist das Motiv noch erkenn- bar?" Sie legt Wert darauf, dass der Elefant als solcher immer noch erkennbar ist - dazu dienen vor allen die typischen Merkmale der grauen Dickhäuter, die Stoßzähne, der Rüssel und die dicken Elefantenfüße -, die Form und die Farbwahl zeigen dagegen deutlich, dass Koecher eine ganz eigene Sichtweise der Tiere besitzt. Diese ist allerdings rein äußerlich gehalten; die Künstlerin interessiert sich für die Formen als solche, nicht jedoch für fantastische Interpretationen oder Deutungen. Die Formen variiert Martina Koecher jedoch mit allen Konsequenzen: Da werden die Elemente des Elefanten eher über- als nebeneinander angeordnet, teilen sich zwei Tiere einen Fuß oder wird eine ganze Elefantenherde auf die Silhouetten der einzelnen Tiere reduziert. Für die Ausführung ihrer Arbeiten benutzt Koecher Dispersionsfarben, die sie in Spachteltechnik auf Leinwand oder Holz aufbringt, wobei sie durch Papiereinarbeitung oder die Verwendung von Strukturpaste sowie durch die Kombination mit Öl- und Pastellkreide zum Teil neue Linien, vor allen jedoch interessante optische Effekte erhält. Die Ausstellung im Kulturspeicher ist als eine Art Übersicht über die bisherigen Be- arbeitungsphasen der Thematik "Elefanten" zu sehen; die 40 gezeigten Bilder sind chronologisch angeordnet. "Im Moment ist es noch nicht langweilig" erklärt die sympatische Ibbenbürenerin, es gebe immer noch etwas Neues zu entdecken. "Ich könnte mir vorstellen, noch Bewegung
reinzubringen" meint Koecher, die auch eine rein lineare Darstellung ohne Farben schon ins Auge gefasst hat. Um Elefanten ging es natürlich auch im von Dr. Gerd Overmeyer (Förderverein Kulturspeicher Dörenthe; Begrüßung) und Herbert Börger gestalteten Eröffnungsteil: Börger hatte sich für seine kleine Lesung zur Aus- stellungseröffnung einige Elefantengedichte von Rainer Maria Rilke und Joachim Ringelnatz herausgesucht sowie eine Geschichte da- rüber, wie es zu dem für Elefanten so beliebten Spitznamen "Jumbo" kam. Die Ausstellung ist bis einschließlich 10. Mai jeweils sonntags von 15 bis 18 Uhr geöffnet, außerdem am Freitag, 1. Mai, von 11 bis 18 Uhr (die Künstlerin wird an diesem Tag nachmittags anwesend sein, um mit den Besuchern ins Gespräch zu kommen). Text: und Fotos: Claudia Ludewig, veröffentlicht 28.04.09
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