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Afrikanische Lebensfreude im Hafen        am 5. August 2006

Deutsch-Afrikanisches Happening am Kulturspeicher sorgt für ausgelassene Stimmung

Familienfest für alle Generationen, Trommelworkshop, Kunst- und Kulturhappening, Bühne für Nachwuchsmusiker, die gut besuchte Ver-

anstaltung des vergangenen Wochenendes im Dörenther Kulturspeicher war alles gleichermaßen. Vor allem entwickelte sich bei den Be-

suchern ein deutsch-afrikanisches Lebensgefühl, geprägt von "Sodiya" und "Siyabonga", zu deutsch eine "Gemeinschaft, die gut ist" und

"Rhythmus und Lebensfreude". Damit ist auch zugleich die irgendwie entspannte und leichte, fröhliche und lockere Atmosphäre umrissen,

die den Event permanent durchzog. 

Entsprechend zufrieden äußerten sich die Verantwortlichen, allen voran Brigitte Schmohl, die als Mitglied der Dickenberger Trommelgruppe

"Sodiya" die Idee zu dem Happening hatte. Ihr Dank galt in erster Linie Petra Probst, Karl-Heinz Käsekamp und Dr. Gerd Overmeyer, die

als Verantwortliche für den "Förderverein Kulturspeicher Dörenthe" nicht nur ideelles und finanzielles Entgegenkommen gezeigt, sondern

im Vorfeld auch handfeste Hilfestellung geleistet hatten. Damit ist ein weiterer, entscheidender Wesenszug dieser außergewöhnlichen 

Veranstaltung angesprochen, nämlich der große Idealismus aller Beteiligten. "Nun, wir machen das nicht für eine Gegenleistung, sondern

ganz einfach so", äußerten sich beispielweise Sylvia Hohmann und Grete Meves am Kaffee- und Kuchenstand mit strahlendem Lächeln,

und sie sprachen damit Dutzenden von  freiwilligen Helferinnen und Helfern aus der Seele.

"Hier, probieren Sie das mal", sagte Lydia Ceesay, Mitglied der mitorganisierenden "Multiafrikanischen Union des Kreises Steinfurt" aus

Rheine, "das ist Platin, also Kochbanane mit Mehl, und das Ganze dann frittiert". Lecker fanden die zahlreichen Besucher. Alle Zeit der

Welt nahmen sich Sebe Kourouma und seine deutsche Frau Marion, um den Besuchern die vielen von Sebe alle selbst gebauten Instru-

mente zu erklären: "Das da hinten sind alles Djemben, und diese großen hier heißen alle so, wie sie klingen: Dundun, Sangban und

Kenkeni".

Sebe kommt aus Guianea, und dort ist er nicht nur ein prominenter Meistertrommler, sondern auch Tischler und Schmied, Jäger und 

Fischer, vor allem aber Schamane und Medizinmann, und natürlich Trommelbauer. Warum das so ist, erklärt Sebe lächelnd: "Schamane

und Trommelbauer und Tischler, das alles kommt zusammen, wenn ich einen Baum frage, ob ich aus ihm ein Instrument bauen darf". 

Irgendwie logisch. In Deutschland leitet er die Trommelgruppe "Sodiya" (Dickenberg) und das "Siyoboga"-Zentrum in Rheine. Schon am

Samstag hatte Sebe mit Kindern und Erwachsenen Trommelworkshops abgehalten. Klar, dass deren Ergebnisse am Sonntag zum Besten

gegeben wurden, und beim markigen "We will rock you" stimmten auch die Mitgliederder Bockradener Jugendband "G-sus" mit ein, die

in der Folge im Kulturspeicher ihr umfangreiches Repertoire vorstellen konnten.

"Músolú basi músolú", so stand es am Eingang zu lesen, und die Übersetzung führt wieder auf den idealistischen Kern des Happenings

zurück. In Sebes Heimatdorf Moriah sterben immer wieder Frauen nach Entbindungen bzw. nach Fehlgeburten, weil medizinische Hilfe

außerhalb des organisatorisch und finanziell Machbaren liegt. Hier greift "Musolú basi musolú" - "Frauen für Frauen" ein, eine Initiative

der "Sodiya"-Gruppe, deren Mitglied Brigitte Schmohl sich wünscht, dass ein solches Happening keine Eintagsfliege bleibt: "Alle ein oder

zwei Jahre, das wäre schön!" Allein schon wegen des Familienfest-Trommel-workshop-Kunst-Happening-Charakters würde sich eine

Wiederaufnahme lohnen. 

Text: Gerhard Baune, veröffentlicht IVZ 8. 8. 06

 

 

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