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"Neue Räume betreten"

Ausstellung der Fachoberschule für Gestaltung im Kulturspeicher vom 18. bis 23.03.2007 

Im großzügig gestalteten Wohnzimmer einer Puppenstube tummeln sich viele Kinder. Über Eck hängen Fotos von alten Menschen in

engen Räumen. Dazwischen stehen zwei Figuren hinter Gittern, die in diesem Zusammenhang gleichermaßen an einen Laufstall wie an

einen Käfig denken lassen. Die Unterschrift lautet: "Leben im Alter - Altersheim, Pflegeheim - (k)eine Lösung - Tu etwas dagegen!"

Unter dem Titel "Neue Räume betreten - die Argonauten von Ibbenbüren" zeigt das Berufskolleg Ibbenbüren im Kulturspeicher Dörenthe 

Objekte von Schülern der Fachoberschule für Gestaltung. Die Ausstellung beschließt ein viermonatiges fachübergreifendes Projekt, das

den Deutschunterricht, Wirtschaftslehre, Religion, Politik und Mediengestaltung umfasst. 

Projektleiter Hermann Dillmann regte seine 48 Schülerinnen und Schüler zweier Klassen mit Schlagworten wie "Museum, Theater, Film"

oder "Friedhof, Architektur" und andere zur eigenen Auseinandersetzung mit ihrer Umgebung an. So wie sich die eingangs zitierte Gruppe

mit den Bedürfnissen der unterschiedlichen Generationen befasst, gehen andere der Frage von verschiedenen Freizeitverhalten, Wahr-

nehmungsvermögen oder Sehweisen nach. Auf einem Plakat steht der Satz: "Kunst liegt im Auge (bildlich gestaltet) des Betrachters."

Daneben zeigt ein gläsernes Architekturmodell, wie hell und übersichtlich sich die Jugendlichen ein Museum wünschen. Andere Modelle

wagen eine Gegenüberstellung von Kino, Disco oder Bowlingscenter auf der einen Seite und Theaterinszenierungen im Steinbruch, in der

Kirche und im Wald auf der anderen Seite.

Man mag bedauern, dass diese Orte für viele Jugendliche tatsächlich "neue Räume" sind. Die Beschäftigung mit ihnen war und ist aber

sicherlich förderlich. Ein großes mit Stiefmütterchen bepflanztes Grab und ein kleiner Fesselballon mit der Aufschrift "Luftbestattung"

weisen nicht nur auf die unterschiedlichen Lebensformen und Bestattungsriten, sondern auch allgemein auf die Vergänglichkeit hin.

Eine Serie von Hausfassaden-Darstellungen regt zur intensiveren Wahrnehmung der direkten Umgebung an: Das Erdgeschoss mit den

bekannten Konsumtempeln ist jeweils abgeschnitten. Wer nicht weiß,

um welches Fassade es sich handelt, kann die Lösung auf einem

verdeckten Schild nachschlagen. Wieder andere Schüler stellen beim 

Vergleich von Theater- und Alltagsmasken die Frage: "Welche

Maske trägst DU" Schau in den Spiegel!" Besucher, die sich nicht mit

punktuellen Anregungen zufrieden geben wollen, können sich einen

der während des Projekts entstandenen Filme ansehen, oder im

"Reisetagebuch" und den Projektberichten nachlesen, welche Erfahrungen

die Schülerinnen und Schüler im Rahmen ihrer Arbeiten gemacht haben. 

Die Ausstellung endet am 23. März mit einer Abschlussveranstaltung 

(Beginn 16 Uhr), die um 20 Uhr mit dem Solostück "Zirkuskind per Vers" 

von Christof Seegner-Zermühlen vom Düsseldorfer Schauspielhaus

 abgeschlossen wird.

Text: Sunhild Salaschek veröffentlicht IVZ 21.03.2007

 

 

 

 

 

                                                                                                                        

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